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Aufgeheizte Stimmung nach dem 3:1-Treffer für Werder Bremen.

Aufregung um Werders 3:1

Winkmann rechtfertigt sich: „Reguläres Tor“

Bremen - Nils Petersen klopfte höflich an – und dann verschwand der Kapitän des SC Freiburg in der Schiedsrichterkabine. Nach der 2:3-Pleite im Pokal beim SV Werder gab es ordentlich Redebedarf für die Gäste, der Treffer zum 3:1 für Bremen war irregulär gewesen.

Doch typisch Petersen – der Ex-Bremer nahm Schiedsrichter Guido Winkmann, der im Pokal anders als in der Liga ohne Videobeweis auskommen musste, in Schutz: „Ein Fehler eines Schiedsrichters ist menschlich – auch wenn er in dem Moment sehr viel Geld kostet und spielentscheidend ist.“

Winkmann hatte in der Szene zwar die Abseitsstellung von Jerome Gondorf gesehen, wertete sie aber trotz des Körpereinsatzes des Bremers gegen Freiburgs Robin Koch als passiv. Der Referee setzte sich mit seiner Sichtweise auch gegen seinen Assistenten an der Linie und den Vierten Offizielle durch. Winkmann überstimmte beide und erklärte später: „Gondorf hat den Ball nicht gespielt, für mich war es ein reguläres Tor.“

Nils Petersen dirkutiert mit Schiedsrichter Winkmann.

Wenn Christian Streich dieses Aussage hört, dürfte er erneut toben. Schon auf dem Platz war der Freiburger Coach ausgeflippt. „Diese Entscheidung war der Wahnsinn, dafür braucht man auch keinen Videobeweis“, meinte Streich: „Alle im Stadion haben es doch gesehen.“

Wie wahr: Die Stadionregie hatte die Szene tatsächlich während der Freiburger Proteste noch einmal auf der Video-Leinwand gezeigt. Das brachte die Gäste endgültig in Rage, sie protestierten noch mehr. Natürlich vergeblich.

