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Jonas Hector führte den 1. FC Köln auch schon als Kapitän aufs Feld.

Star in Zahlen

Jonas Hector: Die Bodenständigkeit in Person

Köln - Der Aufstieg von Jonas Hector (26) ist eine Geschichte wie aus einem Märchenbuch. Ein Amateurkicker aus der saarländischen Provinz, der es gar nicht wagte, ernsthaft von einer Bundesliga-Karriere zu träumen, schaffte spät den Sprung zu den Profis des 1. FC Köln, wurde Nationalspieler und Held bei der Europameisterschaft. Dabei bleibt er so bodenständig, dass er selbst im modernen Fußballgeschäft als Langweiler durchgeht.

3 Jahre war Jonas Hector alt, als er beim SV Auersmacher seinen ersten Spielerpass bekam. Von seinem Talent war damals aber noch nicht so viel zu sehen. Hector bei „11Freunde“: „Laut meiner Mutter habe ich auf dem Rasen eher Gänseblümchen gepflückt und nebenan Sandburgen gebaut.“

9 Mal spielte Jonas Hector alleine 2015 für die deutsche Nationalmannschaft. Als Einziger absolvierte er alle Länderspiele des Jahres über die volle Distanz. Dabei hatte er erst im letzten Länderspiel 2014 sein Debüt gegeben. Besser kann man sich als Neuling gar nicht etablieren.

18 Millionen Euro soll der FC Barcelona angeblich im Sommer 2016 für den Kölner geboten haben. FC-Sportchef Jörg Schmadtke dementiert das. Wahrscheinlich würde er seinen Nationalspieler für diese moderate Summe auch gar nicht mehr ziehen lassen wollen.

656 Sekunden dauerte der Elfmeterkrimi bei der Europameisterschaft 2016 gegen Italien. Acht Mann hatten schon für das DFB-Team geschossen, dann musste Hector ran. Es war sein erster Elfer überhaupt im Profibereich. Mit etwas Glück überwand er Gianluigi Buffon, schoss Deutschland ins Halbfinale – und sich in die Geschichtsbücher.

2.600 Menschen wohnen im Ort Auersmacher, wo Jonas Hector aufwuchs. Bis er 20 (!) Jahre alt war, spielte er beim ansässigen Sportverein (immerhin Oberligist), ehe ihn der 1. FC Köln unter Vertrag nahm. Bis dahin hatte Hector alle Offerten von größeren Clubs abgelehnt. „Ich wollte weiter mit meinen Freunden spielen“, sagt der Defensivspezialist. Außerdem: Jemals in der Bundesliga oder Nationalmannschaft zu spielen, „kam mir nie realistisch vor“.

2.500.000 Euro, schätzt der „Express“, könnte Hector seit seiner Vertragsverlängerung (bis 2021) im Sommer beim 1. FC Köln jährlich verdienen. Trotz der vielen Nullen auf dem Konto leistet sich Hector aber nur wenig Luxus: Sportwagen? „Ich bin froh, dass ich an so was kein Interesse habe und dafür kein Geld ausgebe“, sagt er. „Ich versuche, einfach so weiterzuleben, wie ich es bisher getan habe.“

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