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Werder-Profi Gebre Selassie sichtlich frustriert nach der erneuten Pleite

Fehlstart in die neue Saison perfekt!

1:2 - Werder verliert auch gegen Augsburg

Bremen - Der SV Werder Bremen hat einen klassischen Fehlstart in die neue Saison hingelegt! Nach dem Pokalaus gegen Lotte und der Klatsche zum Bundesligaauftakt in München setzte es auch am zweiten Spieltag eine Niederlage. Gegen den FC Augsburg mussten sich die Grün-Weißen im heimischen Weserstadion 1:2 geschlagen geben.

Viel hatten sich die Bremer für das Spiel gegen Augsburg vorgenommen: Die Saison sollte für Werder praktisch noch einmal bei Null starten nach den Pleiten in Lotte und in München. Draus geworden ist nichts. Zum Heimauftakt setzte es eine 1:2 (1:0)-Niederlage. Aron Johannsson hatte die Grün-Weißen per Elfmeter zunächst in Führung gebracht (45.), nach dem Seitenwechsel drehten Jeffrey Gouweleeuw (52.) und Konstantinos Stafylidis (73.) die Partie zugunsten der Gäste.

„Wir stehen mit leeren Händen da, aber mit einem Gefühl, dass wir eine ordentliche Leistung gezeigt haben. Zwei Standardsituationen haben alles umgekippt. Die Mannschaft ist jetzt natürlich getroffen, aber wir werden uns weiter verbessern. Die Pfiffe und die jetzt folgenden Fragen sind teil des harten Geschäfts, wir werden definitiv nicht hektisch“, sagte Werder Coach Viktor Skripnik nach der Partie. 

Unter der Woche hatte der Ukrainer noch ein anderes Auftreten, eine andere Körpersprache von seinen Spielern als in den ersten beiden Saisonspielen gefordert. Zu sehen war gegen den FCA davon erst einmal nicht viel. Die Bremer standen in der Anfangsviertelstunde in der Defensive zwar stabil, nach vorne lief dafür aber wenig, bis gar nichts zusammen. Viele leichte Fehlpässe gepaart mit technischen Fehlern bei Ballannahme und Mitnahme verhinderten ein geordnetes Aufbau- und Angriffsspiel der Gastgeber. Die einzig nennenswerte Aktion resultierte aus einem Standard: Theodor Gebre Selassie kam nach einem Freistoß aus dem Halbfeld von Zlatko Junuzovic per Kopf zum Abschluss, setzte den Ball aber deutlich rechts am Kasten der Augsburger vorbei (15.).

