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In dieser Szene bleibt Köln-Keeper Thomas Kessler Sieger gegen Serge Gnabry. Beim Bremer Ausgleich war es andersherum.

Unentschieden gegen Köln

Doppeltes Glück beim 1:1

Bremen - Von Carsten Sander. Werder Bremen ist seit vier Spielen ohne Niederlage. Das 1:1 gegen den 1. FC Köln haben die Bremer allerdings zwei Glücksmomenten zu verdanken.

In der 88. Minute hätte alles noch ganz anders kommen können. In diesem Moment traf der Fuß von Robert Bauer den Fuß des heranrauschenden Marco Höger – und weil das alles im Strafraum von Werder Bremen passierte, hätte es Elfmeter für den 1. FC Köln geben können. Zum großen Glück für die Bremer blieb der Pfiff von Schiedsrichter Wolfgang Stark jedoch aus, das 1:1 (1:1) hatte deshalb bis zum Ende Bestand. Werder ist damit seit vier Spielen in Folge ungeschlagen (acht Punkte).

Richtig zufrieden waren die Bremer Gastgeber nach dem letzten Heimspiel des Jahres aber nicht mit dem Resultat. Unzufrieden allerdings auch nicht. „Irgendwie fühlt es sich so an, als ob mehr drin gewesen wäre“, meinte Werder-Coach Alexander Nouri, „auf der anderen Seite können wir froh sein, dass wir den einen Punkt hierbehalten haben.“

Mit dem zweiten Teil seiner Einschätzung lag er richtiger als mit dem ersten Part. Denn dass Werder sich überhaupt über einen Punkt freuen durfte, lag an Serge Gnabry – und an Thomas Kessler. Der Kölner Ersatzkeeper (vertritt den verletzten Timo Horn) ließ in der 40. Minute einen absolut haltbaren Distanzschuss des Bremer Jung-Nationalspielers passieren, ermöglichte Gnabry so dessen Tor-Premiere im Weserstadion und Werder den zu diesem Zeitpunkt glücklichen Ausgleich. Artjoms Rudnevs hatte die Gäste zuvor in Führung gebracht (28.).

Werder trat in der ersten Halbzeit lethargisch auf

Der Gnabry-Glücksschuss sorgte für einen Halbzeitstand, der die bis dahin herrschenden Kräfteverhältnisse nicht korrekt widerspiegelte. Denn Köln war in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft gewesen, und als FC-Trainer Peter Stöger in der Nachbetrachtung seinem Team eine „sehr reife und dominante“ Vorstellung attestierte, konnte sein Bremer Kollege Alexander Nouri das nur abnicken: „Wir waren in der ersten Halbzeit überhaupt nicht gut im Spiel, wir hatten im Mittelfeld keine klare Zuordnung, waren nicht aggressiv genug. Das hat mir nicht gut gefallen.“ Dennoch wäre kurz vor dem Pausenpfiff beinahe das 2:1 für Werder gefallen. Nach dem einzig guten Bremer Angriff lenkte Kessler einen Schuss von Claudio Pizarro aber an die Latte.

Insgesamt galt jedoch: Von dem Schwung, den Werder nach zuvor zwei Siegen in Folge mit in die Partie hatten nehmen wollen, war vor 42.100 Zuschauern lange nichts zu sehen. Das Nouri-Team trat lethargisch auf. „Wir waren in Schwierigkeiten, konnten nur reagieren“, bekannte Innenverteidiger Niklas Moisander und machte die Kölner 3-5-2-Taktik dafür verantwortlich. Mit einem Mann mehr im Mittelfeld hatte der FC „uns überrascht“, räumte Bauer ein. Köln besaß die volle Kontrolle. Als Werder dann nach der Pause auf das gleiche System umstellte, „lief es viel besser“, so Moisander. „Wir hatten danach die klare Zuordnung, die wir brauchten. Das haben wir ordentlich gelöst“, meinte Coach Nouri.

Bauer gesteht das Foul an Höger: "Glück gehabt"

Werder war fortan mindestens gleichwertig, vielleicht sogar eine Spur aktiver als der Tabellensiebte vom Rhein. Zwingende Torchancen sprangen aber nicht dabei heraus. Versuche von Max Kruse (53.) und Santiago Garcia (61.) führten nicht zum Erfolg. Auf der anderen Seite stand die Abwehr um den starken Lamine Sane recht stabil, Gefahr kam immer dann auf, wenn Werder sie selbst heraufbeschwor. Nach einem Fehler von Zlatko Junuzovic (war für den mit Rückenschmerzen ausgewechselten Clemens Fritz gekommen) verzog FC-Torjäger Antony Modeste (64.), und nach einem Ballverlust von Robert Bauer zielte Yuya Osako knapp daneben (65.). Zuvor hatte Werder-Schlussmann Jaroslav Drobny einen Schuss von Dominique Heintz entschärft (57.). Drobny stand auch bei einem Kopfball von Rudnevs goldrichtig (80.).

Es waren Szenen, die zeigten, dass Köln dem Sieg näher war als Werder. Letztlich hätte der Elfmeter in der 88. Minute auch alles im Sinne der Gäste regeln können. Robert Bauer gestand jedenfalls das Foul: „Er (Höger, d. Red.) spitzelt den Ball vor mir weg, ich trete ihm auf den Fuß. Da kann man Elfer geben. Glück gehabt.“ Und einen Punkt eingefahren. Den müsse man, so plädierte Fin Bartels, „nach einer Leistung, die nicht super war, auch mal mitnehmen.“

Werder holt wichtigen Zähler

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