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Felix Wiedwald kann den Freistoß von David Alaba nicht halten. Das 0:2 war die Vorentscheidung.

Spielbericht

Großer Kampf nicht belohnt: Werder verliert 1:2 gegen FC Bayern

Bremen - Von Daniel Cottäus. Alles gegeben, einen großen Kampf geliefert - am Ende dann aber doch die erwartete Niederlage kassiert: Zum Auftakt der Rückrunde hat Werder Bremen sein Heimspiel gegen den Rekordmeister FC Bayern München mit 1:2 (0:2) verloren.

Anders als im Hinspiel, als die Bremer beim 0:6 böse unter die Räder geraten waren, lieferten sie dem alles andere als überzeugenden FCB dieses Mal über weite Strecken ein Duell auf Augenhöhe. Schließlich stand sie dann aber doch zu Buche, die 13. Niederlage in Serie gegen die Bayern, was für Werder einen traurigen Bundesliga-Rekord bedeutete: 13 Pleiten am Stück hatte es in der Bundesliga bisher bei noch keiner Paarung gegeben.

30 Minuten lang waren die Bremer, bei denen der zuletzt gute Fin Bartels grippegeschwächt nur auf der Bank saß, in der ersten Halbzeit mindestens ebenbürtig gewesen, hatten sogar die besseren Chancen gehabt. Der wieder genesene Serge Gnabry ließ Franck Ribery in der 28. Minute nach einer abgewehrten Bayern-Ecke auf der rechten Außenbahn stehen, sah Max Kruse, bekam den Ball zurück, scheiterte mit seinem Schuss aber an Manuel Neuer.

Kurz darauf war es dann der sehr präsente und zweikampfstarke Däne Thomas Delaney, der in seinem zweiten Bundesliga-Spiel Kruse per gefühlvollem Heber bediente – der Sieger hieß am Ende aber wieder Neuer (30.). So manch ein Zuschauer im ausverkauften Weserstadion dürfte sich zu diesem Zeitpunkt längst darüber gewundert haben, wie mutig Werder gegen den Rekordmeister auftrat - und das trotz zuvor zwölf Pleiten in Serie gegen die Münchner.

Pizarro verletzt raus - Alaba mit einem Traumtor

Auch die Tatsache, dass Werders Rekordtorjäger und ewiger Hoffnungsträger Claudio Pizarro bereits in der 19. Minute verletzt hatte ausgewechselt werden müssen, schien die Mannschaft von Trainer Alexander Nouri zunächst nicht großartig aus dem Gleichgewicht zu bringen. Nach einem Laufduell mit Joshua Kimmich griff sich der Peruaner an den hinteren linken Oberschenkel und signalisierte sofort in Richtung Bank, dass es für ihn nicht mehr weitergeht. Nouri wechselte Maximilian Eggestein ein, der den Part als Sechser von Delaney übernahm und sich gut einfügte. Kruse ging für Pizarro in die Spitze, seine Position als Zehner bekleidete nun Gnabry. Delaney agierte dafür neben Junuzovic im Mittelfeld.

In der 30. Minute – im direkten Gegenzug nach der Kruse-Chance – blitzte sie dann erstmals auf: die individuelle Klasse der Gäste. Ribery setzte sich auf links durch, bediente Robben in der Mitte, der den Ball hoch ins lange Eck drosch. Keine Frage: Für Werder-Torhüter Felix Wiedwald, der den rotgesperrten Jaroslav Drobny ersetzte, gab es in dieser Szene aber auch gar nichts zu halten. Santiago Garcia traf da schon eher die Schuld, weil er Robben nicht am Abschluss hinderte. Mit dem Pausenpfiff schlugen die Bayern dann zum zweiten Mal zu – und wie! David Alaba versenkte einen Freistoß aus 18 Metern mit links im Winkel. Ein Gemälde von einem Tor! Für Werder war das 0:2 hingegen doppelt bitter: Niklas Moisander hatte den Freistoß durch ein unnötiges Foul an Robben verursacht.

Es hat nicht viel gefehlt

0:2 gegen die Bayern zur Pause - im Grunde schien damit trotz guter Leistung bereits alles gelaufen. Nach Wiederbeginn trat Werder dann jedoch noch beherzter auf und lieferte dem spielerisch keinesfalls glänzenden Rekordmeister einen großen Kampf. Die ersten Strafraumszenen hatten allerdings die Gäste. So zielte Arjen Robben in der 47. Minute knapp vorbei, und kurz darauf schoss Ribery den Ball sogar ins Tor - Schiedsrichter Sascha Stegemann entschied aber auf Abseits (49.).

Werder schaffte es danach rechtzeitig, die nötige Gegenwehr zu leisten, sodass die Partie offen blieb. Nachdem Gnabry mit links noch daneben geschossen hatte (52.), war es Max Kruse, der das Weserstadion kurze Zeit später beben ließ. Zlatko Junuzovic, nach überstandenen Wadenproblemen wieder in der Startelf, passte den Ball auf Werders besten Techniker, der David Alaba im Strafraum mit einem wunderschönen Trick ins Leere laufen ließ. Kruse zog den Ball blitzschnell unter der Sohle durch, hatte plötzlich freie Bahn und ließ Neuer keine Chance - 1:2 (53.).

Eine Minute später hatten die Hausherren jedoch Glück, als es nach dem etwas ungestümen Einsatz von Niklas Moisander gegen Robben keinen Elfmeter gab (54.). In der 69. Minute wäre Kruse beinahe der zweite Treffer geglückt, sein satter Linksschuss ging jedoch knapp vorbei. Werder rannte danach bis zum Schluss weiter an und brachte die Bayern durchaus noch das ein oder andere Mal in Verlegenheit, zum Ausgleich reichte es allerdings nicht mehr.

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