Bei Gnabry blitzt Klasse auf – beim Rest nicht

Werder Bremen
Fel ix Wiedwald: Ihn bei den Gegentoren aus der Verantwortung zu nehmen, wäre grundlegend falsch. Das 1:1 wirkte keineswegs unhaltbar, der Freistoß zum 1:2 schlug im Torwarteck ein. Mitschuld Wiedwald? Nicht wegzureden. Stark allerdings bei einer Eins-gegen-eins-Situation gegen Ji. Note 4,5 © nordphoto
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Theodor Gebre Selassie: Zunächst aktiver als sonst, doch das legte sich alsbald. Gebre Selassies Zurückhaltung bewegte sich später in der Partie sogar am Rande der Tatenlosigkeit. Der Tscheche machte den Eindruck, als ob er den Ball am liebsten nicht haben wollte. Beim 1:1 war er es, der gepennt hatte. Note 5,5 © nordphoto
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Lamine Sane: Von dem, was er eigentlich sein soll für Werder, ist der Senegalese noch meilenweit entfernt. Statt Stabilität zu liefern, spielt er Pässe mit Harakiri-Charakter. Unnötig und im höchsten Maße ärgerlich das Foul an Finnbogason, das dem 1:2 voranging. Note 4,5 © nordphoto
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Luca Caldirola: Der Italiener durfte erstmals seit seiner Rückkehr aus Darmstadt in der Innenverteidigung ran, machte seine Sache aber eher schlecht. Einmal vermasselt er die Abseitsfalle, dann lässt er Gegenspieler Ji nach einem Einwurf einfach laufen. Und dann auch noch das: Mit Verdacht auf Wadenbeinbruch ging es für ihn ins Krankenhaus. Note 4,5 © nordphoto
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Robert Bauer (bis 79.): Der Neuzugang als Linksverteidiger – diese Position kennt der Rechtsfuß bestens, beim FC Ingolstadt hat er sie in der vergangenen Saison beinahe durchgängig bekleidet . Gestern kamen allerdings einige Mängel zum Vorschein – zum Beispiel im Aufbauspiel, aber auch im Umgang mit dem Ball. Stockfehler prägten sein Spiel. Note 5 © nordphoto
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Clemens Fritz: Der Kapitän begann unsicher und holte sich bei einem Foul nach Ballverlust eine frühe Gelbe Karte ab (10.). Fritz versuchte im Laufe des Spiels einiges, aber ihm fehlen schlussendlich die Mittel, um Werder auf Erfolgskurs zu bringen. Note 4,5 © nordphoto
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Florian Grillitsch (bis 82.): Hat er tatsächlich mitgespielt? Von Grillitsch war in 82 Minuten wenig bis gar nichts zu sehen – wenn doch, dann war es meistens nichts Gutes. Note 5 © nordphoto
GER, 1.FBL. Werder Bremen vs FC Augbsurg
Fin Bartels (Archivbild): Nicht zu fassen, was er aus der Riesenchance nach Gnabry-Vorbereitung machte. Freistehend ballerte Bartels den Ball in den Oberrang statt ins Tor (42.). Es war eine der sehr wenigen S zenen, in denen der 29-Jährige auffällig wurde. außerdem noch bei einem schönen Pass auf Gnabry (41.) und bei einem Flankenlauf über rechts. Mehr kam nicht. Note 4,5 © nordphoto
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Zlatko Junuzovic: Der Österreicher holte im Duell mit seinem Landsmann Martin Hinteregger clever den Elfmeter raus. Als Mann auf der „10“ blieb Junuzovic aber insgesamt blass. Note 4 © nordphoto
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Serge Gnabry: Der Olympia-Held war bei seinem Werder- und Bundesliga-Debüt erst nach 35 Minuten so richtig warmgelaufen. Doch dann zeigte er, wie wertvoll er mit seinem Tempo und seinen Dribblings für Werder sein kann. Tolle Vorbereitung für Bartels (42.), aber bei zwei Schusschancen jeweils geblockt. Note 3,5 © nordphoto
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Aron Johannsson (bis 69.): Der US-Nationalspieler mühte sich vor den Augen von US-Co-Traine r Andreas Herzog lange vergeblich und verlor viele Bälle. Den Elfmeter verwandelte er aber ganz cool – es war sein erstes Bundesliga-Tor seit dem 1:0 gegen Darmstadt 98 vor beinahe einem Jahr. Auch damals verlor Werder noch mit 1:2, auch damals hieß der gegerische Trainer Dirk Schuster. Note 4 © nordphoto
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Izet Hajrovic (ab 69.): Überraschend, dass der Bosnier statt Florian Kainz im Kader stand. Noch überraschender, dass er auch zum Einsatz kam – es war sein erster in der Bundesliga seit dem 16. Mai 2015. Doch was das Ganze sollte, erschloss sich nicht. Hajrovic sammelte Argumente dafür, demnächst wieder auf der Tri büne zu sitzen. Note - © nordphoto
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Thanos Petsos (ab 82./Archivbild): Auch für ihn war es ein Bundesliga-Comeback nach drei Jahren bei Rapid Wien. Note - © nordphoto
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Lennart Thy (ab 79./Archivbild): Setzte sich im Sturm zentrum nicht mehr in Szene. Note - © nordphoto

Auf der Gegenseite machten es die Augsburger lange Zeit nicht besser, hatten nach 29 Minuten aber die große Chance zur Führung. Alfred Finnbogason tauchte nach Zuspiel von Ja-cheol Koo plötzlich völlig frei vor Werder-Keeper Felix Wiedwald auf, verfehlte mit seinem Heber das Tor aber knapp. Ein Weckruf für die Bremer, die nun in der Offensive zulegten – und auch zu guten Gelegenheiten kamen. Fast immer daran beteiligt: Serge Gnabry. So auch in der 41. Minute, als Werders Neuzugang nach schönem Zusammenspiel mit Fin Bartels im Augsburger Strafraum zu Fall kam - der von den Bremern geforderte Elfmeterpfiff blieb aber aus, wohl zu recht.

