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RB Leipzig hatte in dieser Saison oft Grund zum Jubeln.

Vor dem 25. Bundesliga-Spieltag

RB Leipzig im Schnellcheck

Leipzig – Nach sensationeller Hinrunde ist der Tabellenzweite RB Leipzig ins Stolpern geraten. Der kommende Gegner des SV Werder (Samstag, 15.30 Uhr) im Schnellcheck.

RB Leipzig steht mit sechs Punkten Vorsprung vor Borussia Dortmund zwar immer noch souverän auf dem zweiten Tabellenplatz, der Rückstand auf Tabellenführer Bayern München ist dagegen schon auf zehn Punkte angewachsen. Denn in der Rückrunde läuft es für RB nicht mehr so rund wie in der ersten Saisonhälfte.

Aktuelle Form 

Seit dem Jahreswechsel ist der Leipziger Motor etwas ins Stottern geraten. Die Sachsen sind zwar immer noch souverän Zweiter, das haben sie aber auch den durchwachsenen Ergebnissen der Konkurrenz zu verdanken. In den vergangenen acht Spielen holte RB nur 13 von 24 möglichen Punkten bei vier Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen.

Dabei ließ die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl ausgerechnet bei Werders Konkurrenten im Abstiegskampf einige Punkte liegen. Am 20. Spieltag ging Leipzig zu Hause mit 0:3 gegen den Hamburger SV baden. Auch an den vergangenen beiden Spieltagen leisteten sie beim 2:2 in Augsburg und zuletzt bei der 0:1-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg unerwartete Aufbauarbeit, nachdem sie vorher zweimal gewonnen hatten (2:1 gegen Borussia Mönchengladbach und 3:1 gegen den 1. FC Köln). Die Zeiten, in denen die Leipziger von Sieg zu Sieg eilten, sind erstmal vorbei – und selbst Abstiegskandidaten sind alles andere als chancenlos.

Star der Mannschaft 

Gerade erst 21 Jahre alt, pfeilschnell und äußerst torgefährlich - Attribute, wegen der RB Leipzig vor der Saison zehn Millionen Euro für Timo Werner auf den Tisch legte. Und es hat sich für beide Seiten gelohnt: für Werner, weil er endlich auf seiner Lieblingsposition als zentraler Stürmer spielen darf, und für die Leipziger, weil der gebürtige Stuttgarter schon 14 Saisontore auf dem Konto hat.

Damit ist Werner nicht nur der Vierte in der Torschützenliste, sondern auch der aktuell treffsicherste deutsche Stürmer. Angesichts seiner Leistungen und der Vakanz auf dieser Position in der Nationalmannschaft ist es kein Wunder, dass Bundestrainer Jogi Löw das Talent jetzt erstmals für die A-Nationalmannschaft berufen hat.

Hasenhüttls Himmelsstürmer

Der Trainer 

Wie RB Leipzig hat auch Ralph Hasenhüttl in den vergangenen Jahren einen steilen Aufstieg hingelegt. Nach seiner ersten Cheftrainer-Station bei der SpVgg Unterhaching übernahm der österreichische Ex-Nationalspieler Anfang 2011 den Drittligisten VfR Aalen, den er in der folgenden Spielzeit in die Zweite Bundesliga führte. 2013 wechselte er zum akut abstiegsbedrohten Zweitligisten FC Ingolstadt, den er zuerst vor dem Abstieg rettete und im darauffolgenden Jahr als Meister zum Aufstieg in die Bundesliga führte. Nachdem die Ingolstädter in der Saison 2015/16 souverän die Klasse gehalten hatten, verpflichtete Sportdirektor Ralf Rangnick ihn als seinen Nachfolger auf der Trainerbank bei RB Leipzig. 

