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Robert Lewandowski netzt innerhalb von drei Minuten zwei Mal ein.

Werder Bremen gegen Bayern München

Lewandowski knackt das Bremer Bollwerk

Bremen - ...11, 12, 13, 14 – die Niederlagenserie des SV Werder Bremen gegen Bayern München nimmt einfach kein Ende.

Am zweiten Spieltag der neuen Bundesliga-Saison verloren die Bremer trotz einer konzentrierten Defensivleistung mit 0:2 (0:0) gegen den Meister und ist damit nach zwei Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz. Torjäger Robert Lewandowski sorgte mit einem Doppelschlag in der 72. und 75. Minute für die Entscheidung, zerstörte in nur drei Minuten die Bremer Hoffnungen und verlängerte die Bundesliga-Siegesserie der Münchner gegen den ehemals großen Widersacher auf 14 Spiele. Den DFB-Pokal dazugenommen sind es sogar 16 Partien.

Gondorf für Kainz in der Startelf

Werder lief gegen den Rekordchampion mit der beinahe identischen Elf auf wie beim 0:1 in Hoffenheim. Einzige Änderung: Jerome Gondorf verdrängte im Mittelfeld Florian Kainz. „Die defensivere Variante“ nannte Trainer Alexander Nouri diese Entscheidung. Und defensiv war Werder von Anfang an extrem gefordert. Der Abwehrriegel gegen die Bayern, bei denen Torwart Manuel Neuer sein Saisondebüt feierte, formierte sich als Fünferkette, davor versuchten sich in Thomas Delaney, Maximilian Eggestein und Gondorf drei Mann als Abfangjäger. Phasenweise tummelten sich sogar alle zehn Bremer Feldspieler vor im und um den eigenen Sechzehner. Aber die große Sicherheit strahlte das Bremer Bollwerk zunächst dennoch nicht aus.

Schon nach sieben Minuten verhinderte die Latte einen Rückstand. Nachdem Torhüter Jiri Pavlenka in einer für ihn fast schon typischen Aktionen beim Rauslaufen am Ball vorbeigefaustet hatte, bot sich Bundesliga-Rekordeinkauf Corentin Tolisso die große Chance. Der Franzose setzte den Ball aus sechs Metern an den Querbalken.