Wenige Sekunden später bediente Gnabry Bartels mit einem mustergültigen Querpass im Strafraum, zum Entsetzen der Bremer Fans brachte Bartels den Ball völlig freistehend aus knapp sieben Metern nicht im Tor unter. Vor der Halbzeit durfte doch noch gejubelt werden im weiten Rund: Augsburgs Martin Hinteregger legte Junuzovic im Strafraum, und diesmal entschied Schiedsrichter Daniel Siebert auf Strafstoß. Johannsson ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte sicher zum 1:0.

Augsburg dreht das Spiel nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel hätte es direkt wieder Strafstoß für die Gastgeber geben müssen. Wieder war FCA-Innenverteidiger Hinteregger beteiligt. Diesmal zog der Österreicher Lamine Sane nach einer Freistoßflanke im Strafraum klar am Trikot. Schiedsrichter Sieberts Pfeife blieb aber stumm (50.). Gerade einmal zwei Minuten nach dieser Szene wurde der Frust bei den Grün-Weißen noch größer. Nach einer Augsburger Ecke von der linken Seite kam Gouweleeuw am Fünfmeterraum völlig frei zum Abschluss und vollendete zum 1:1 (52.).

Werder versuchte anschließend den Offensivdruck zu erhöhen, blieb im Abschluss jedoch zu harmlos. Die nächste brenzlige Situation spielte sich wieder vor dem Tor der Bremer ab. Sane traf Finnbogason elfmeterwürdig am Fuß, Referee Siebert pfiff auch, verlegte den Ort des Vergehens aber kurzerhand wenige Zentimeter vor die Strafraumgrenze. Eine Fehlentscheidung. Augsburgs Stafylidis war es egal – der Grieche nagelte den Ball trocken zum 2:1 ins Torwarteck von Wiedwald. Bereits beim 1:1 hatte Werders Keeper nicht die beste Figur gemacht.

Werders Versuche, zumindest noch irgendwie einen Punkt zu retten, brachten nichts mehr ein. Augsburg hatte stattdessen sogar noch gute Chancen auf 3:1 zu erhöhen, agierte im Abschluss aber zu fahrlässig. Ganz bitter für die Bremer: Luca Caldirola verletzte sich bei einem Laufduell mit Caiuby und musste nach einer längeren Behandlung auf dem Feld ausgewechselt werden. Mittlerweile befindet sich der Italiener mit Verdacht auf einen Wadenbeinbruch auf dem Weg ins Krankenhaus, eine genaue Diagnose steht noch aus.

Gouweleeuw und Stafylidis schocken Bremen

Werder Bremen
Werder verliert auch das dritte Spiel der neuen Saison. © nordphoto
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Werder Bremen - FC Augsburg 1:2 (1:0)
1:0 Johannsson (45.+2, Foulelfmeter)
1:1 Gouweleeuw (52.)
1:2 Stafylidis (73.)
Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Sane, Caldirola, Bauer (79. Thy) - Grillitsch (82. Petsos) - Bartels, Fritz, Junuzovic, Gnabry - Johannsson (69. Hajrovic). - Trainer: Skripnik
Augsburg: Hitz - Verhaegh, Gouweleeuw, Hinteregger, Stafylidis - Kohr, Baier (90.+3 Janker) - Bobadilla (46. Ji), Koo (79. Kacar), Caiuby - Finnbogason. - Trainer: Schuster
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Zuschauer: 39.430
Torschüsse: 10:18
Ecken: 0:4
Ballbesitz: 52:48 Prozent

mib

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