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Riesenjubel bei Rashica: Der Werder-Winter-Neuzugang erzielte gegen den 1. FC Köln sein erstes Bundesliga-Tor.

Werder gewinnt 3:1 gegen 1. FC Köln

Rashica schießt Werder Richtung Klassenerhalt

Bremen - Erst Milos, dann Milot, schließlich Maximilian – zwei Tor-Debütanten und ein Dauerläufer haben Werder Bremen am Montagabend zu einem ganz wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga verholfen.

Milos Veljkovic (33.), der erst kurz vor Anpfiff ins Team gerutschte Milot Rashica (58.) sowie Maximilian Eggestein (90.) erzielten beim wichtigen 3:1 (1:0)-Sieg über den 1. FC Köln die Bremer Tore. Für Veljkovic und Rashica war es der erste Treffer in der Bundesliga. Werder verbesserte sich dank des Sieges auf Rang 13 und hat nun fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Die Kölner, für die Yuya Osako den zwischenzeitlichen Ausgleich markiert hatte (53.), bleiben am Tabellenende und haben nun kaum noch Hoffnung auf die Rettung. Pikant: Ausgerechnet der Ex-Bremer Claudio Pizarro vergab in der 76. Minute die Riesenchance zum Ausgleich.

Das von Fan-Protesten gegen den Montagtermin begleitete Spiel hatte noch gar nicht begonnen, als Werder schon den ersten Ausfall beklagte. Philipp Bargfrede, fest für die Startelf eingeplant, klagte nach dem Aufwärmen über Unwohlsein, musste sich sogar übergeben. Weshalb Trainer Florian Kohfeldt schnell Plan B aktivieren musste. Und der sah vor, dass Winter-Verpflichtung Milot Rashica eine neue Chance bekommen sollte. Zweimal in Folge war der Stürmer aus dem Kosovo gar nicht berücksichtigt worden, nun stand er zum zweiten Mal seit seinem Wechsel von Vitesse Arnheim zu Werder in der Startelf. Und Rashica blieb nicht ohne Einfluss auf die Partie.

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Werder Bremen gegen 1. FC Köln
Werder Bremen gegen 1. FC Köln © Gumz
Milos Veljkovic schießt Werder in der 33. Minute mit 1:0 in Führung.
Milos Veljkovic schießt Werder in der 33. Minute mit 1:0 in Führung. © nordphoto
Werder Bremen gegen 1. FC Köln
Werder Bremen gegen 1. FC Köln © Gumz
Werder Bremen gegen 1. FC Köln
Werder Bremen gegen 1. FC Köln © Gumz
Werder Bremen gegen 1. FC Köln
Werder Bremen gegen 1. FC Köln © Gumz
Rashica schießt Werder in der 58. Minute zur 2:1 Führung.
Rashica schießt Werder in der 58. Minute zur 2:1 Führung. © Gumz
Werder Bremen gegen 1. FC Köln
Werder Bremen gegen 1. FC Köln © Gumz
Werder Bremen gegen 1. FC Köln
Werder Bremen gegen 1. FC Köln © Gumz
Maximilian Eggestein macht in der 89. Minute mit dem 3:1 den Deckel drauf.
Maximilian Eggestein macht in der 89. Minute mit dem 3:1 den Deckel drauf. © nordphoto

Allerdings brauchte er wie alle anderen auch, um zur Sicherheit zu finden. Die erste halbe Stunde war auf Bremer Seite von vielen Fehlpässen und Missverständnissen geprägt. Wenn nicht gerade Rashica oder Florian Kainz, der ebenfalls in die Startelf zurückgekehrt war, zu einem Dribbling ansetzten, passierte so gut wie nichts. Weder bei den Bremern noch bei den Kölnern, bei denen Werder-Legende Pizarro in der Anfangself stand, lief wirklich etwas nach vorne. Der Kampf um den Klassenerhalt war ein Langweiler. Bis zum ersten Torschuss durch Max Kruse (29.), danach kam Leben in die Partie.

Auch wegen Rashica. Sein Dribbling und sein Abschluss brachten den zweiten Eckball der Partie – und der wiederum brachte die Führung für Werder. Kapitän Zlatko Junuzovic, nach einem Spiel auf der Bank wieder erste Wahl, schickte den Ball in die Mitte, wo Thomas Delaney den Platz für Milos Veljkovic frei-sperrte. Der Innenverteidiger hielt den rechten Fuß hin und traf direkt – es war sein erstes Bundesliga-Tor (33.). Kurios daran: Am Spieltag zuvor hatte Veljkovic vor dem Anschlusstreffer zum 1:2 gegen Mönchengladbach (Endstand 2:2) bei einem Eckball für Delaney geblockt. Jetzt ging es andersherum, und es lässt sich feststellen: Da steckt System hinter. Für Werder war es bereits der achte Saisontreffer nach einem Eckball.

