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Werder Bremen verlor beim VfB Stuttgart mit 0:2.

0:2-Niederlage

Werder enttäuscht in Stuttgart

Stuttgart - Sie wollten mit einem Sieg in Stuttgart vorzeitig den Klassenerhalt feiern, doch der Plan ging schief: Die Werder-Profis enttäuschten am Samstagnachmittag beim VfB und verloren verdient mit 0:2 (0:1).

Christian Gentner (13.) und Berkay Ozcan (90.+1) erzielten die Tore für die Schwaben. Gentners Tor war dabei allerdings sehr umstritten. Der Kapitän des VfB hatte sich zuvor unfair gegen Milos Veljkovic durchgesetzt. Der Treffer zählte trotzdem. Um den Verbleib in der Bundesliga muss sich Werder dennoch nicht sorgen. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt weiterhin sieben Punkte, das sollte drei Spieltage vor Saisonende reichen.

Florian Kohfeldt hatte mit seiner Aufstellung ziemlich überrascht: Denn für den gesperrten Thomas Delaney beorderte er Jerome Gondorf ins Mittelfeld – und nicht Zlatko Junuzovic. Für den Kapitän war auch auf den Außenbahnen kein Platz, er saß nur auf der Bank. Keine angenehme Situation für einen Führungsspieler wie Junuzovic, zumal Gondorf nach seiner Blinddarmoperation eigentlich noch die Spielpraxis fehlt. Er stand letztmals Anfang Februar in der Startelf. Auf den Außen begannen Ishak Belfodil und Florian Kainz. Wie zuletzt schon ersetzte Marco Friedl auf der linken Abwehrseite den verletzten Ludwig Augustinsson.

Gentners Treffer für Stuttgart eigentlich irregulär

Beide Teams begannen sehr aggressiv, gingen robust in die Zweikämpfe – Florian Kainz etwas zu robust. Der Werder-Profi hielt gegen Timo Baumgartl den Fuß drauf und sah dafür von Schiedsrichter Sören Storks zu Recht die Gelbe Karte und ist nach der fünften in dieser Saison in einer Woche gegen Dortmund gesperrt (7.). Eine unnötige Aktion des Österreichers in der gegnerischen Hälfte an der Außenlinie.

Spielerisch war von Werder nicht viel zu sehen. Kohfeldts Plan mit einem 4-1-4-1-System und Ishak Belfodil als echter Spitze ging nicht auf. Stuttgart gab den Bremern kaum Räume und setzte auch nach vorne gute Akzente. Wie in der 13. Minute: Flanke Emiliano Insua, Kopfball Christian Gentner – 1:0. Allerdings: Der Treffer war eigentlich irregulär. Gentner hatte Gegenspieler Milos Veljkovic mit einem leichten, aber entscheidenden Schubser zu Boden geschickt. Die Werder-Profis reklamierten, forderten den Einsatz des Video-Schiedsrichters, doch Storks gab den Treffer nach Überprüfung der Szene trotzdem. Erwähnt werden muss aber auch: Gondorf hätte Flankengeber Insua durchaus mehr attackieren dürfen.

Fotostrecke: 0:2 - Werder verliert in Stuttgart

Werder Bremen gegen VfB Stuttgart.
Werder Bremen gegen VfB Stuttgart. © gumzmedia
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Werder Bremen gegen VfB Stuttgart. © dpa
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Werder Bremen gegen VfB Stuttgart. © dpa
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Werder Bremen gegen VfB Stuttgart. © gumzmedia

Werder wirkte vom Treffer beeindruckt, Stuttgart dagegen beflügelt. Mario Gomez zielte nur knapp vorbei (28.), Dennis Aogo scheiterte mit einem Freistoß an Werder-Keeper Jiri Pavlenka (32.). Der Frustpegel bei den Bremern stieg. Philipp Bargfrede stoppte Santiago Ascacibar ziemlich unsanft, sah dafür wie Kainz seine fünfte Gelbe Karte und schimpfte anschließend mit Max Kruse. Der Spielmacher hatte Ascacibar gewähren gelassen. Es passte zum Spiel des 30-Jährigen, der für Junuzovic die Kapitänsbinde trug. Nach ordentlichem Beginn hatte Kruse extrem abgebaut, ihm gelang immer weniger. Den Kollegen ging es ähnlich. Mit etwas Glück war Kainz kurz vor der Pause am Strafraum der Ball vor die Füße gefallen, doch der Österreicher vergab kläglich.

Nach der Überraschung mit der Startelf, sorgte Kohfeldt bei Wiederanpfiff für die nächste Verwunderung: Er verzichtete auf einen Wechsel, vertraute der Elf, die in Halbzeit eins so sehr enttäuscht hatte. Immerhin gab es schnell eine gute Chance, doch Gondorfs Schlenzer lenkte VfB-Keeper Ron-Robert Zieler um den Pfosten (48.). Das machte durchaus Mut.

Max Kruse hier im Duell mit Dennis Aogo.

Nur vier Minuten später scheiterte Friedl mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz an Zieler. Das zum 5-2-3 veränderte System bekam den Bremern etwas besser, wenngleich sie immer noch nicht den ganz großen Druck entwickeln konnten. Kohfeldt reagierte nun auch personell, brachte Milot Rashica für den schwachen Kainz (62.). Das hätte sich fast sofort ausgezahlt, denn Rashica setzte Gondorf perfekt in Szene, doch der Mittelfeldspieler traf völlig freistehend aus elf Metern den Ball nicht richtig (66.). Dahin war die Riesenchance zum 1:1.

Kohfeldt reagierte erneut, diesmal sogar mit einem Doppelwechsel (71.): Für Gondorf und Belfodil kamen Junuzovic und Aron Johannsson. Doch auch sie konnten dem Spiel keine Wende mehr geben, weil die Stuttgarter an diesem Nachmittag einfach bissiger waren. Özcan machte in der Nachspielzeit mit seinem 2:0 dann alles klar. Die Bremer müssen sich erheblich steigern, sonst wird es in den nun anstehenden Heimspielen gegen Dortmund und Leverkusen auch keine Punkte geben.

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