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Vedad Ibisevic ist mit vierzehn Treffern und vier Assists Herthas Erfolgsgarant.

Star in Zahlen

Vedad Ibisevic: Vom Flüchtlingskind zum Millionär

Berlin - Er wuchs während des Balkankrieges im ehemaligen Jugoslawien auf, schon früh wurde das Leben von Hertha-Stürmer Vedad Ibisevic international. Schweiz, USA, Frankreich, Deutschland waren die Stationen seiner bisherigen Karriere. Gegen Werder ruhen auf ihm die Berliner Hoffnungen. Der Star in Zahlen.

7 Jahre war Ibisevic, als er wegen des Kriegsausbruchs in Bosnien seine Heimat verlassen musste. „Eines Tages kamen die Soldaten in die Stadt. Sie haben uns einfach aus dem Haus verjagt, es wurde geschossen, um mich herum starben Menschen, die ich kannte. Wäre ich damals älter gewesen, wäre ich vielleicht tot“, berichtete der Hertha-Stürmer einst.

11 Jahre lebt und arbeitet der Torjäger nun schon in Deutschland. Zuvor hatte er in vier anderen Ländern Fußball gespielt. Als Kind kickte er in Bosnien, nach der Flucht als Jugendlicher in der Schweiz, dann zog die Familie weiter in die USA. Dort spielte der Angreifer für die Nachwuchsteams der St. Louis Strikers und Chicago Fire. Dann wurde er von Michel Platini entdeckt und ging 2004 nach Frankreich: Erst zu Paris St. Germain, wo er seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieb, dann per Leihe nach Dijon, ehe der Wechsel nach Deutschland folgte. Dort spielte er für Aachen, Hoffenheim und Stuttgart. Seit der Saison 2015/16 sorgt er in der Berliner Offensive für Furore.

18 Tore schoss er in der Hinrunde 2008/2009, der Premieren-Saison seines Ex-Clubs TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga. Shooting-Star Ibisevic war auf dem besten Weg, Torschützenkönig zu werden, dann verletzte er sich schwer: Anfang 2009 riss er sich in einem Testspiel das Kreuzband und fiel dadurch die gesamte Rückrunde aus. 168 Tage dauerte die Pause. Das erste Mal nach seinem Comeback legte er gleich einen Hattrick hin. Es war beim 5:1 gegen seinen heutigen Club Hertha BSC (7. Spieltag, Saison 2009/10).

54 Tage ist Ibisevic älter als Teamkollege und Torwart Rune Jarstein. Das macht den 32-jährigen Kapitän zum aktuell ältesten Spieler im Kader der Hertha.

85 Minuten lief das erste WM-Spiel in Bosniens Fußballgeschichte schon, als Ibisevic das erste WM-Tor überhaupt seines Landes erzielte. Bosnien verlor im Juni 2014 zwar 1:2 gegen Argentinien und flog am Ende der Gruppenphase raus, doch Ibisevic hatte sich mit dem Tor in die Geschichtsbücher geschossen. Er war es auch, der sein Land überhaupt erst zur WM geschossen hatte. Im letzten Quali-Spiel erzielte er den 1:0-Siegtreffer gegen Litauen. Es war das Tor zur direkten Teilnahme an der WM.

104 Bundesliga-Tore: Das bedeutet Platz sechs der besten ausländischen Torschützen ever. Im Spiel gegen Werder könnte er seine Platzierung schon verbessern. Knapp vor ihm liegen Stephane Chapuisat und Ailton (beide 106 Tore). „Die schaffe ich noch“ sagte Ibisevic vor wenigen Wochen.

394.600 Menschen folgen dem Bosnier auf seinem Facebook-Profil. Damit hat Ibisevic mehr Fans als sein Arbeitgeber Hertha BSC. Dem Club folgen auf der Social-Media-Plattform „nur“ etwas mehr als 352.000 Personen.

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