Hasenhüttl lässt sein Team in der Regel im 4-4-2-System auflaufen, in dem zwei defensive Mittelfeldspieler die beiden offensiven Außen absichern. Bei gegnerischem Ballbesitz übt die Mannschaft ein extremes Pressing aus, aus dem bei Ballgewinn sehr schnell und direkt nach vorne gespielt wird. Ist die erste Pressinglinie aber erstmal überspielt, bieten sich für den Gegner Räume zum Kontern. Gelingt es Werder, das Leipziger Pressing ins Leere laufen zu lassen und die sich bietenden Räume besser als gegen Bayer Leverkusen zu nutzen, könnte die Nouri-Elf es schaffen, die „Roten Bullen“ zu zähmen.

Trainer Ralph Hasenhüttl hat einen ähnlich steilen Aufstieg hingelegt wie RB Leipzig.

So lief das Spiel der Hinrunde 2016/17 

Nachdem Werder das Spiel lange Zeit spannend gestalten konnte, setzte es im Hinspiel am Ende eine 1:3-Auswärts-Niederlage. Leipzig war zwar von Anfang an spielbestimmend, konnte sich gegen tiefstehende und verbissen kämpfende Bremer aber lange Zeit keine klaren Torchancen erspielen. Es bedurfte schon einer starken Einzelleistung von Naby Keita, um kurz vor der Pause den Führungstreffer zu erzielen (42.).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit sahen die Zuschauer eine kurze Druckphase von Werder, es trafen aber die Leipziger. Wiederum Keita stellte ausgerechnet nach einer Flanke des eingewechselten Ex-Bremers Davie Selke auf 2:0 (74). Leipzig sah zu diesem Zeitpunkt bereits wie der sichere Sieger aus, Werder erzielte in Person von Serge Gnabry aber postwendend den Anschlusstreffer (76.) und machte das Spiel wieder spannend. Die Hasenhüttl-Elf verteidigte allerdings geschickt und ließ keine Chancen mehr zu. In der Nachspielzeit machte Selke nach einem Konter mit einem Schuss ins leere Tor den Deckel drauf, nachdem Keeper Felix Wiedwald bei einem Freistoß mit nach vorne gegangen war.

Verletzte und gesperrte Spieler 

Naby Keita, der Doppeltorschütze aus dem Hinspiel, ist wegen seiner fünften Gelben Karte aus dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg gesperrt. Da er nach dem Spiel einen Kreislaufkollaps erlitt, wäre sein Einsatz ohnehin sehr fraglich gewesen. Außerdem fehlt weiterhin Stürmer Yussuf Poulsen nach einem Muskelbündelriss im Oberschenkel. Auch Verteidiger Lukas Klostermann muss nach einem Kreuzbandriss und einer vor Kurzem entfernten Verwachsung im Gelenk noch passen.

Statistik 

Im Hinspiel trafen die Kontrahenten zum bisher einzigen Mal aufeinander. Leipzig sprang damals auf den zweiten Tabellenplatz und war seitdem immer auf einem der ersten beiden Plätze zu finden. In der Rückrundentabelle belegen die „Roten Bullen“ aktuell allerdings nur den neunten Rang. Sie verloren drei der vergangenen sechs Spiele und damit schon ein Mal öfter als an den 18 Spieltagen zuvor. Auswärts ist RB zudem nicht ganz so stark wie zu Hause (Heimbilanz: 28 Punkte, 22:11 Tore; Auswärtsbilanz: 21 Punkte, 21:14 Tore bei jeweils zwölf Spielen). Dagegen hat Leipzig-Coach Hasenhüttl als Trainer bisher alle drei Duelle gegen Werder gewonnen. 

Während die Sachsen in den vergangenen Spielen also etwas schwächelten, sind die Bremer seit vier Spielen ungeschlagen (drei Siege, ein Unentschieden). Keine Mannschaft holte in diesem Zeitraum mehr Punkte als die Grün-Weißen. Für Rekord-Jäger Claudio Pizarro dürfte es außerdem ein besonderer Ansporn sein, gegen die „Roten Bullen“ zu treffen: Von den aktuellen Bundesligisten erzielte er nur gegen den FC Ingolstadt und RB Leipzig noch kein Tor. Im Hinspiel fehlte der heute 38-Jährige allerdings auch verletzt.
fmi

Der Transfer von Davie Selke zum SV Werder Bremen wird noch auf sich warten lassen.

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