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Das letzte Aufeinandertreffer von Alexander Nouri (li.) und Martin Schmidt war für den Bremer Coach äußerst erfolgreich. Werder gewann 2:0 und verlor keines der folgenden zehn Spiele.

Wie kommt Werder aus der Ergebniskrise?

Ein Spiel wie ein großes Rätsel

Bremen - Was tun mit dem Tohuwabohu? Durch den Trainerwechsel beim VfL Wolfsburg ist Werder Bremen vor die Frage gestellt, wie viel Aufmerksamkeit die Umwälzungen beim Gegner vor der Partie am Dienstag (20.30 Uhr, VW-Arena) verdienen und welche Bedeutung sie überhaupt haben.

Andries Jonker wurde heute Vormittag entlassen, Martin Schmidt wenige Stunden später als Nachfolger des Niederländers vorgestellt. Frage: Verwandelt sich Wolfsburg damit binnen eines Tages vom Fehlstarter zum Durchstarter?

Um eine Antwort darauf zu finden, könnte Werder-Coach Alexander Nouri einen Blick in eine Glaskugel werfen. Oder er wartet einfach den Anpfiff ab. „Inwieweit der Trainerwechsel die Vorzeichen für das Spiel verändert, wird erst das Spiel selbst zeigen“, sagt er: „Natürlich gibt es von Trainer zu Trainer Unterschiede. Aber welche das sind, wissen wir erst, wenn das Spiel läuft.“

Andries Jonker nach nur sieben Monaten auf der VfL-Bank entlassen.

 

Also mag er sich nicht öffentlich den Kopf zerbrechen, was der ehemalige Mainz-Coach Martin Schmidt nun alles anders machen wird als der wenig erfolgreiche Jonker. Anderes System, anderes Personal? Egal! „Wir tun gut daran, uns vor allem auf uns selbst zu konzentrieren und sollten uns nicht von den Gedanken verunsichern lassen, was da möglicherweise auf uns zukommt“, meint Nouri und behauptet desweiteren, dass ihn sowieso nichts überraschen könne: „Wir sind auf alles vorbereitet.“ Ob das stimmt, wird aber auch erst nach Anpfiff überprüfbar sein.

Nouri verlor sein Bundesliga-Debüt gegen Schmidts Mainzer

Erste Erfahrungen mit Martin Schmidt hat Nouri in der vergangenen Saison gesammelt. Gegen das von dem Schweizer trainierte Mainz 05 hatte der Werder-Coach vor fast genau einem Jahr sein Debüt als Bundesliga-Trainer gefeiert – und durch einen Last-Minute-Gegentreffer 1:2 verloren. Das Rückspiel gewann dann Werder – es war der Auftakt der Serie von elf Spielen ohne Niederlage. Merke also: Einmal haben die Bremer bereits gegen ein Schmidt-Team die Wende geschafft. Heute wieder?

Am 21.09.2016 feierte Alexander Nouri im Spiel gegen Mainz 05 sein Debüt als Bundesliga-Trainer. 

Und wenn man schon mal dabei ist, mutmachende Fakten aus der Vergangenheit hervorzukramen, dann sollte auch Folgendes nicht unbeachtet bleiben: Ein Spiel, nach dem Nouri mit Werder gegen Mainz verloren hatte, gelang ihm der erste Sieg. Es war der fünfte Spieltag. Wie jetzt auch. Und der Gegner hieß VfL Wolfsburg. Ebenfalls wie jetzt auch.

Baumann überzeugt von Nouris Weg

Aber: Gewesen ist gewesen, und Nouri muss sein Team heute auf eine Partie einstellen, die wie ein großes Rätsel vor ihm liegt. Nicht nur wegen des Trainerbebens beim VfL Wolfsburg, sondern auch wegen der eigenen Mannschaft und der eigenen Probleme. Die Torarmut (nur zwei in vier Partien), die Verletzung von Top-Stürmer Max Kruse (Schlüsselbeinbruch) und über allem die magere Ausbeute von nur einem Punkt – es gibt genügend Gründe, sich, wie von Nouri gefordert, vor allem mit sich selbst zu beschäftigen.

Sportchef Frank Baumann hält das natürlich auch für die richtige Linie. Anders als beim VfL Wolfsburg führt ihn das Nachdenken aber nicht zum Trainer als Ursache des Übels. Nouri steht bei ihm nicht in der Kritik, muss also nicht fürchten, auch bei einer weiteren Niederlage das gleiche Schicksal zu erleiden wie Andries Jonker. „Wir haben die Ruhe. Denn wir sind überzeugt, dass wir mit unserem Weg, den wir gehen, erfolgreich sein werden“, erklärt Baumann, der Entscheider.

Werder-Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Wolfsburg

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