+
Max Kruse hat Werder mit einem Doppelpack gegen Darmstadt 98 zum Sieg geschossen.

Dritter Sieg in Serie

Retter Max Kruse! Werder gewinnt 2:0 gegen Darmstadt

Bremen - Von Maik Hanke. Max Kruse rettet Werder! Dank eines Doppelpacks des Stürmers haben die Bremer das so wichtige Keller-Duell gegen Darmstadt 98 mit 2:0 (0:0) gewonnen.

"Torsten Frings wird alles Mögliche versuchen, uns ein Bein zu stellen", redete Werder-Kapitän Clemens Fritz seinen Mitspielern schon Tage vor dem Spiel ins Gewissen - und beinahe wäre Werder gegen den Tabellenletzten trotzdem krachend auf die Klappe geflogen. Wenn da nicht Max Kruse gewesen wäre! Dank zweier Tore des Stürmers (75., 90.+1) sicherte sich Werder drei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt, überholte den VfL Wolfsburg in der Tabelle und verbesserte sich auf Platz 14.

Für den ersten Heimsieg im Jahr 2017 zahlte Werder aber einen hohen Preis: Schon in der ersten Hälfte musste mit Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz gleich das gesamte defensive Mittelfeld verletzt ausgewechselt werden. Bei beiden sieht es nach einer Pause aus.

Beinahe wäre es für Werder komplett ein Tag zum Vergessen gewesen. Bei der Rückkehr nach Bremen von "Lilien"-Coach Torsten Frings, der das Weserstadion fast 20 Jahre sein Wohnzimmer nannte und seit dem Jahreswechsel Cheftrainer beim Tabellenletzten ist, lieferte Werder in der ersten Hälfte den schlechtesten Auftritt seit langer Zeit.

Vollgas-Start von Darmstadt erwischt Werder kalt

Dabei wollte Werder eigentlich auf die Abteilung Attacke setzen. Trainer Alexander Nouri beförderte Claudio Pizarro wieder in die Sturmspitze neben Max Kruse. Serge Gnabry rückte auf die linke Außenbahn, Zlatko Junuzovic ersetzte Maximilian Eggestein im zentralen Mittelfeld neben Kapitän Clemens Fritz, der nach seiner Gelbsperre wieder in die Startelf rückte.

Attacke machte aber nicht Werder, sondern der Tabellenletzte aus Darmstadt, der schon in der Anfangsphase hätte mit 2:0 führen können - oder müssen. Nach einer Ecke von Mario Vrancic köpfte Aytac Sulu aus fünf Metern, Werder-Schlussmann Felix Wiedwald lenkte den Ball mit einem Weltklasse-Reflex mit einer Hand über die Latte (3.). Der zuletzt starke Wiedwald rechtfertigte damit schon früh seinen Vorzug vor Jaroslav Drobny. Nur fünf Minuten später wäre aber auch Wiedwald machtlos gewesen: Diesmal war es Antonio-Mirko Colak mit dem Kopfball, der an den Pfosten tropfte (8.).

Zwei Verletzungen "krönen" desolate erste Hälfte

Auch danach sahen die 42.100 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion ein Spiel, das die Vorzeichen des Spiels völlig umkehrte: Darmstadt machte das Spiel, hatte fast zwei Drittel Ballbesitz. Werder war völlig überfordert, reagierte lediglich, Konter blieben in Ansätzen stecken. Bis Ende der ersten Hälfte sollten die Statistiker zehn Torschüsse für Darmstadt notieren, nur zwei für Werder.

Und dann wurde es für Werder extrem bitter: Innerhalb von wenigen Minuten verloren die Grün-Weißen ihr gesamtes zentrales Mittelfeld. Erst zeigte Zlatko Junuzovic an, dass es für ihn nicht mehr weitergeht. Der Österreicher hatte sich in der Anfangsphase verletzt, musste mit Rückenproblemen runter (31.). Fünf Minuten später erwischte es Nebenmann Clemens Fritz. Im Zweikampf mit Jerome Gondorf blieb der Leader mit dem rechten Fuß im Rasen hängen und humpelte vom Feld. Maximilian Eggestein und Florian Grillitsch kamen bei Werder, die mit Thomas Delaney und Philipp Bargfrede schon auf zwei defensive Mittelfeldspieler verzichten müssen.

Max Kruse verwandelt Elfmeter zum erlösenden 1:0

Werder konnte froh sein, mit einem 0:0 in die Pause zu gehen. Dort dürfte der sonst so besonnene Alexander Nouri seiner Mannschaft wohl ordentlich den Kopf gewaschen haben. Denn zu Beginn der zweiten Hälfte kopierte Werder den Vollgas-Start, den Darmstadt in der ersten Hälfte hingelegt hatte. Nach präziser Flanke von Max Kruse rauschte Claudio Pizarros Flugkopfball aus fünf Metern nur knapp am Kasten von Daniel Heuer Fernandes vorbei (47.).

Das war der Auftakt für eine Reihe von Chancen im Minutentakt. Erst erwischte Theodor Gebre Selassie den Ball aus kürzester Distanz mit dem Kopf nicht richtig (51.), dann scheiterte Serge Gnabry mit einem überlegten Schuss am stark reagierenden Darmstadt-Keeper (57.).

Mitte der zweiten Hälfte entwickelte sich ein völlig offenes Spiel - mit dem besseren Ende für die Bremer. Aytac Sulu fällte Claudio Pizarro im Strafraum, Schiedsrichter Guido Winkmann zeigte zurecht auf den Punkt. Max Kruse trat an, verwandelte und stieß das Bremer Weserstadion in einen Freudentaumel (75.). Darmstadt rannte in der Schlussphase an, aber sollte nicht mehr treffen. Stattdessen schloss Kruse in der Nachspielzeit einen Bremer Konter zum 2:0 ab (90.+1). Das 2:0 gegen Darmstadt bedeutete den dritten Werder-Sieg in Serie.

Dritter Sieg in Folge: Werder feiert dank Kruse

Auch interessant

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare