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Alexander Nouri wirkte auf der Trainerbank am Ende des Spiels schwer angeschlagen. Die schwache Leistung seiner Mannschaft und die drei Augsburger Tore hatten auch dem Werder-Coach schwer zugesetzt.

Werder-Coach wird wohl entlassen

Ein Desaster für Nouri

Bremen - Das dürfte es für ihn endgültig gewesen sein: Mit großer Wahrscheinlichkeit wird Alexander Nouri im Laufe des Montags als Werder-Trainer entlassen.

Ich kann ihm keine Jobgarantie mehr geben“, sagte Werders Sportchef Frank Baumann am Sonntagabend. Kurz zuvor hatte er an seinem 42. Geburtstag einen desolaten Auftritt seines Teams mit ansehen müssen. Gegen den FC Augsburg verloren die Bremer vollkommen verdient mit 0:3 (0:2) und warten nun auch nach dem zehnten Spieltag weiterhin auf ihren ersten Saisonsieg. Noch am Abend trafen sich Aufsichtsrat und Geschäftsführung im Stadion zur Krisensitzung. Montag sollen die Gespräche fortgesetzt werden.

Und plötzlich: Stille. In einem voll besetzten Fußballstadion: Keine Anfeuerung, keine Pfiffe – einfach Stille. Wenn sich Resignation in einem Geräusch ausdrücken ließe, sie würde vermutlich wie dieses gedämpfte Rauschen klingen, das sich da am Sonntagnachmittag im Weserstadion breitmachte. 61. Minute: Augsburg erhöht durch Michael Gregoritsch auf 3:0, dann wird es für einen kurzen Augenblick gespenstisch ruhig. Der Tiefpunkt der Bremer Talfahrt ist in diesem Moment erreicht.

„Nouri raus“-Rufe im Weserstadion

Es folgen „Aufhören, Aufhören“-Rufe, am Ende – und das ist äußerst ungewöhnlich in Bremen – sogar Häme von den Rängen: „Oh, wie ist das schön!“ und „Deutscher Meister wird nur der SVW!“ Zwischendurch, vereinzelt nur und doch unüberhörbar, „Nouri raus“-Rufe. Eine Aufforderung der Fans, die Werder am Montag befolgen wird. Zu wenig erkennbar ist seit Wochen die sportliche Entwicklung der Mannschaft, zu schlecht nun die Leistung gegen Augsburg als dass Nouri am Freitag in Frankfurt eine weitere Chance bekommen dürfte. „Wir sind in einer sehr schwierigen Situation und werden unsere Lage intern analysieren“, sagte Baumann, der sich auch die Spieler zur Brust nahm: „Sie haben eine erschreckend schwache Leistung gezeigt. Das können wir so nicht akzeptieren.“

Nach dem 1:0-Pokalerfolg gegen Hoffenheim war in Bremen die Hoffnung groß gewesen, dass Werder mit neuem Selbstvertrauen in die so wichtige Partie gegen Augsburg gehen würde. Davon war auf dem Platz aber schnell nichts mehr zu sehen. Nouri war zum Spielsystem mit Dreierkette zurückgekehrt, auch die nominelle Aufstellung war um Startelf-Rückkehrer Max Kruse deutlich offensiver ausgerichtet. Augsburg genügten jedoch wenige Aktionen, um Werders Kartenhaus einstürzen zu lassen.

Nachdem Maximilian Eggestein (27.) und Kruse (36.) jeweils an FCA-Keeper Marvin Hitz gescheitert waren, entschieden die Gäste das Spiel per Doppelschlag noch vor der Pause. Erst traf Gregoritsch per Kopf zum 1:0 (40.), dann erhöhte Alfred Finnbogason per Elfmeter, den Niklas Moisander an ihm verursacht hatte, auf 2:0 (45.+1). „Da war uns klar, dass es ganz schwierig wird“, sagte Kapitän Zlatko Junuzovic. Zu Beginn des zweiten Durchgangs erwischten die Gastgeber zwar ihre beste Phase des Spiels – nach dem Augsburger 3:0 war es dann aber so, „als hätte jemand den Stecker gezogen“, wie Nouri nach dem Spiel festhielt. „Wir müssen uns heute bei jedem Fan einzeln entschuldigen“, sagte der Coach, „wir haben verdient verloren.“

Seine persönliche Zukunft kommentierte der 38-Jährige wie folgt: „Ich bin weiter mit voller Energie dabei und werde versuchen, das zu beinflussen, was ich beeinflussen kann, nämlich die Mannschaft bestmöglich auf das Frankfurt-Spiel vorzubereiten.“ Dazu wird Werder ihm aber keine Gelegenheit mehr lassen. Zwar sagte Baumann auch, dass es nicht ausgeschlossen sei, mit dem Trainer weiterzumachen, ansonsten rückte der Sportchef aber klar von seinem wichtigsten Angestellten ab: „Wenn wir davon überzeugt sind, dass Alex nicht mehr die beste Lösung ist und es ein anderer besser machen kann, dann sind wir auch bereit, die Konsequen zu ziehen.“

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