Pavlenka gefordert, Gebre Selassie zaghaft

Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka: Wurde wie erwartet deutlich mehr gefordert als beim Auftakt gegen Hoffenheim. Rettete stark gegen Robben (6.), Alaba (23.) und Müller (74.). Ohne Schuld beim ersten Gegentor. Bitter: Beim zweiten wird er getunnelt. Note: 3 © dpa
Robert Bauer
Robert Bauer: Spielte wieder als rechter Innenverteidiger in der Dreierkette und unterstützte Lamine Sane so gut es ging bei der Bewachung von Lewandowski. Vor dem zweiten Tor des Bayern-Stürmers ließ er sich tunneln. Note: 3,5 © nordphoto
Lamine Sane
Lamine Sane: Der Abwehrchef trug großen Anteil daran, dass Werder hinten lange Zeit gut stand. Ließ Lewandowski nicht zur Entfaltung kommen – bis zu dessen Tor in der 73. Minute, als er den Stürmer kurz aus den Augen verlor. In der Luft stark. Note: 3,5 © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Agierte umsichtig und strahlte Ruhe aus. Oft gegen Robben gefordert, den er hin und wieder enteilen ließ. Zudem leistete er sich einige Fehlpässe. Note: 3 © dpa
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: In der Anfangsphase überhaupt nicht im Spiel. Steigerte sich dann aber. Gegen Alaba in der Defensive stark gefordert. Schaltete sich nur zaghaft ins Spiel nach vorne ein. Note: 3,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein (bis 76.): Zu Beginn mit einigen Stockfehlern. Musste sich erst an das hohe Tempo der Bayern gewöhnen. Biss sich ins Spiel und sorgte für Ordnung vor der Abwehr. Bei einem vielversprechenden Konter mit unnötigem Fehlpass (66.). Note: 3,5 © nordphoto
Ludwig Augustinsson
Ludwig Augustinsson: Der Schwede bekam es defensiv zunächst mit Robben zu tun, der ihm viel abverlangte. Vergab in der 29. Minute Werders dickste Torchance: Tolisso klärte seinen Schuss vor der Torlinie. Note: 3 © Gumz
Jerome Gondorf
Jerome Gondorf (bis 76.) : Er war für Florian Kainz in die Startelf gerückt und sollte für mehr Kompaktheit im Mittelfeld sorgen. Das gelang ihm zunächst gut. Später schlichen sich jedoch einige Fehlpässe in sein Spiel ein. Ließ sich vor dem 0:2 von Lewandowski abhängen. Note: 3,5 © nordphoto
Thomas Delaney
Thomas Delaney: Er war in der 29. Minute Teil von Werders größter Chance: Nachdem sein Schuss von Hummels geblockt wurde, kam Augustinsson an den Ball. In Sachen Einsatz war der Kapitän wie immer ein Vorbild, auch wenn er durchaus einige falsche Entscheidungen traf. Note: 3 © Gumz
Fin Bartels
Fin Bartels (bis 84.): In der Spitze gewohnt viel unterwegs, und dieses Mal deutlich auffälliger als am ersten Spieltag. Beschäftigte Bayerns Innenverteidiger, ohne jedoch zum Abschluss zu kommen. Ihm fehlte es an Durchschlagskraft. Note: 3,5 © Gumz
Max Kruse
Max Kruse: Der Angreifer war sich nicht zu schade für Defensivarbeit. Stark im Zweikampf. Ließ sich bisweilen tief fallen, um das Mittelfeld zu unterstützen. Das ging allerdings auf Kosten seiner Torgefahr. Note: 3 © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz (ab 76.): Kam für Gondorf und sollte das Offensivspiel noch einmal ankurbeln. Note - © Gumz
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (ab 76.): In seinem 150. Bundesligaspiel konnte er keine Akzente mehr setzen. Note - © nordphoto
Johannes Eggestein
Johannes Eggestein (ab 84.): Erster Bundesliga-Einsatz für den Nachwuchsstürmer. Note - © nordphoto

Das war großes Glück für den SV Werder, der in der Folge giftiger und in Einzelaktionen auch mutiger wurde. Aber nicht mutig genug. Als Fin Bartels einen Antritt auf der rechten Seite wagte und den Ball nach innen brachte, hatte sich kein Mitspieler dorthin gewagt (19.). Es folgte ein Distanzschuss von Münchens David Alaba (25.) und die beste Bremer Phase in Halbzeit eins. Über mehrere Minuten bestimmten die Grünen das Geschehen und kamen zu einer Top-Chance. Nach einer Freistoß-Hereingabe wurde erst ein Delaney-Schuss von Mats Hummels geblockt, den Abpraller brachte Ludwig Augustinsson Richtung Tor, Niklas Süle rettete jedoch vor der Linie (29.).

Viele Fehler im Spielaufbau

Dies war der einzige Moment, in dem die Bremer Fans im mit 42 100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion hoffen durften. Ansonsten sahen sie viele Fehler im Spielaufbau und zwei weitere Möglichkeiten für den Meister durch Arjen Robben (38.) und Franck Ribery (40.).

Das 0:0 zur Pause war ganz im Sinne der Bremer, die sich bis dahin gut geschlagen und kein Chancenfeuerwerk des FC Bayern zugelassen hatten. Werder durfte deshalb weiter hoffen – auf den ersten Heimpunkt gegen die Münchner seit 3 100 Tagen (0:0 am 1. März 2009) oder sogar auf den ersten Heimsieg über den Rekordmeister seit 3 962 Tagen (3:1 am 21. Oktober 2006).

Bremer Konter schon im Ansatz unterbunden

Die Grundlage des Traums blieb auch in den zweiten 45 Minuten die Defensivarbeit, die die Gastgeber weiter mit Leidenschaft verrichteten und verrichten mussten. Denn die Bayern, bei denen Thomas Müller lange nur auf der Bank schmorte, machten den erwarteten Druck. Doch es fehlte den Ausnahmekönnern in Rot an Ideen, wie die Werder-Abwehr zu knacken wäre.

