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Lukasz Piszczek (l.) schoss das 2:1 für Borussia Dortmund gegen Felix Wiedwald und Werder Bremen.

Werder verliert 1:2 gegen Dortmund

Rot für Drobny und andere Dummheiten

Bremen - Von Carsten Sander. Spiel verloren, Jaroslav Drobny verloren – der SV Werder hat den Start ins neue Bundesliga-Jahr verbockt. Gegen Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund kassierten die Bremer eine 1:2 (0:1)-Heimniederlage.

Damit beendet die Mannschaft von Trainer Alexander Nouri die Hinrunde als Tabellen-15.. Für Dortmund erzielten Andre Schürrle (5.) und Lukasz Piszczek (71.) die Tore. Fin Bartels hatte für die lange in Unterzahl spielenden Gastgeber den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt (59.). Werder-Torhüter Jaroslav Drobny hatte wegen einer Kombination aus Notbremse und rohen Spiels gegen Marco Reus völlig zurecht die Rote Karte gesehen (39.)

Das Fußballjahr 2017 war gerade einmal fünf Minuten alt, als Werder Bremen den ersten Rückschlag zu verkraften hatte. Der Grund dafür hieß Serge Gnabry. Der große Bremer Hoffnungsträger hatte beim Versuch, nach einem BVB-Einwurf weit vor dem Bremer Tor zu klären, eine verhängnisvolle Entscheidung getroffen. Gnabry spielte den Ball – weshalb auch immer – Richtung eigenen Sechzehner. Dumm nur, dass dort Schürrle stand, den Ball aufnahm, Drobny locker umkurvte und traf. 0:1 – Werder stand sofort unter Druck.

Und hatte schwer mit sich zu kämpfen. Die von Coach Alexander Nouri aufgebotene Dreierkette – bestehend aus Robert Bauer, Lamine Sane und Niklas Moisander – fand zunächst überhaupt nicht zur Stabilität. Bauer musste in höchster Not vor Marco Reus retten (6.), Schürrle vergab im Fallen (11.) und mit einem Kopfball (15.) das mögliche 0:2. Das Bremer Spiel bestand in dieser Phase fast ausschließlich aus Fehlern und hilflosen langen Bällen nach vorne.

Thomas Delaney mit guter Leistung beim Bundesliga-Debüt

Doch es wurde besser. Thomas Delaney, der bei seinem Debüt im Werder-Trikot eine gute Leistung im defensiven Mittelfeld zeigte, leitete nach 18 Minuten den ersten wirklichen Spielzug der Grün-Weißen ein. Von dem Dänen wanderte der Ball über den ins Mittelfeld vorgezogenen Santiago Garcia zu Max Kruse und weiter zu Bartels. Dessen Schuss aus halbrechter Position war für Roman Weidenfeller im BVB-Tor keine sonderlich große Herausforderung (18.). Wenig später verließ Gnabry das Feld. Angeblich, weil er angeschlagen war. Allerdings wäre der 21-Jährige auch aus Leistungsgründen ein Wechselkandidat gewesen.

Für Gnabry kam Milos Veljkovic, der in der 39. Minute eine entscheidende Rolle bei der tölpelhaftesten und auch brutalsten Aktion spielte. Weil Veljkovic bei einem langen Ball auf Reus das Abseits aufhob, musste Drobny aus dem Tor. Doch der Tscheche kam einerseits viel zu spät, und packte andererseit den Tim-Wiese-Gedächtnissprung aus. Per Kung-Fu-Tritt traf er Reus an der Hüfte – dass Schiedsrichter Daniel Seibert dafür Rot zückte, war nur logisch. Drobny droht nun eine Sperre von zwei oder drei Spielen.