Milos Veljkovic freut sich über seinen ersten Bundesliga-Treffer für Werder Bremen.

Die Führung tat Werder gut. Rashica hätte, nachdem Kruse ihn perfekt in Szene gesetzt hatte, sogar auf 2:0 erhöhen müssen. Nach einem der für ihn typischen Haken hatte der 21-Jährige freie Schussbahn, der Abschluss misslang aber völlig (44.). Die Gäste aus Köln reagierten in der Pause auf den Rückstand mit frischem Personal. In Leonardo Bittencourt und Salih Özcan kamen Offensivkräfte, Stürmer Simon Terodde und Verteidiger Frederik Sörensen gingen. Der erhoffte Effekt stellte sich sofort ein. Der FC machte Druck, und der FC machte den Ausgleich! Pizarro setzte Yuya Osako in Szene, der Japaner traf – von Delaney nicht energisch gestört – zum 1:1 (53.). Wenig später suchte Osako Pizarro, doch der Mann, der in seiner Karriere 104 Tore für den SV Werder erzielt hat, fehlte das Tempo, um den Pass zu erreichen.

Die Aktion zeigte freilich, dass Köln am Drücker war. Wenig später zeigte sich aber auch, weshalb das Team am Tabellenende steht. Denn der FC lud Werder zu einem Konter ein, den die Bremer dann perfekt spielten. Kainz schickte Rashica mit einem optimal getimten Pass in die Tiefe, und der 7,5-Millionen-Euro-Einkauf spitzelte den Ball ganz frech an Köln-Keeper Timo Horn vorbei über die Linie (58.). Erneute Führung Werder, grenzenlose Freude bei Milot Rashica über seinen ersten Treffer im Werder-Trikot. Was dem Tor noch eine besondere Note gab: Rashica sollte als Reaktion auf den Kölner Druck bereits ausgewechselt werden. Schließlich war er aber schneller als die Auswechseltafel. Acht Minuten später musste Rashica dann aber doch raus – begleitet vom Applaus der 41.000 Zuschauer im Weserstadion. Für ihn kam Ishak Belfodil.

Pizarro vergibt Riesenchance zum Ausgleich

Werder musste sich in der Folge aber immer mehr immer verzweifelteren Kölner Angriffen erwehren. In Minute 76 ereignete sich eine Szene, über die speziell Claudio Pizarro wird sprechen müssen. Nach Flanke von Marcel Risse kam er frei zum Kopfball, platzierte den Ball aber knapp neben den Bremer Kasten. In 99 von 100 Fällen trifft der 39-Jährige in solchen Fällen – am Montag nicht. Dass die Bremer Fans Pizarro-Sprechchöre anstimmten, wäre in jedem anderen Stadion als Hohn durchgegangen, in Bremen war es aber Trost und Anerkennung der Fans für einen, der lange zu ihnen gehört hatte.

Nach einem erneuten Konter machte dann Eggestein mit dem Tor in der Schlussminute alles klar. Nach 13,4 gelaufenen Kilometer hatte er noch die Kraft für den entscheidenden Sprint.

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Bremer Fan-Proteste gegen Montagsspiele

Fan-Proteste gegen Montagsspiele
Rund um das Werder-Spiel gegen den 1. FC Köln protestieren Bremer Fans mit Bannern gegen Montagsspiele in der Bundesliga. © gumzmedia
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Rund um das Werder-Spiel gegen den 1. FC Köln protestieren Bremer Fans mit Bannern gegen Montagsspiele in der Bundesliga. © gumzmedia
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Rund um das Werder-Spiel gegen den 1. FC Köln protestieren Bremer Fans mit Bannern gegen Montagsspiele in der Bundesliga. © nordphoto
Fan-Proteste gegen Montagsspiele
Rund um das Werder-Spiel gegen den 1. FC Köln protestieren Bremer Fans mit Bannern gegen Montagsspiele in der Bundesliga. © gumzmedia
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Rund um das Werder-Spiel gegen den 1. FC Köln protestieren Bremer Fans mit Bannern gegen Montagsspiele in der Bundesliga. © gumzmedia
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Rund um das Werder-Spiel gegen den 1. FC Köln protestieren Bremer Fans mit Bannern gegen Montagsspiele in der Bundesliga. © nordphoto
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Rund um das Werder-Spiel gegen den 1. FC Köln protestieren Bremer Fans mit Bannern gegen Montagsspiele in der Bundesliga. © Cottäus
GER, 1. FBL, 26. Spieltag, SV Werder Bremen vs 1. FC Köln / Koeln
GER, 1. FBL, 26. Spieltag, SV Werder Bremen vs 1. FC Köln / Koeln © gumzmedia
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