+
Luiz Gustavo, Maximilian Arnold und Daniel Didavi (v.l.) bejubeln einen Treffer.

Vor dem 22. Bundesliga-Spieltag

VfL Wolfsburg im Schnellcheck

Wolfsburg – Es ist ein Kellerduell: Der Tabellen-16. Werder gastiert beim Rang-14. Wolfsburg. Die Bremer können mit einem Sieg punktuell gleichziehen, der VfL könnte sich mit einem Sieg von Werder und der Abstiegszone absetzen. Der Gegner im Schnellcheck.

Aktuelle Form

Ein Sieg aus den vergangenen vier Spielen: Beim VfL Wolfsburg zeigt der Trend deutlich nach unten. Mit 22 Zählern stehen die Wolfsburger auf dem 14. Tabellenplatz – drei Punkte vor dem SV Werder (Relegationsplatz). Nach der 1:2-Pleite gegen den FC Augsburg, trotz Führungstreffer durch Mario Gomez, verloren die "Wölfe" beim 1. FC Köln mit 0:1. Eine Woche später drehten sie den Spieß um und gewannen nach Rückstand gegen TSG 1899 Hoffenheim mit 2:1. Die Leistung gegen die Hoffenheimer machte den Niedersachsen Mut, doch nur eine Woche später setzte es eine 0:3-Niederlage bei Borussia Dortmund. Gegen Bremen stehen die Wolfsburger nun unter Druck.

Star der Mannschaft

Mit Ricardo Rodriguez, Mario Gomez und Winter-Neuzugang Yunus Malli vom FSV Mainz 05 lassen sich drei Spieler aus der Wolfsburger Mannschaft hervorheben. Rodriguez ist als linker Innenverteidiger in der Dreierkette gesetzt, kann aber auch auf die Flügel ausweichen. Er verfügt sowohl in der Defensive als auch Offensive über große Qualitäten. Mario Gomez, einst beim FC Bayern Torschützenkönig der Bundesliga, ist zwar seit drei Spielen ohne Torerfolg, genießt aber dennoch hohes Ansehen im VfL-Team. Immerhin sechsmal hat der deutsche Nationalspieler in der aktuellen Spielzeit getroffen, genauso oft wie Malli, der als Ersatz für den zu Paris Saint-Germain gewechselten Julian Draxler kam. Der 24-jährige Kreativkopf verleiht der Wolfsburger Offensive neuen Schwung.

Der Trainer

Valerien Ismael baut auf Flexibilität. Sein Team lief die vergangenen Spiele zwar meist im 3-5-2-System auf, die Wolfsburger können aber auch im 3-1-4-2 oder 4-2-3-1 agieren. Anders als sein Vorgänger Dieter Hecking, der den Ballbesitzfußball bevorzugte, will Ismael bei eigenem Ballbesitz schnell und direkt nach vorne spielen. Hat der Gegner den Ball, fordert der VfL-Coach viel Bewegung seiner Offensivmänner. Sie sollen die gegnerische Defensive früh unter Druck setzen und im Umschaltspiel durch schnelle und spielstarke Akteure wie Malli oder Daniel Didavi zum Abschluss kommen.

Verletzte und gesperrte Spieler

Verzichten müssen die Wölfe auf Ismail Azzaoui (Kreuzbandriss), Ashkan Dejagah (keine Spielerlaubnis und Muskelfaserriss) und Victor Osimhen (Knieverletzung).

So lief das Spiel der Hinrunde 2016/17

Daran erinnert sich jeder Werder-Fan gerne: ein Sieg in allerletzter Sekunde gegen die Wolfsburger. Theodor Gebre Selassie war der Held des Spiels. In der Nachspielzeit köpfte er Werder zum 2:1-Sieg und ließ sich folglich in der Bremer Fankurve feiern. Zuvor hatte Robert Bauer die Gäste aus der Autostadt durch ein Eigentor in Führung gebracht (69. Minute), der mittlerweile an St. Pauli verliehene Lennart Thy erzielte in der 86. Minute den Ausgleich.

Statistik

Fast sieben Jahre ist es her, dass die Wolfsburger ein Heimspiel gegen Werder verloren haben. Die Bremer gewannen am 17. April 2010 dank zweier Treffer von Torsten Frings mit 4:2 und schoben sich auf den dritten Tabellenplatz. Damals waren die Wölfe noch Deutscher Meister. In den folgenden sechs Spielen in Wolfsburg holten die Werderaner aber nur noch zwei Punkte. In den letzten drei Begegnungen in der Volkswagen Arena bekamen sie mit 1:11 Toren ordentlich auf die Mütze. Die vergangenen beiden Nord-Derbys im Weserstadion gingen allerdings an die Hanseaten. Der VfL schoss gegen keinen Club so viele Tore wie gegen Bremen (72) und gewann drei der letzten vier Heimspiele gegen Werder.

Ismaels Leistungsträger

In den vergangenen sieben Heimspielen, in denen Trainer Ismael an der Seitenlinie stand, gewann vier Mal das Auswärtsteam und drei Mal der VfL - jeweils mit einem Tor Differenz. Die Niedersachsen verloren vier ihrer letzten fünf Pflichtspiele, davon drei zu Null, und erzielten zu Hause die wenigsten Treffer aller Clubs (neun in elf Spielen). Die Bremer feierten beim 2:1 im Hinspiel die ersten Punkte mit Trainer Alexander Nouri, unter dessen Regie sie auswärts immer trafen. Werder ist mit 13:22 Toren das erfolgloseste Team der ersten Halbzeit, aber verlor mit dem 2:3 in Augsburg am 5. Februar nur eine der letzten fünf Auswärtspartien.

Die Duelle in Zahlen:

Heimbilanz: 8 S, 5 U, 6 N - 37:30 Tore

Gesamtbilanz: 17 S, 7 U, 15 N - 72:69 Tore

kso/sid

Auch interessant

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare