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Max Kruse und Fin Bartels erzielten die Bremer Treffer.

2:0-Sieg gegen Hertha

Werder einfach eiskalt

Bremen - Der Werder-Wahnsinn geht weiter! Ein Tor Fin Bartels, ein Tor Max Kruse - das reichte den Bremern am Samstag, um sich im heimischen Weserstadion mit 2:0 (2:0) gegen Hertha BSC durchzusetzen.

Ihre Super-Serie haben die Bremer damit auf elf Spiele ohne Niederlage ausgebaut, und die Europa League, sie ist plötzlich nicht mehr nur ein Traum, sondern zum Greifen nahe! Durch den Erfolg sprang Werder in der Tabelle auf den sechsten Platz vor, der Rückstand auf den Fünften Hertha beträgt jetzt nur noch einen Punkt.

Im Vergleich zum Ingolstadt-Spiel hatte Alexander Nouri seine Startelf nur auf einer Position geändert: Kapitän Zlatko Junuzovic stand nach abgesessener Gelbsperre wieder auf dem Platz, für ihn musste Florian Kainz aus der Anfangsformation weichen. Serge Gnabry blieb zunächst erneut nur die Rolle als Reservist, auch Thomas Delaney saß nach auskuriertem Muskelfaserriss erstmal nur auf der Bank.

„Thomas ist erst in der Woche vor dem Spiel ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, wir wollen ihn langsam wieder heranführen“, begründete Nouri seine Entscheidung. Auch im Sturm hatte der Coach keinen Grund gesehen, das zuletzt so starke Duo Fin Bartels und Max Kruse zu sprengen, indem er Gnabry beginnen lässt. „Fin und Max haben es in den letzten Wochen ja sehr gut gemacht“, lobte Nouri - und als das Spiel wenig später gerade mal ein paar Minuten alt war, da stand bereits fest: Fin und Max, die machen es auch gegen die Hertha wieder sehr gut!

Max Kruse zaubert für Werder 

Nach einem abgefangenen Berliner Freistoß setzte Werder zum Kontern an, über Theodor Gebre Selassie, Junuzovic und Bartels gelangte der Ball zu Kruse, und der 29-Jährige zauberte einen Pass auf den Rasen, den man so eigentlich gar nicht spielen kann, der schöner, ästhetischer, perfekter nicht hätte sein können! Nahe der Außenlinie drehte Kruse den Ball mit seinem schwächeren rechten Fuß genau in den Lauf von Bartels. Es war ein Gedicht von einem Zuspiel, das der flinke Angreifer wenig später mit dem Treffer zum 1:0 veredelte (9.). Bartels war Peter Pekarik und Allan im Zentrum enteilt, behielt vor dem Tor die Nerven und tunnelte Hertha-Schlussmann Rune Jarstein. Ein Traumstart für Werder, der sogar noch traumhafter werden sollte.

Die Nouri-Elf war von Beginn an das bessere Team, störte den Berliner Spielaufbau früh und bestach einmal mehr durch absolute Effizienz. Vor dem 2:0 half allerdings Jarstein freundlich mit. Der Torhüter spielte den Ball direkt in die Füße von Bartels, der schnell schaltete, querlegte auf seinen kongenialen Sturmpartner Kruse, der wiederum nur noch einschieben musste - 2:0 (15.).

In der 20. Minute war es dann Robert Bauer, der Jarstein mit einem Schuss aus der Distanz prüfte. Bisweilen wirkte es fast wie im Training, so locker und leicht wie die Hausherren im ausverkauften Weserstadion in der Anfangsphase aufspielten. Von den Berlinern war so gut wie gar nichts zu sehen, das Team von Trainer Pal Dardai wirkte beeindruckt ob des Bremer Auftritts. Die Gäste hatten zuvor bereits acht Auswärtsspiele in Folge verloren und erweckten nicht gerade den Eindruck, dass sie sich gegen Werder das Ende dieser Serie zutrauten.

Werder darf weiter von Europa träumen

In der zweiten Hälfte des ersten Durchgangs hatte Werder dann zwar keine weiteren dicken Chancen mehr, behielt aber jederzeit die Oberhand. Kurz vor dem Pausenpfiff dann eine bittere Szene: Florian Grillitsch versuchte Herthas Salomon Kalou bei einem Konter vom Ball zu trennen und verletzte sich dabei am Rücken. Der Österreicher musste danach in der Kabine bleiben, für ihn kam Delaney zur zweiten Hälfte in die Partie.

Nach dem Seitenwechsel fanden die Berliner allmählich ins Spiel und sendeten in der 52. Minute sogar ein erstes Lebenszeichen. Allan bediente Kalou, der sich im Strafraum aber zu viel Zeit ließ und den Ball am Tor vorbeispitzelte. Wenig später hatte Werder dann Glück, dass Vladimir Darida nach Zuspiel von Alexander Esswein die Kugel aus bester Position im Sechzehner nicht richtig traf, sodass Felix Wiedwald keine Probleme hatte, die Situation zu entschärfen (66.).

Werder-Abwehr wackelt, Hertha nicht zwingend genug

Nach und nach erspielten sich die Gäste nun ein optisches Übergewicht, während Werder zu wenig investierte und in die Defensive gedrängt wurde. In der 71. Minute tauchten die Gastgeber aber plötzlich wieder vor dem gegnerischen Tor auf - und wie! Nach einem langen Ball von Niklas Moisander hatte Delaney freie Bahn, weil sich die Hertha-Abwehr beim Versuch auf Abseits zu spielen komplett verschätzt hatte. Werders Däne bediente den besser postierten Gebre Selassie, der die Kugel am Fünfmeterraum jedoch über das Tor schoss.

Auf der Gegenseite hätte es in der Schlussphase einen Elfmeter für die Berliner geben müssen. Lamine Sane vertendelte den Ball im eigenen Strafraum gegen Vedad Ibisevic und holte den Angreifer danach eindeutig von den Beinen. Werders Abwehrhüne traf seinen Gegenspieler am Fuß - die Pfeife von Schiedsrichter Patrick Ittrich blieb aber stumm (81.). Werder wackelte nun, kam kaum noch aus der eigenen Hälfte, während Hertha einer gruseligen ersten eine gute zweite Halbzeit folgen ließ.

Kurz vor dem Ende des Spiels sorgte dann noch einmal Kruse für einen feinen Höhenpunkt, als er den eingewechselten Gnabry per gefühlvoller Flanke bediente. Der artistische Abschluss des 21-Jährigen flog allerdings über das Tor (89.). Geärgert haben dürften sich die Grün-Weißen darüber allerdings nicht großartig, denn auch so fuhren sie das nächste Erfolgserlebnis ein und ließen die Fans im Weserstadion einmal mehr ausgelassen feiern.

Hier geht's zu den Stimmen zum Spiel.

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