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Einer der seltenen Momente in dieser Saison, in denen es für Darmstadt 98 etwas zu lachen gab: Torsten Frings feiert mit seinen Spielern beim 2:1-Sieg gegen Dortmund.

Vor dem 23. Spieltag

Darmstadt 98 im Schnellcheck

Bremen – Das nächste Kellerduell für Werder Bremen, aber diesmal als Favorit: Der Tabellen-15. empfängt mit zehn Punkten Vorsprung das Schlusslicht Darmstadt 98. Der Gegner im Schnellcheck.

Aktuelle Form 

Zwölf Punkte nach 22. Spieltagen – noch kein Verein hat mit einer solch desaströsen Bilanz den Abstieg aus der Bundesliga verhindert. Und ein wirklicher Positiv-Trend ist bei Darmstadt 98 nicht zu erkennen: Der Tabellenletzte hat vier der vergangenen fünf Spiele verloren. Von Aufgeben ist aber (noch) keine Rede beim SV Darmstadt 98. Eine richtige Klatsche setzte es in den vergangenen Spielen lediglich beim 1:6 am 18. Spieltag zu Hause gegen den 1. FC Köln, ansonsten wehrte sich das Team nach Kräften.

Am letzten Spieltag verloren die Kicker vom Böllenfalltor trotz Führung gegen den FC Augsburg durch ein Tor kurz vor Schluss noch mit 1:2. Gegen aktuelle Spitzenteams wie Eintracht Frankfurt und die TSG 1899 Hoffenheim verloren die Darmstädter mit jeweils 0:2 relativ knapp. 

Immerhin einen beachtenswerten 2:1-Überraschungs-Sieg feierte die Mannschaft von Trainer Torsten Frings am 20. Spieltag gegen Borussia Dortmund. Auch wenn zum Teil die spielerischen Mittel fehlten, stimmten Einstellung und Einsatz. Jetzt zählt es allerdings für die „Lilien“, endlich einmal wieder die dringend benötigten Punkte einzufahren, um nicht einzugehen wie eine Primel.

Star der Mannschaft 

Im Kader stehen mit Aytac Sulu und den bundesligaerfahrenen Peter Niemeyer, Jan Rosenthal, Marcel Heller und Sidney Sam zwar einige gestandene Spieler, der Star der Mannschaft ist allerdings eindeutig Winter-Neuzugang Hamit Altintop. Der türkische Nationalspieler lief für Schalke 04, Bayern München, Real Madrid und Galatasaray Istanbul unter anderem in 41 Champions-League-Spielen auf und wurde 2008 sogar in das UEFA-All-Star-Team der Fußball-Europameisterschaft berufen. Das ist lange her, aber mit seinen 34 Jahren und seiner internationalen Klasse hat sich Altintop sofort als Führungsspieler der „Lilien“ etabliert. Er lenkt im defensiven Mittelfeld das Spiel beim SVD 98.

Der Trainer 

Auf der Trainerbank sitzt seit dem Jahreswechsel ein alter Bremer Bekannter, der nach seinem Rauswurf bei Werder erstmals wieder ins Weserstadion zurückkehrt: Torsten Frings übernahm in der Winterpause seinen ersten Posten als Cheftrainer. Zuvor hatte der Bremer Publikumsliebling Erfahrungen als Co-Trainer von Viktor Skripnik bei Werder gesammelt, bis Geschäftsführer Frank Baumann das Duo am 18. September 2016 von seinen Aufgaben entband. 

Frings' bisherige Bilanz als Cheftrainer liest sich derweil nicht besonders gut: In den sechs Spielen unter seiner Regie setzte es vier Niederlagen bei einem Sieg und einem Unentschieden. In seiner Amtszeit tritt die Mannschaft bisher im 4-5-1-System mit zwei Sechsern und zwei schnellen, offensiven Außen (Heller, Sam) auf. Dabei legt Frings viel Wert auf die Defensive, viele Zweikämpfe und gefährliche Standards.

Torsten Frings - Eine Legende bei Werder Bremen

Verletzte und gesperrte Spieler 

Bittere Kurz-vor-knapp-Verletzung: Torwart Michael Esser fällt bei Darmstadt länger aus. Am Donnerstag zog er sich im Training einen Muskelbündelriss im rechten, hinteren Oberschenkel zu. Mit Rosenthal (Reizung am Muskelansatz im Oberschenkel), Sam (Rückenbeschwerden) und Altintop (muskuläre Probleme am Knie) sind außerdem drei weitere wichtige Spieler für Samstag fraglich. Trainer Torsten Frings hofft allerdings auf ihre schnelle Genesung und will sich die Option, sie spielen zu lassen, notfalls bis zur letzten Sekunde offen halten. Nicht im Kader stehen außerdem Denys Oliinyk (Meniskus-OP) und Felix Platte (Trainingsrückstand).

So lief das Spiel der Hinrunde 2016/17 

Im zweiten Pflichtspiel unter Trainer Alexander Nouri holte Werder einen verdienten Punkt in Darmstadt. In Halbzeit eins passierte aus dem Spiel heraus relativ wenig, weil beide Teams um eine gute Defensive bemüht waren. So fiel das 1:0 für die Gastgeber durch einen Foulelmeter von Antonio-Mirko Colak (17.), den Theodor Gebre Selassie verursacht hatte. In der zweiten Halbzeit steigerte sich Werder und schnupperte schon am Auswärtssieg, nachdem Lamine Sane (51.) und Serge Gnabry (67.) das Spiel gedreht hatten. Colak hatte aber etwas dagegen und traf noch zum 2:2-Ausgleich (73.).

Statistik 

Besonders in der Bundesliga hat Darmstadt gegen Werder keine allzu schlechte Bilanz. Während es im DFB-Pokal bei drei Aufeinandertreffen Anfang und Mitte der 80er-Jahre drei Bremer Siege gab, liegen die Darmstädter in den Bundesliga-Vergleichen mit zwei Siegen, vier Unentschieden und nur einer Niederlage sogar vorne.

Seit dem Darmstädter Aufstieg vor zwei Jahren standen sich die beiden Teams bisher drei Mal gegenüber – Werder konnte keines der Spiele gewinnen. 2015/16 besiegten die Kicker vom Böllenfalltor die Bremer zu Hause mit 2:1, im Rückspiel trennten sich die Teams mit einem 2:2-Unentschieden. Das gleiche Ergebnis stand auch im Hinspiel in dieser Saison zu Buche. In der jüngeren Vergangenheit gab es für die „Lilien“ gegen Bremen also immer etwas zu holen.

Allerdings sprechen die meisten aktuellen Zahlen gegen einen Erfolg von Darmstadt, allem voran die katastrophale Auswärtsbilanz in dieser Saison. So konnte die Frings-Elf bisher noch keinen einzigen Punkt auf fremden Plätzen einfahren. Mit 15 erzielten Toren stellen die Darmstädter außerdem den mit Abstand schwächsten Angriff der Liga. Auch die Abwehr macht einen alles andere als sattelfesten Eindruck. Ohne die 0:8-Niederlage des HSV gegen den FC Bayern in der vergangenen Woche würde Darmstadt mit 43 Gegentoren – gleichauf mit Bremen – auch in dieser Statistik die rote Laterne tragen.

Frings' Leistungsträger

Die Duelle in Zahlen:

Heimbilanz: 3 S, 2 U, 0 N – 19:6 Tore

Gesamtbilanz: 4 S, 4 U, 2 N – 26:15 Tore

fmi

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