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Zlatko Junuzovic brachte Werder Bremen dank seines Treffers auf die Siegerstraße.

3:0-Sieg gegen RB Leipzig

Drei Österreicher machen's für Werder klar!

Bremen - Von Daniel Cottäus. Was für ein Spiel! Werder Bremen hat mit 3:0 (1:0) gegen RB Leipzig gewonnen und bleibt damit auch nach dem fünften Match in Folge ungeschlagen.

Die Serie hat Bestand! Werder sammelt weiter fleißig Punkte gegen den Abstieg aus der Bundesliga! Im Heimspiel gegen RB Leipzig feierte die Mannschaft von Trainer Alexander Nouri am Samstag einen verdienten 3:0 (1:0)-Erfolg und hat nun 29 Punkte auf dem Konto. Den Bären-Anteil am Bremer Erfolg trugen gegen den Verein des österreichischen Getränkeherstellers Red Bull kurioserweise drei Österreicher: Zlatko Junuzovic, Florian Grillitsch und Florian Kainz - die Torschützen. Werder ist damit nun seit fünf Spielen ungeschlagen und hat in dieser Zeit stolze 13 Punkte gesammelt.

Dabei hatte der Nachmittag für die Bremer mit einer äußerst bitteren Nachricht begonnen: Werder gab eine Stunde vor dem Anpfiff bekannt, dass in Max Kruse (sechs Saisontore) und Serge Gnabry (zehn Saisontore) die beiden besten Offensivspieler des Vereins ausfallen. Kruse hatte bereits am Freitag das Abschlusstraining wegen muskulärer Probleme verpasst und stattdessen einen Belastungstest absolviert - mit negativem Resultat. Gnabry hingegen hatte während der nicht öffentlichen Einheit über die volle Distanz auf dem Platz gestanden, musste danach aber ebenfalls feststellen, dass es nicht geht. "Serge hat schon am Donnerstag etwas gespürt", verriet Nouri kurz vor dem Anpfiff - und erklärte: "Er hat eine Sehnenreizung am Gesäß."

Trotz der prominenten Ausfälle hielt der Werder-Trainer an seinem zuletzt beim 1:1 in Leverkusen praktizierten 3-5-2-System fest. Thomas Delaney kehrte - ohne Maske - in die Bremer Startelf zurück, übernahm die Rolle als Sechser von Maximilian Eggestein und bot eine ganz starke Partie! Werders Dreierkette bildeten Milos Veljkovic, Lamine Sane und Niklas Moisander, im Tor stand Felix Wiedwald. Als Achter liefen Zlatko Junuzovic und Florian Grillitsch auf, Robert Bauer und Theodor Gebre Selassie bekleideten die Außenpositionen. Ganz vorne begannen Fin Bartels und Altmeister Claudio Pizarro.

Werder im Glück - Sabitzer trifft nur den Pfosten

Während des ersten Durchgangs benötigten die Bremer zunächst etwas Anlaufzeit und mussten zwei brenzlige Situationen überstehen. Nach schönem Zuspiel von Marcel Sabitzer tauchte Leipzigs Top-Stürmer Timo Werner erstmals vor dem Bremer Tor auf, scheiterte allerdings an Schlussmann Wiedwald, der die Hausherren per Fußabwehr vor dem frühen Rückstand bewahrte (11.). Die Gäste hatten zu Beginn auch ohne den gesperrten Naby Keita etwas mehr vom Spiel, wirkten präsenter. 

Werder verzichtete weitestgehend auf hohes Pressing und bemühte sich stattdessen um defensive Kompaktheit. In der 26. Minute gerieten die Gastgeber aber trotzdem ein zweites Mal in große Not. Nach Pass von Werner hatte Leipzigs Schwede Emil Forsberg auf links plötzlich freie Bahn - schoss den Ball aber flach am langen Eck vorbei. Glück für Werder! Spätestens nach dieser Szene waren die Bremer aber endgültig im Spiel angekommen. Sie waren in den verbleibenden Minuten bis zum Pausenpfiff das bessere Team.

Werder siegt: Drei Punkte gegen den Tabellen-Zweiten

Angeführt vom starken Delaney, der geschickt Regie führte, trauten sich die Grün-Weißen immer mehr in die Offensive. Eine Flanke von Bartels war in der 31. Minute noch etwas zu hoch für den mit aufgerückten Bauer, kurz danach brach im zum sechsten Mal in Folge ausverkauften Weserstadion aber großer Jubel aus. Eine Hereingabe von Bauer konnte Leipzigs Stefan Ilsanker noch per Kopf klären, gegen die Entschlossenheit des starken Werder-Kapitäns Junuzovic waren die Gäste aber machtlos.

Der Österreicher schnappte sich den Ball - nahm ihn dabei sogar beinahe dem eigenen Mitspieler Delaney vom Fuß -, zog voll durch und traf halbhoch zum 1:0 ins Tor. Auf der Anzeigetafel war kurz darauf zu lesen, dass Junuzovics Schuss 70 km/h schnell gewesen war. Nur fünf Minuten nach der Bremer Führung musste hinten der Pfosten für Werder retten: Ein Sabitzer-Schuss krachte ans Gehäuse und trudelte von dort aus vor der Linie aus der Gefahrenzone.

Grillitsch baut die Führung aus

Im zweiten Abschnitt gehörte die erste vielversprechende Offensivaktion dann wieder Werder. Nach einem wunderbaren Konter kam Grillitsch aber nicht mehr an die Hereingabe von Bartels heran - RB-Keeper Peter Gulcasi war schneller (53.). Auf der Gegenseite musste kurz darauf Gebre Selassie in höchster Not retten: Er kam im Strafraum gerade noch rechtzeitig gegen Werner (54.). In der 56. Minute brachte Gäste-Trainer Ralph Hasenhüttl den Ex-Bremer Davie Selke für Abwehrspieler Marvin Compper in die Partie.

Keine Frage: Durch die Einwechslung des Stürmers wollte er den Druck erhöhen - für das nächste richtig dicke Ausrufezeichen sorgten aber erneut die Hausherren: Junuzovic passte einen Freistoß von der linken Seite ebenso überraschend wie flach in den Strafraum, wo Grillitsch sich hatte zurückfallen lassen und die Kugel unwiderstehlich in den Winkel hämmerte - 2:0 (59.). Eine Variante, die die Bremer zweifelsohne zuvor einstudiert hatten. Werder hat damit im fünften Spiel in Serie nach einer Standardsituation getroffen.

Danach zog sich Werder mit dem komfortablen Vorsprung im Rücken zurück, ließ Leipzig kommen und lauerte auf Konterchancen. Die gab es für Grün-Weiß auch tatsächlich - und eine dieser Szenen war der Knockout für den Gegner: Bartels hatte das Auge für den eingewechselten Aron Johannsson, der an Gulacsi scheiterte, aber der eingewechselte Florian Kainz blieb cool - 3:0 (90.). Leipzig war zuvor schon nicht mehr viel eingefallen. Ein harmloser Sabitzer-Schuss in die Arme von Wiedwald (63.) und ein Abseitstor von Selke (82.) - das waren schon die aufregendsten Szenen im Bremer Strafraum. Nach dem Schlusspfiff dann ein altbekanntes, aber im Weserstadion lange nicht mehr so inbrünstig skandiertes Lied: "Oh, wie ist das schön!"

Die Stimmen zum Spiel.

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