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Claudio Pizarro hatte die große Chance zum Siegtreffer, aber vergab.

Bremen unterliegt Eintracht Frankfurt mit 1:2

Trotz Führung und Doppel-Comeback: Werder verliert durch Last-Minute-Tor

Bremen - Von Maik Hanke. Ganz bitteres Ende eines Spiels, in dem viel mehr drin gewesen wäre: Wegen eines Gegentors in der 90. Minute hat Werder Bremen mit 1:2 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt verloren.

Es ist die vierte Niederlage für die Grün-Weißen in Folge. Dabei hatten sie zur Pause mit 1:0 in Führung gelegen. Beim Startelf-Comeback von Claudio Pizarro und Max Kruse hatte Florian Grillitsch sehenswert das 1:0 erzielt (38.). Kurz nach dem Seitenwechsel glichen die Frankfurter durch den eingewechselten Alexander Meier zunächst aus (52.), Youngstar Aymen Barkok traf bei seinem Bundesliga-Debüt in der letzten Minute der regulären Spielzeit zum 2:1-Knockout. Bei Werder Bremen hatte in der 72. Minute Philipp Bargfrede sein Comeback gegeben.

Nach drei 1:3-Pleiten in Folge und dem Absturz auf den Relegationsplatz baute Werder-Trainer Alexander Nouri auf neue Impulse durch die Rückkehrer: Claudio Pizarro und Max Kruse standen nach ihren langen Verletzungen erstmals in dieser Saison in der Startelf und bildeten eine Doppelspitze. Philipp Bargfrede nahm zunächst auf der Bank Platz. In der Innenverteidigung ersetzte Milos Veljkovic den verletzten Lamine Sane. Erneut nicht im Kader standen Aron Johannsson, Thanos Petsos und Florian Kainz.

41.000 Zuschauer im Bremer Weserstadion sahen eine ausgeglichene erste Halbzeit. Werder und Frankfurt kämpften vor allem im Mittelfeld um den Ball, Strafraum-Szenen waren zunächst Mangelware. Stattdessen versuchten es beide Mannschaften mit Weitschüssen: David Abraham (5.) und Marco Fabian (17.) prüften ihren ehemaligen Mannschaftskameraden Felix Wiedwald im Tor. Max Kruses Schuss (11.) ließ Frankfurts Lukas Hradecky nach vorne prallen, der nachgerückte Zlatko Junuzovic verpasste aber den direkten Abschluss - die Chance war dahin.

Grillitsch trifft sehenswert zur 1:0-Pausenführung

Nach gut einer halben Stunde wurde Werder stärker und kam zu Chancen. Serge Gnabry nahm 20 Meter vor dem Tor einen hohen Ball an, drehte sich um Gegenspieler Bastian Oczipka, sein Volley ging aber knapp über das Tor (34.). Nur zwei Minuten später: Pizarro flankte mit viel Auge auf den zweiten Pfosten zu Kruse, der aber den Ball per Kopf über das Tor setzte, statt noch einmal quer zu spielen (36.).

Wiederum nur zwei Minuten danach schossen die Bremer sehenswert das 1:0. Niklas Moisander spielte noch aus der eigenen Hälfte einen langen Ball in die Schnittstelle der Frankfurter Abwehr auf Florian Grillitsch, den die Frankfurter überhaupt nicht auf dem Zettel hatten. Der zuletzt viel kritisierte Österreicher nahm den Ball stark an und schoss aus 14 Metern in den linken Winkel (38.). Die 1:0-Führung brachte Werder in die Halbzeitpause.

Bundesliga-Debütant schockt Werder in der 90. Minute

Die zweite Hälfte begann furios. Beide Teams erspielten sich Chancen im Minutentakt - und Frankfurt glich aus. Ein abgefälschter Pass rutschte auf den gerade erst eingewechselten Alexander Meier durch, und der schob den Ball an Wiedwald vorbei ins Tor (52.). Frankfurt wurde in der Folge stärker. Immer wieder sorgte Meier für mächtig Unruhe im Bremer Strafraum. So klärte nach einem Versuch von Branimir Hrgota Theodor Gebre Selassie nur Zentimeter vor der Torlinie und dem einschussbereiten Meier (66.).

Dann war es ein offenes Spiel. Auch Werder hatte noch die Chance zum Siegtreffer: Nach einem Fehlpass von Torwart Hradecky ließ Kruse einen Pass des mittlerweile eingewechselten Bargfrede durch, den Schuss des völlig frei stehenden Pizarro lenkte Hradecky aber noch mit den Fingerspitzen über das Tor (75.).

Als alles schon nach einer Punkteteilung aussah, schlug Frankfurt noch einmal zu. Kruse verlor den Ball an Oczipka, der auf den eingewechselten Aymen Barkok spielte. Der Bundesliga-Debütant vollstreckte mit einem schönen Schlenzer zum umjubelten 2:1-Siegtreffer. Die Bremer bleiben mit der Niederlage auf dem Relegationsrang, Frankfurt ist weiter Tabellensiebter. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) trifft Werder im Kellerduell auf Schlusslicht Hamburger SV.

Werder gibt Führung aus der Hand

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