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Enttäuschte Spieler und ebenso enttäuschte Fans nach der Niederlage gegen die Bayern.

Baumanns Versprechen nach dem ganz speziellen Fehlstart

„Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir die Punkte holen“

Bremen - Ganz unten, Tabellenletzter und immer noch torlos - das riecht schon wieder nach Abstiegskampf. Doch Werder-Sportchef Frank Baumann rümpfte nach der zweiten Niederlage im zweiten Bundesliga-Spiel der Saison nicht mal die Nase.

Zwar ärgerte er sich am Samstagabend über die 0:2 (0:0)-Heimniederlage gegen den FC Bayern München, doch wirkte Baumann keineswegs beeindruckt und gab ein durchaus bemerkenswertes Versprechen ab: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir die Punkte holen.“

Letztlich war nur das passiert, was dem SV Werder ob des schwierigen Auftaktprogramms ohnehin fast alle prophezeit hatten: Der Auftaktniederlage beim Champions-League-Anwärter 1899 Hoffenheim folgte nun die Heimpleite gegen die Über-Bayern. Und für Werder sprach dabei, dass die Gäste eine Auferstehung ihres Superstars Robert Lewandowski benötigten, die ihn allerdings auch so außergewöhnlich stark macht. „Da schaltest du ihn 70 Minuten lang aus. Und dann macht er zwei Tore und ist der Held. Diese Klasse hat eben ein Robert Lewandowski“, sagte Fin Bartels. 

Der Pole war lange Zeit nicht zu sehen gewesen, weil ihn die Bremer Dreierkette mit Robert Bauer, Lamine Sane und Milos Veljkovic bestens bewacht hatte. Doch dann beförderte Lewandowski eine Coman-Hereingabe per Hackentrick ins Tor – und ließ dabei Sane kaum eine Abwehrchance (72.). Genauso trickreich sein zweiter Treffer, bei dem der Bayern-Torjäger mit einem Schuss erst Bauer und dann auch Werder-Keeper Jiri Pavlenka tunnelte (75.). „Das waren zwei super Aktionen, die du kaum verteidigen kannst“, seufzte Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie.

"Bremen hat es uns nicht leicht gemacht"

Bis dahin hatte Werder kaum etwas zugelassen. Die Bayern waren zwar spielbestimmend, aber selten zwingend. Sie verließen sich zu sehr auf ihre individuelle Klasse, verstrickten sich so in unnötige Dribblings und verloren dann gegen tapfer kämpfende Bremer den Ball. Arjen Robben (6. und 38.) sowie David Alaba vergaben ganz gute Chancen. Für einen Rekordmeister mit dieser Startruppe war das aber viel zu wenig. Das wusste natürlich auch Thomas Müller, doch der Nationalspieler sah die Schuld dafür nicht nur bei den Bayern: „Das war heute kein Zuckerschlecken. Bremen hat es uns nicht leicht gemacht.“

Pavlenka gefordert, Gebre Selassie zaghaft

Defensiv stand Werder wirklich gut, wenngleich manchmal etwas zu tief. Das machte das geplante Kontern nicht leichter, die Wege nach vorne waren dann doch sehr weit. Und so bemängelte Gebre Selassie die „fehlende Entlastung“. Dadurch sei der Druck immer größer geworden, „und irgendwann kommst du dann den Schritt zu spät“. So sei das auch schon gegen Hoffenheim gewesen. „Wir müssen in der gegnerischen Hälfte einfach besser spielen“, lautete seine Forderung.

Werder lag am Boden und hatte keine Kraft mehr

Nach vorne war Werder in der Tat nur bei einem Angriff richtig gefährlich: Die Schüsse von Thomas Delaney und Ludwig Augustinsson wurden aber auf dem Weg ins Tor gerade noch von den Bayern geblockt (30.). Nach der Pause gab es dann die eine oder andere gute Kontermöglichkeit, doch der entscheidende Pass kam nicht an – wie bei Maximilian Eggestein, der Werders beste Angriffschance verdaddelte (66.). Immerhin: Das mit 42 100 Zuschauern ausverkaufte Weserstadion bebte nun. Die Werder-Fans glaubten plötzlich an den ersten Heimsieg gegen die Bayern nach elf Jahren, an den ersten Dreier nach 13 Pleiten. Sie peitschten ihre Mannschaft lautstark nach vorne – und wurden von Lewandowskis Doppelpack aus allen Träumen gerissen. Werder lag am Boden und hatte keine Kraft mehr, wieder aufzustehen. Und die Bremer hatten schon gar nicht so einen Lewandowski.

Lamine Sane im Kopfballduell mit Robert Lewandowski.

So ging es für die Werder-Profis erneut torlos vom Platz. Der Plan der Vorbereitung, die Defensive zu stärken, ist zwar aufgegangen, aber offenbar auf Kosten der Offensive. Doch dem widersprach Baumann: „Es waren zwei Spiele gegen zwei sehr offensive Mannschaften, da spielt man automatisch defensiver. Wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen lassen, weil wir noch kein Tor geschossen haben.“ 

Auf seine Suche nach einem weiteren Stürmer habe die Torflaute jedenfalls keinen Einfluss – und gleichzeitig erwartet der Sportchef auch nicht, dass Trainer Alexander Nouri großartig etwas ändert. „Wir müssen unseren Weg so weitergehen. Die Stabilität in der Defensive ist die Basis.“ Die vergangene Rückrunde gelte da als Vorbild. Im Januar sei man auch mit Niederlagen gestartet, dann lief es. Und Angreifer Bartels gab seiner Mannschaft und den Fans noch einen guten Rat: „Es waren erst zwei Spiele, es sollte sich jetzt keiner eingraben.“

Doppelter Lewandowski schockt Werder 

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