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Marco Bode (l., hier im Jahr 2001 gegen Paulo Sergio) hat in seiner aktiven Laufbahn elf Spiele gegen Bayern gewonnen, allerdings auch elf verloren.

Aufsichtsratschef geht mit Rummenigge und Co. essen

Bodes Bayern-Wunsch: Bloß nicht wieder Angst haben

Bremen - Von Björn Knips. Die Bayern kommen gerne nach Bremen. Schließlich gewinnen sie dort immer. Aber es schmeckt ihnen in der Hansestadt auch besonders gut. Denn Werder lädt die Offiziellen des Rekordmeisters um Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor jedem Bundesligaduell in ein spezielles Restaurant ein. In welches genau, das ist Geheimsache. Man möchte ja Samstagmittag ungestört speisen – und vor allem auch reden können.

„Unser Verhältnis ist sehr gut, wir haben einen guten Draht“, betont Werder-Boss Klaus Filbry und fügt seufzend an: „Leider sind wir nicht mehr auf Augenhöhe.“ Für Marco Bode ist das durchaus ein Grund, warum nach vielen Jahren großer Rivalität nun Harmonie herrscht. „Wir sind halt weit weg von der alten Zeit und haben ihnen zuletzt nicht mehr weh getan. Unsere Rolle haben Dortmund und jetzt Leipzig eingenommen“, sagt der Aufsichtsratschef. Natürlich ärgert ihn diese Entwicklung, aber da ist noch mehr Frust in dem Ex-Profi. Schon vor Wochen hatte der 47-Jährige mit Blick auf das Duell verraten: „Ich hasse es wie die Pest, dass wir gegen die Bayern zuletzt so schlecht ausgesehen haben.“

Die letzten zwölf Bundesliga-Spiele hat Werder allesamt gegen die Bayern verloren. Und das meistens ziemlich hoch. Folgt Niederlage Nummer 13 – dann wäre das ein neuer Bundesliga-Rekord. 13 Siege am Stück gab es in der Bundesliga-Geschichte noch bei keiner anderen Paarung. Es wäre also ein ziemlich bitterer „Bestwert“ für Werder. „Stimmt“, sagt Bode, „aber einen anderen Rekord hätten wir dann immer noch: Gegen keine Mannschaft haben die Bayern so oft verloren wie gegen uns.“ 26 Mal. Borussia Dortmund folgt auf Rang zwei mit 24 Siegen gegen die großen Bayern.

Zu viel Vergangenheit 

Bode will aber weder sich noch sonst jemanden mit diesen Zahlen trösten. Generell mag er diese ganzen Statistiken nicht: „Das ist mir zu viel Vergangenheit.“ Was ihn mehr bewegt, ist der Ablauf der letzten Duelle, speziell die Partie in der Hinrunde. „Da waren wir chancenlos“, sagt Bode über dieses peinliche 0:6 in der Allianz-Arena: „Da haben wir viel zu viel Respekt gehabt.“ Die Einstellung eines jeden Spielers sei aber gerade in diesen Duellen mit den Topteams absolut entscheidend: „Ich hoffe, dass unsere Mannschaft keine Angst hat und mutig auftreten wird.“

Bei Thomas Delaney macht sich Bode da keine Sorgen. Der Neuzugang vom FC Kopenhagen hat ihn bei der 1:2-Niederlage gegen Dortmund mehr als überzeugt. „Thomas hat diese Grundmentalität, die du einfach brauchst“, schwärmt Bode. Der Däne könnte am Samstag durchaus vorangehen, seine Mannschaft mitreißen.

Aber alleine wird er es nicht schaffen. Und das muss er laut Bode auch gar nicht. „Wir sind einen Schritt weiter als in der Hinrunde“, glaubt der Aufsichtsratschef. Hohe Niederlagen gab es unter Alexander Nouri in der Tat nicht mehr. Gegen Dortmund hätte es sogar in Unterzahl beinahe zu einem Punkt gereicht. Natürlich seien die Bayern noch einmal ein anderes Kaliber: „Das ist die beste Mannschaft in Deutschland, und sie gehört zu den zwei, drei besten Teams auf der Welt.“ Trotzdem dürfe nun niemand in Ehrfurcht erstarren, fordert Bode.

Er macht das sowieso nicht. Für ihn ist das allerdings auch ziemlich einfach. Bode war schließlich immer auf Augenhöhe mit den Bayern. Gegen keine andere Mannschaft gewann er so viele Pflichtspiele wie gegen den FCB (elf). Okay, gegen keine andere Mannschaft verlor der Stürmer auch so oft – ebenfalls elf Mal. Aber das ergibt immer noch eine ausgeglichene Bilanz. Ein Unentschieden also. Ein Ergebnis, das den Bremern am Samstag sicher gut schmecken würde. Und die Bayern hatten dann ja schon ihren Leckerbissen in der Bremer City hinter sich – zumindest Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und die anderen Offiziellen.

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