Arturo Vidal mit einem Kopfball, Arturo Vidal mit einem Distanzschuss – mehr passierte nicht bis zur 60. Minute. Auch nicht auf der Gegenseite. Die Bremer Konter – die Nadelstiche, von denen im Vorfeld viel die Rede war – wurden meistens schon im Ansatz unterbunden. Und wenn nicht, dann fehlte die Klasse, um auch zum Abschluss zu kommen.

Doppelter Lewandowski schockt Werder 

Werder Bremen gegen Bayern München
Zweiter Spieltag, zweite Pleite: Lange hielt Werder gegen den FC Bayern die Null, doch am Ende musste sich das Team von Alexander Nouri mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. © nordphoto
Werder Bremen gegen Bayern München
Zweiter Spieltag, zweite Pleite: Lange hielt Werder gegen den FC Bayern die Null, doch am Ende musste sich das Team von Alexander Nouri mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. © nordphoto
Werder Bremen gegen Bayern München.
Zweiter Spieltag, zweite Pleite: Lange hielt Werder gegen den FC Bayern die Null, doch am Ende musste sich das Team von Alexander Nouri mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. © Gumz
Werder Bremen gegen Bayern München.
Zweiter Spieltag, zweite Pleite: Lange hielt Werder gegen den FC Bayern die Null, doch am Ende musste sich das Team von Alexander Nouri mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. © nordphoto
Werder Bremen gegen Bayern München.
Zweiter Spieltag, zweite Pleite: Lange hielt Werder gegen den FC Bayern die Null, doch am Ende musste sich das Team von Alexander Nouri mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. © nordphoto
Werder Bremen gegen Bayern München.
Zweiter Spieltag, zweite Pleite: Lange hielt Werder gegen den FC Bayern die Null, doch am Ende musste sich das Team von Alexander Nouri mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. © nordphoto
Werder Bremen gegen Bayern München.
Zweiter Spieltag, zweite Pleite: Lange hielt Werder gegen den FC Bayern die Null, doch am Ende musste sich das Team von Alexander Nouri mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. © Gumz
Werder Bremen gegen Bayern München.
Zweiter Spieltag, zweite Pleite: Lange hielt Werder gegen den FC Bayern die Null, doch am Ende musste sich das Team von Alexander Nouri mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. © Gumz
Werder Bremen gegen Bayern München.
Zweiter Spieltag, zweite Pleite: Lange hielt Werder gegen den FC Bayern die Null, doch am Ende musste sich das Team von Alexander Nouri mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. © Gumz
Werder Bremen gegen Bayern München.
Zweiter Spieltag, zweite Pleite: Lange hielt Werder gegen den FC Bayern die Null, doch am Ende musste sich das Team von Alexander Nouri mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. © Gumz
Werder Bremen gegen Bayern München.
Zweiter Spieltag, zweite Pleite: Lange hielt Werder gegen den FC Bayern die Null, doch am Ende musste sich das Team von Alexander Nouri mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. © nordphoto
Werder Bremen gegen Bayern München.
Zweiter Spieltag, zweite Pleite: Lange hielt Werder gegen den FC Bayern die Null, doch am Ende musste sich das Team von Alexander Nouri mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. © nordphoto

Bei den Bayern reagierte Trainer Carlo Ancelotti auf die einfallslosen Offensivbemühungen seines Teams mit dem ersten Wechsel der Partie. Kingsley Coman kam für Robben (64.) – und das war der Impuls, den die Bayern brauchten. Coman lieferte nur acht Minuten später die Hereingabe, die der bis dahin völlig abgemeldete Lewandowski per Hacke ins Bremer Tor lenkte.

Werder unter Schock, Werder geknickt. Und das nutzte Lewandowski eiskalt aus. Per kurzem Antritt ging der Pole an Gondorf vorbei und schickte den Ball dann durch die Beine von Robert Bauer und Jiri Pavlenka – es war ein Doppeltunnel zum Doppelpack (75.).

Die Partie war damit entschieden, daran konnte auch die Einwechslung von Johannes Eggestein nichts mehr ändern. Der 19 Jahre alte Angreifer kam zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz und gehört nun auch zur Gruppe der Wartenden. Ein Sieg oder Punktgewinn gegen Bayern? Es dauert noch...

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