Schürrle und Piszczek stechen Bartels aus

Werder Bremen vs Borussia Dortmund
Fünf Minuten waren noch nicht mal auf der Uhr gespielt, da fiel schon der erste Treffer. Werders Serge Gnabry patzte, Andre Schürrle traf zur 1:0-Führung für Borussia Dortmund. © nordphoto
Serge Gnabry
Nach 27. musste Gnarby vom Platz. Schon vor dem Spiel klagte der Offensivspieler offenbar über Übelkeit. © nordphoto
Clemens Fritz
Bremen fand in den ersten 30 Minuten nicht ins Spiel, der BVB dominierte das Match klar. © nordphoto
Max Kruse
In der Offensive ging bei den Bremern kaum etwas. Von Max Kruse und Claudio Pizarro kam zu wenig. © nordphoto
Thomas Delaney
Einzig Winter-Einkauf Thomas Delaney zeigte bei seinem Debüt in grün-weiß von Beginn an, was er auf dem Kasten hat. © nordphoto
Jaroslav Drobny
Zu einem Zeitpunkt, zu dem Werder auf den Ausgleich drückte, sah Werder-Schlussmann Jaroslav Drobny die Rote Karte wegen Notbremse gegen Marco Reus (39.). © nordphoto
Marco Reus
Der Dormunder Flügelflitzer musste an diesem Tag ordentlich was einstecken. © nordphoto
Thomas Delaney
In der zweiten Halbzeit spielten die Bremer weiter mutig nach vorne – und belohnten sich. © nordphoto
Fin Bartels
Fin Bartels setzte sich nach einem verlängerten Kopfball von Clemens Fritz fein vor dem Sechzehner durch und netzte zum 1:1 (59.)... © nordphoto
Fin Bartels
...und bejubelte seinen dritten Saisontreffer. Die Freude hielt jedoch nicht lange. © nordphoto
Felix Wiedwald
Lukasz Piszczek sorgte mit seinem Tor in der 71. Minute für den 2:1-Sieg der Dortmunder. © nordphoto

Für den 37-Jährigen rückte Felix Wiedwald zwischen die Pfosten – zum dritten Mal in dieser Saison ist er nun wieder die Nummer eins. Dabei wäre er von Nouri gerade beinahe noch zu Gunsten von U23-Keeper Michael Zetterer zur Nummer drei degradiert worden.

In Unterzahl zeigten die Gastgeber vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion eine tadellose Moral, und als Clemens Fritz Sekunden vor der Pause aus 16 Metern abzog, fehlten nur Millimeter zum 1:1. Der Ball klatschte an die Unterkante der Latte und sprang knapp vor der Torlinie wieder auf.

Werder schlägt sich mit eigenen Fehlern selbst

Der Ausgleich war es zwar nicht, aber ein Mutmacher. Werder suchte in Hälfte zwei weiter den Weg nach vorne, den Fin Bartels nach 59 Minuten auch fand. Nach einer Kopfballverlängerung von Fritz tunnelte er zunächst Dortmund-Verteidiger Matthias Ginter, lief dann Sokratis sowie Gonzalo Castro davon und schob gekonnt ein. Das Stadion tobte jetzt, witterte die Chance auf mehr.

Aber die Chancen hatte Dortmund. Lukasz Piszczek nutzte eine davon zum 1:2. Und wieder fiel der Treffer, weil ein Bremer nicht auf Abseits gespielt hatte. Lamine Sane hatte geschlafen, so dass der Dortmunder Rechtsverteidiger einen abgefälschten Ball über Wiedwald ins Netz heben durfte (71.). Auf den erneuten Rückstand reagierte Werder zwar mit wütenden Angriffen, kam aber nicht mehr zu zwingenden Möglichkeiten. Sane hätte mit einer missratenen Kopfballrückgabe um ein Haar noch das 1:3 eingeleitet.

Fazit: Werder hatte schwach begonnen, Werder schlug sich mit eigenen Fehler einmal mehr selbst, Werder hat aber auch gezeigt, dass die Mannschaft Charakter besitzt.

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