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In der Jugend noch für Werder Bremen am Ball, jetzt bei Mainz 05 in der Bundesliga: Gerrit Holtmann.

Star in Zahlen

Gerrit Holtmann: Auf Umwegen zurück ins Weserstadion

Einst trainierte der gebürtige Bremer auf den Plätzen in der Pauliner Marsch. Um es in die Bundesliga zu schaffen, musste er aber das Werder-Trikot eintauschen. Am Samstag kehrt Gerrit Holtmann mit Mainz 05 an die Weser zurück.

3 Jahre lang spielte Holtmann in Werders Jugendmannschaften. Als ihm sein U19-Trainer Mirko Votava schließlich eröffnete, dass er ihn nicht als Profi bei Werder sehe, wechselte Holtmann nach Bremerhaven – um später über Zwischenstopp Eintracht Braunschweig bei Mainz 05 doch den Sprung in die Bundesliga zu schaffen.

14 Jahre war Holtmann alt, als sein Vater starb. Mit 17 ließ sich Gerrit ein Tattoo als Erinnerung auf den linken Unterarm stechen. „Ich mag eigentlich keine Tattoos, aber das musste ich tun“, sagte er mal der „Bild“. Zu der Zeit sammelte der Jugendliche noch allerhand weitere Erfahrungen: „Ich habe Dinge ausprobiert. Alkohol, Diskos, neue Freude“, sagte er mal der „Bild“. Das kostete ihn womöglich die Zukunft bei Werder.

31 Zweitliga-Partien bestritt Holtmann für Eintracht Braunschweig, spielte im linken, rechten und offensiven Mittelfeld, als hängende Spitze und Außenstürmer. Er überzeugte, bekam den Spitznamen „Mr. Höhenflug“. Doch nach seinem Wechsel zu Mainz 05 hat Sandro Schwarz andere Pläne mit ihm: Der Trainer erkannte defensives Talent beim variablen Holtmann und lässt ihn nun oft als Linksverteidiger seine extreme Schnelligkeit auf der Außenbahn ausspielen.

32 Sprints spulte Holtmann gegen den FC Augsburg, bei seinem bisher letzten Einsatz über 90 Minuten, ab – mit Abstand die meisten bei Mainz. Der Flügelflitzer ist bekannt für seine Tempoläufe. Trainiert hat er die einst bei Werder mit Lars Figura, früherer Deutscher Meister über 400 Meter. Holtmann in der „Lampertheimer Zeitung“: „Wenn ich ihn sehen sollte bei unserem Spiel in Bremen am 16. Dezember, dann werde ich mich noch einmal bedanken, weil ich ihn seitdem nicht mehr getroffen habe.“

82 Minuten lief die Partie von Mainz 05 am 21. September 2016, als Gerrit Holtmann sein Bundesliga-Debüt feierte. Der Spielstand? 0:1. Der Gegner? Werder Bremen. Ausgerechnet. Es war auch die Bundesliga-Premiere von Alexander Nouri als Werder-Trainer. Dann brach eine verrückte Schlussphase an. Erst glich Mainz aus, in der Nachspielzeit brachte Holtmann dann den Ball auf Pablo De Blasis, und der köpfte zum 2:1-Siegtreffer ein. Für Werder ein ganz bitterer Schlag, für Holtmann ein Traumdebüt. Danach machte er allerdings nur vier weitere Spiele, stand in der Saison insgesamt lediglich...

128 Minuten auf dem Platz. In dieser Spielzeit soll sich das Reservisten-Dasein ändern, Holtmann ist auf einem guten Weg. Drei Startelf-Einsätze und ein Treffer stehen bisher auf seinem Konto, insgesamt hat er schon jetzt 267 Spielminuten gesammelt – also mehr als doppelt so viele wie in der vergangenen Saison insgesamt. Gegen Werder Bremen winkt am Samstag der nächste Einsatz.

(gra/han)

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