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Niklas Moisander war eine zentrale Figur im Werder-Spiel gegen RB Leipzig.

Werder 1:1 gegen RB Leipzig

Moisanders Tor nur einen Punkt wert

Bremen - Es bleibt dabei: Werder ist unter Trainer Florian Kohfeldt zu Hause nicht zu bezwingen, das Weserstadion eine uneinnehmbare Festung - auch wenn es gegen RB Leipzig am Sonntag nicht zum erhofften Sieg gereicht hat.

Gegen die Sachsen verbuchten die Bremer in einem packenden Spiel ein 1:1 (1:0), wodurch die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt mit nunmehr 37 Punkten Tabellenzwöfter bleibt. Niklas Moisander hatte Werder in Führung gebracht (28.), Joker Ademola Lookman glich kurz nach der Pause aus (50.).

Wie im Vorfeld angekündigt, hatte Kohfeldt seinen Kapitän Zlatko Junuzovic wieder in die Startelf beordert. Auf dem Flügel ersetzte der Österreicher seinen Landsmann Florian Kainz, der zuletzt beim 1:2 in Hannover hatte beginnen dürfen. Auch auf der anderen Außenbahn gab es bei Werder eine Veränderung: Milot Rashica verdrängte Ishak Belfodil aus der Startformation. Abwehrchef Niklas Moisander kehrte derweil nach abgesessener Gelbsperre auf den Platz zurück, als linker Außenverteidiger fungierte erneut Marco Friedl, der den verletzten Ludwig Augustinsson schon in Hannover vertreten hatte.

Niklas Moisanders trifft per Kullerball zum 1:0

In der Anfangsphase hatten die Bremer mehr vom Spiel, ihre gut gestaffelte Abwehr ließ Leipzigs Offensive kaum zur Entfaltung kommen. Philipp Bargfrede agierte sehr weit zurückgezogen, quasi als Libero, sodass Werder hinten eine massive Fünferkette aufbot. Auf der anderen Seite waren die Hausherren zunächst vor allem nach ruhenden Bällen gefährlich. Junuzovic zirkelte einen Freistoß von der linken Strafraumkante aus nur knapp am Tor vorbei (6.). Kurz danach sorgte ein weiterer, dieses Mal abgefälschter Versuch des Kapitäns für Gefahr im Leipziger Strafraum (14.). Keine Frage: Werder war eindeutig die bessere Mannschaft - das 1:0 in der 28. Minute demnach vollkommen verdient.

Nachdem Max Kruse mit einem satten Linksschuss noch an der Querlatte gescheitert war, reagierte der mit aufgerückte Moisander am schnellsten. Der Finne schob den Ball mit seinem schwächeren rechten Fuß von der Strafraumgrenze aus ins leere Tor, RB-Keeper Peter Gulacsi war ohne Abwehrchance. Für Moisander war es der zweite Bundesliga-Treffer - und sein Tor kam einer Initialzündung gleich. Werder drehte in der Folge auf, drängte müde Leipziger, für die es in sieben Tagen das dritte Spiel war, hinten rein und hatte gute Chancen, noch vor der Pause auf 2:0 zu erhöhen.

Ademola Lookman glich zum 1:1 für RB Leipzig gegen Werder Bremen aus.

Nach einem Kruse-Freistoß und einer Kopfball-Verlängerung von Moisander verpasste Milos Veljkovic am langen Pfosten nur knapp (36.). Danach feuerten Rashica und Junuzovic innerhalb von Sekunden zweimal aufs Leipziger Tor - Gulacsi war aber jeweils zur Stelle (40.). In der 41. Minute verpasste dann Gebre Selassie nach Rashica-Hereingabe den scheinbar sicheren zweiten Bremer Treffer des Spiels. Verdient wäre er zu diesem Zeitpunkt längst gewesen. Zur Geschichte der ersten Halbzeit gehört allerdings auch, dass Werder in der 32. Minute Glück gehabt hatte. Nach einem Freistoß von Dominik Kaiser bekam Maximilian Eggestein den Ball als Teil der Mauer im Strafraum an den linken Arm - über einen Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Christian Dingert hätten sich die Gastgeber nicht beklagen dürfen.

So gut Werders Auftritt in der ersten Hälfte war, so schwach war dann der Start in Durchgang zwei. Die Bremer schienen noch gar nicht wieder auf dem Platz zu sein, da hatte der eingewechselte Ademola Lookman schon den Ausgleich erzielt (50.). Nach einer Flanke von Stefan Ilsanker ließ der Engländer Eggestein und Bargfrede stehen und Werder-Torhüter Jiri Pavlenka danach keine Chance - 1:1. In der Folge hätte Timo Werner die Partie beinahe komplett gedreht, der Nationalspieler vergab zwei gute Möglichkeiten (52./54.).

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl hatte in der Pause von Dreier- auf Viererkette umgestellt und ließ seine Mannschaft nun in einem 4-3-3 spielen, wodurch sie offensiv deutlich gefährlicher wurde. Für Werders Offensive ergaben sich dadurch allerdings auch mehr Räume. Nach einem etwas unsauberen Pass von Delaney auf Kruse kam dieser zum Abschluss, brachte aber nicht mehr genügend Druck hinter den Ball (57.).

Jiri Pavlenka rettet wieder bärenstark

Kohfeldt reagierte auf die Änderungen im Spiel des Gegners. Der 35-Jährige wechselte Belfodil in der 61. Minute für Rashica ein und beorderte Bargfrede weiter noch vorne auf dessen angestammte Sechserposition. Werder spielte nun in einem 4-4-1-1 mit Belfodil als einziger Spitze und Kruse dahinter. Damit wollte Kohfeldt dem Leipziger Schwung entgegenwirken - und das funktionierte durchaus.

Es war nun wieder eine Partie auf Augenhöhe mit vielen guten Angriffen auf beiden Seiten. Nachdem Emil Forsberg zwei Chancen vergeben hatte (69./72.), kam es in der 85. Minute zum großen Auftritt von Pavlenka, der bärenstark per Fußabwehr gegen Werner rettete (85.). Ärgerlich für Werder: Thomas Delaney hatte kurz zuvor seine fünfte Gelbe Karte gesehen (84.) und wird am kommenden Samstag in Stuttgart fehlen.

Fotostrecke: Lookman kontert Moisander - 1:1

Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © nordphoto
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Kurz danach wäre Moisander beinahe zum Helden des Abends geworden: Nach einem schönen Solo von Belfodil und einer Parade von Gulacsi köpfte der Finne den Ball aus vollem Lauf knapp neben das leere Leipziger Tor (87.). In der Nachspielzeit vergab Belfodil per Kopf, sodass es bei der unter dem Strich gerechten Punkteteilung blieb.

Für Kohfeldt bedeutete das Remis übrigens einen persönlichen Rekord: Kein anderer Werder-Trainer war zu Beginn seiner Amtszeit in zehn Bundesliga-Spielen am Stück zu Hause ungeschlagen geblieben. Der bisherige Bestwert lag bei neun Spielen, aufgestellt von Josef „Sepp“ Piontek und Otto Rehhagel.

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Friedl - Bargfrede, M. Eggestein (90. Kainz), Delaney - Rashica (61. Belfodil), Junuzovic (79. Gondorf) - Kruse

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