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Thomas Delaney steht mit Werder vor dem Spiel gegen Freiburg unter Druck. „Ich mag diese Situationen aber. Das ist kein Problem“, sagte der Däne.

Gegen Freiburg hilft nur ein Sieg

Jetzt aber!

Wolfsburg/Bremen - Viel hat nicht gefehlt, und er wäre einfach entwischt. Nachdem die letzten Werder-Profis ihre Sicht der Dinge auf das 1:1 (0:1) beim VfL Wolfsburg geschildert hatten, tauchte Frank Baumann am späten Dienstagabend in der Interview-Zone der VW-Arena auf.

Er steuerte schnurstracks auf den Ausgang zu. Auf Nachfrage blieb Werders Sportchef dann doch stehen, sogar mit einem Lächeln auf den Lippen – es ist auch nicht Baumanns Art, abzutauchen, wenn es Redebedarf gibt. Fünf Spiele, noch immer kein Sieg, zwei Punkte – um es einen klassischen Fehlstart zu nennen, waren die Bremer Auftritte insgesamt zu gut, aber „letztendlich helfen uns nur Siege, um große Sprünge zu machen“, sagte Baumann. Der Manager weiß, dass im Heimspiel gegen Freiburg nur drei Punkte dafür sorgen können, dass die Stimmung nicht kippt.

Werders Auftaktprogramm war hart, sehr hart sogar. Schon als der Spielplan Ende Juni veröffentlicht wurde, galt es als ziemlich wahrscheinlich, dass zu Beginn Geduld gefragt sein würde. Dementsprechend waren die Niederlagen gegen Hoffenheim und den FC Bayern kein Grund zur Unruhe – zumal Werder jeweils mitgehalten hatte. Danach ging auch das 1:1 in Berlin in Ordnung, beim 1:2 gegen Schalke war viel Pech im Spiel.

Werder enttäuscht erstmals

Nun also wieder ein 1:1, in Wolfsburg, bei dem das Team von Trainer Alexander Nouri erstmals in dieser Saison enttäuscht hat – wenn auch nur vor der Pause. „In der ersten Halbzeit waren wir zu passiv“, monierte Baumann. Nach dem Wechsel „waren wir mutiger und hätten aufgrund der klareren Chancen den Sieg verdient gehabt.“ Kann man so sehen. Zudem dürfe man nicht vergessen, dass Werder in Lamine Sane, Niklas Moisander, Zlatko Junuzovic und Max Kruse „vier absolute Leistungsträger gefehlt haben. Das muss man erstmal verdauen.“ Auch das trifft zweifellos zu.

Es gab also auch am späten Dienstagabend wieder einige Argumente, die Bremer Lage weiterhin wenig angespannt zu betrachten – das Problem ist nur, dass ihre Wirkung nachgelassen hat. „Wir brauchen jetzt Dreier in den nächsten Wochen“, forderte Baumann und dürfte bewusst den Plural gewählt haben. Werders Sportchef kennt die Branche gut genug, um zu wissen was passiert, wenn seine Mannschaft am Samstag gegen 17.20 Uhr noch immer ohne Sieg dasteht: Er müsste dann wohl eine aufkommende Trainerdiskussion moderieren. Baumann kennt und kann das – gebrauchen kann er es trotzdem nicht. Es ist darüber hinaus keine schöne Vorstellung, womöglich als Tabellenletzter zum Nordderby nach Hamburg reisen zu müssen. Auch deswegen der Appell: „Wir müssen aus der ersten Halbzeit in Wolfsburg unsere Lehren ziehen.“

Gebre Selassie und Co. in der Pflicht

Werders Spieler haben damit früh begonnen. Ganz egal, wer da am Dienstagabend vor die Journalisten trat – in einem Punkt waren sich alle einig: Der Auftritt in den ersten 45 Minuten war nichts. „Da haben wir nur reagiert und waren immer zwei Schritte zu spät“, sagte Kapitän Thomas Delaney. Bei Luca Caldirola klang das so: „Wir hätten von Anfang an aggressiv spielen müssen und nicht mit Angst.“

Dann ging es noch um das Thema Druck, ein Klassiker in solchen Fällen, wiederkehrend weil unumgänglich. „Wir standen in Wolfsburg auch schon unter Druck, das ist in jedem Spiel so“, sagte Theodor Gebre Selassie – und nahm sich und seine Kollegen in die Pflicht: „Klar müssen wir jetzt drei Punkte holen.“ Delaney bemühte sich dann aber doch noch, das ganze Thema etwas herunterzukochen. Vor Freiburg fühle er zwar Druck, „denn wir müssen gewinnen.“ Dann schob er hinterher: „Ich mag diese Situationen aber. Das ist kein Problem.“

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