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Fin Bartels will sich mit Werder den großen Favoriten aus Dortmund (hier Marco Reus) vom Leib halten.

"Ärmel hoch und los!"

Knackige Gegner, knackige Sätze: Werder mit "richtig Bock" gegen den BVB

Bremen - Von Carsten Sander und Björn Knips. Die Bundesliga beginnt wieder - und zwar für Werder richtig knackig gegen Dortmund und Bayern. Die Bremer gehen's aber an mit Mut und Lust.

Bisher hat man es nicht gewusst, und doch scheint es so zu sein: Frank Baumann hat eine masochistische Ader, eine fußball-masochistische. Denn der Werder-Geschäftsführer sagt über das Bremer Auftaktprogramm nach der Winterpause, dass jetzt die „schönsten Spiele der Saison“ auf die Mannschaft warten. Nun ist es aber so, dass nacheinander Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr) und Bayern München (28. Januar, 15.30 Uhr) ins Weserstadion kommen – und gegen diese beiden Teams hat Werder in den vergangenen fünf Jahren so gut wie nichts geholt. Ein 2:1-Sieg über den BVB – mehr war nicht drin. Ansonsten hagelte es Gegentore und Niederlagen. Die Bilanz aus zehn Spielen gegen die Borussia und zehn Spielen gegen die Bayern: drei Punkte und 13:70 Gegentore. Die schönsten Spiele? Au weia!

Und doch bleibt Baumann dabei. Erst Borussia Dortmund und dann Bayern München zu empfangen, die beiden prägendsten Teams der jüngeren Bundesliga-Geschichte, sei großartig. „Ganz Deutschland guckt auf diese Spiele gegen die Top-Clubs, alle sind heiß auf Fußball. Und wir müssen zeigen, dass wir richtig Bock haben auf diese Duelle.“

Es ist ein knackiger Satz vor dem knackigen Auftakt, Aber Ähnliches war schon zu Saisonbeginn vor dem Start bei den Bayern zu hören. Damals war es im Eröffnungsspiel der Liga die halbe Welt und nicht nur ganz Deutschland, die sehen sollte, dass Werder sich wehren kann. Das Ergebnis: 0:6, eine Mega-Blamage. Richtig Bock hatte Werder in der Partie nicht.

Nun geht mit dem Spiel gegen Borussia Dortmund, den Vize-Meister und aktuellen Tabellensechsten das Jahr los und die Hinserie zu Ende – zum ersten Mal in der Bundesliga-Historie ist das so. Für Werder ist das allerdings total egal – Hauptsache, das Team knüpft an die Leistungen der letzten Partien des alten Jahres an. Fünfmal in Folge blieben die Bremer ungeschlagen. Beflügelt von dieser kleinen Serie und gestärkt durch die Vorbereitung werden die Bremer versuchen, erst gegen den BVB und dann gegen Bayern München zu bestehen. Bartels: „Klar ist: Wir wittern unsere Chance. Warum sollen wir nicht punkten?“

So denkt auch Nouri und sagt mit Nachdruck: „Wir sind bereit.“ Und fit. „In jedem physischen Aspekt auf sehr gutem Niveau“ sei das Team, so der Coach. Das Thema der mangelnden körperlichen Fitness habe sich mit der Wintervorbereitung erledigt, meint der 37-Jährige und schickt sein Team am Samstag mit einer klaren Vorgabe auf den Platz: „Wichtig ist, dass jeder das Vertrauen in sich selbst und in seine Kollegen hat. Wir müssen Geschlossenheit mit Mut verbinden und wieder das anbieten, was wir vor der Winterpause gezeigt haben. Stabil sein und einen großen Aufwand betreiben.“

Bartels: "Die Lockerheit bei uns ist da"

Inhaltlich ist das, was Alexander Nouri und Fin Bartels vor dem Wiederbeginn der Liga zu sagen haben, ziemlich genau das, was sie auch vor allen anderen Spielen gesagt hätten und haben. Der Unterschied ist, dass sie mittlerweile überzeugter und auch ein bisschen überzeugender wirken, als noch vor der Fünfmal-ungeschlagen-Serie.

Trotz der zeitlichen Distanz von viereinhalb Wochen seit dem letzten Pflichtspiel und einer Vorbereitung ohne Testspielsieg „ziehen wir da noch Selbstvertrauen raus, die Serie ist immer noch hilfreich. Die Lockerheit bei uns ist da, der Spaß am Fußball auch“, meint Fin Bartels und fordert: „Aber jetzt kommt für uns der Punkt, dass wir es auch wieder auf den Platz bringen müssen.“ Wie? Die Antwort darauf fällt dem 29-Jährigen leicht: „Ärmel hoch und los.“

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