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Werder-Coach Florian Kohfeldt geht bestens gelaunt in den Saisonendspurt

Gute Laune bei Werder

Kohfeldt: „Es gibt Currywurst“

Bremen - Als Florian Kohfeldt am Donnerstagmittag in den Mediensaal kam, da strahlte er noch ein bisschen mehr als sonst.

„Wegen uns?“, fragte ein Journalist – und der Werder-Coach antwortete: „Ganz ehrlich: Ich habe gerade gerochen, dass es heute Currywurst gibt. Das macht gute Laune.“ Aber nicht nur das: Am Samstag kann und will Werder beim Gastspiel in Stuttgart (15.30 Uhr) den Klassenerhalt perfekt machen – und das schon am 31. Spieltag. Von diesem Zeitpunkt der Rettung hätten Kohfeldt und Co. im November nicht zu träumen gewagt.

Jegliche Zweifel, es könne bei sieben Punkten Vorsprung bei vier ausstehenden Spielen, noch mal eng werden, wischte der Werder-Coach selbstbewusst beiseite: „Ich habe schon ganz am Anfang gesagt, dass am Ende der Klassenerhalt stehen wird – und so wird es auch sein: entweder schon am Samstag oder eben etwas später.“ Denn ganz allein hat es Werder selbst bei einem Sieg nicht in der Hand. Dann dürfte mindestens ein Team des 30-Punkte-Trios Wolfsburg (in Mönchengladbach), Mainz (in Augsburg) und Freiburg (in Hamburg) nicht gewinnen.

Kohfeldt schaut aber gar nicht auf die Konkurrenz. Will sich auch nicht damit beschäftigen, dass es in der kommenden Saison wahrscheinlich kein Nordderby mehr gegen den HSV geben wird. „Wir denken lieber darüber nach, wie wir in Stuttgart gewinnen können“, meinte der 35-Jährige und lobte den „beeindruckenden Weg, den der VfB unter Tayfun Korkut gegangen ist“. Ende Januar hatte Korkut die Nachfolge des etwas überraschend entlassenen Hannes Wolf angetreten und war in Stuttgart mit sehr viel Skepsis empfangen worden. Doch mit Korkut gab es in zehn Spielen 19 Punkte, die Abstiegsgefahr des Aufsteigers war schnell gebannt.

„Der VfB ist in der Ordnung die disziplinierteste Mannschaft der Liga mit ganz kleinen Abständen. Sie sind wirklich sehr schwer zu bespielen“, erklärte Kohfeldt und hob Mario Gomez als „Unterschiedsspieler“ hervor, der aus wenigen Chancen viel machen kann. Werders Rezept lautet Geduld bei Ballbesitz, um die Lücken zu finden, und Aggressivität nach Ballverlust, um den Gastgebern nicht diese ein, zwei spielentscheidenden Aktionen zu gönnen. Denn einen Rückstand gelte es am Samstag unbedingt zu vermeiden, so Kohfeldt: „Wenn Stuttgart in Führung ist, bekommt man schnell das Gefühl, da brennt nichts mehr an.“ So gefestigt seien die Schwaben inzwischen unter Korkut.

Baumann: „Den Rathausbalkon haben wir nicht gebucht“

Aber auch bei den Bremern, die in der Tabelle mit 37 Punkten nur zwei weniger als der VfB haben, ist einiges gewachsen – und das nennt sich Spielfreude. Kohfeldt ist einen anderen Weg als Korkut gegangen, hat auf Offensiv-Fußball gesetzt. Dafür braucht es im Spiel viele Lösungen. Die gibt es, wie Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie erklärte: „Wir gehen mit ganz vielen Informationen ins Spiel. Das ist anders als früher, dadurch sind wir mehr bereit.“

Ist das Team auch bereit, nach dem Spiel den Klassenerhalt zu feiern? „Wenn alles sicher ist, machen wir bestimmt was“, meinte Gebre Selassie – und Sportchef Frank Baumann scherzte: „Den Rathausbalkon haben wir aber nicht gebucht.“ Dort werden auch nur Titel gefeiert. Wenngleich: Mit nur fünf Punkten nach zehn Spieltagen und ohne Spielstruktur sah Werder schon wie ein Absteiger aus.

Kohfeldt hat Werder wieder zum Leben erweckt, will sich und seinem Team aber noch keine Ruhepause gönnen: „Durchatmen können wir in der Sommerpause.“ Bei aller Freude über Currywurst und gutes Wetter („Es ist angenehm, draußen zu sein“) ist der Fokus des Trainers eindeutig: Er will gewinnen.

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