Einzelkritik: Bargfrede mutiert zum Torjäger

Bekam im ersten Durchgang nur zwei Bälle aufs Tor. Rettete erst stark gegen Petersen (26.), war beim Strafstoß des Ex-Bremers kurz darauf aber machtlos (28.). Nach dem Wechsel weitestgehend beschäftigungslos. Konnte beim 2:3 nichts machen. Note 2,5
Bekam im ersten Durchgang nur zwei Bälle aufs Tor. Rettete erst stark gegen Petersen (26.), war beim Strafstoß des Ex-Bremers kurz darauf aber machtlos (28.). Nach dem Wechsel weitestgehend beschäftigungslos. Konnte beim 2:3 nichts machen. Note 2,5 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie: Rückte im Vergleich zum Mainz-Spiel eine Position nach hinten und spielte rechts in der Viererkette. Dort aufmerksam und mit wichtiger Rettungstat in Hälfte zwei. Note 3
Theodor Gebre Selassie: Rückte im Vergleich zum Mainz-Spiel eine Position nach hinten und spielte rechts in der Viererkette. Dort aufmerksam und mit wichtiger Rettungstat in Hälfte zwei. Note 3 © nordphoto
Milos Veljkovic: Kümmerte sich in erster Linie um Freiburgs Kapitän Petersen, von dem aus dem Spiel heraus nicht viel zu sehen war. Wie immer unaufgeregt und mit gutem Stellungsspiel, in der 28. Minute aber ebenso wie Bargfrede einen Schritt zu spät gegen Ravet. Note 3
Milos Veljkovic: Kümmerte sich in erster Linie um Freiburgs Kapitän Petersen, von dem aus dem Spiel heraus nicht viel zu sehen war. Wie immer unaufgeregt und mit gutem Stellungsspiel, in der 28. Minute aber ebenso wie Bargfrede einen Schritt zu spät gegen Ravet. Note 3 © nordphoto
Niklas Moisander: Der Kapitän war mit dafür verantwortlich, dass die Gäste aus dem Spiel heraus keine Gefahr entwickelten. Keine Fehler und präzise Pässe im Spielaufbau - es war ein grundsolider Auftritt, den der Finne ablieferte. Note 2,5
Niklas Moisander: Der Kapitän war mit dafür verantwortlich, dass die Gäste aus dem Spiel heraus keine Gefahr entwickelten. Keine Fehler und präzise Pässe im Spielaufbau - es war ein grundsolider Auftritt, den der Finne ablieferte. Note 2,5 © nordphoto
Ludwig Augustinsson: Die Szene, die zum Freiburger Elfmeter führte, wurde über seine linke Abwehrseite eingeleitet. Da war er gegen Flankengeber Kübler nicht auf dem Posten. Nach vorne zudem weitestgehend wirkungslos. Note: 3,5
Ludwig Augustinsson: Die Szene, die zum Freiburger Elfmeter führte, wurde über seine linke Abwehrseite eingeleitet. Da war er gegen Flankengeber Kübler nicht auf dem Posten. Nach vorne zudem weitestgehend wirkungslos. Note: 3,5 © nordphoto
Philipp Bargfrede: Agierte als Sechser in der Mittelfeldraute. Räumte dabei wie immer viel ab – dieses Mal aber leider auch Ravet im Strafraum, was Freiburg den Elfmeter zum 1:2-Anschlusstreffer einbrachte. Im Pech, als Schwolow seine Direktabnahme noch von der Linie kratzte. Im Glück, dass der Schiedsrichter die Szene mit Gondorf vor seinem 3:1 nicht abpfiff. Note 2,5
Philipp Bargfrede: Agierte als Sechser in der Mittelfeldraute. Räumte dabei wie immer viel ab – dieses Mal aber leider auch Ravet im Strafraum, was Freiburg den Elfmeter zum 1:2-Anschlusstreffer einbrachte. Im Pech, als Schwolow seine Direktabnahme noch von der Linie kratzte. Im Glück, dass der Schiedsrichter die Szene mit Gondorf vor seinem 3:1 nicht abpfiff. Note 2,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein: Längst nicht so auffällig wie zuletzt in der Bundesliga gegen Mainz. Mit einigen Ballverlusten, die man sonst nicht von ihm sieht. In Sachen Lauffreude und Einsatz aber einmal mehr tadellos. Note 3,5
Maximilian Eggestein: Längst nicht so auffällig wie zuletzt in der Bundesliga gegen Mainz. Mit einigen Ballverlusten, die man sonst nicht von ihm sieht. In Sachen Lauffreude und Einsatz aber einmal mehr tadellos. Note 3,5 © nordphoto
Thomas Delaney: Der Däne ackerte, ging weite Wege, Torgefahr ging vom ihm dabei jedoch nicht aus. Defensiv stark. Sorgte mit dafür, dass Freiburg nur selten über die Mittellinie kam. Note 3
Thomas Delaney: Der Däne ackerte, ging weite Wege, Torgefahr ging vom ihm dabei jedoch nicht aus. Defensiv stark. Sorgte mit dafür, dass Freiburg nur selten über die Mittellinie kam. Note 3 © nordphoto
Jerome Gondorf (bis 83.): Lief überraschend mit erblondeten Haaren auf – und als Spielmacher. In dieser Rolle erwischte „Blondorf“ einen Traumstart. Bereitete das 1:0 vor und gab auch den Assist zum 2:0 per herrlichem Außenristpass. Tauchte im weiteren Verlauf aber ab, dann plötzlich wieder im Mittelpunkt: Stand vor dem 3:1 im Abseits und griff regelwidrig ins Spiel ein. Note 2,5
Jerome Gondorf (bis 83.): Lief überraschend mit erblondeten Haaren auf – und als Spielmacher. In dieser Rolle erwischte „Blondorf“ einen Traumstart. Bereitete das 1:0 vor und gab auch den Assist zum 2:0 per herrlichem Außenristpass. Tauchte im weiteren Verlauf aber ab, dann plötzlich wieder im Mittelpunkt: Stand vor dem 3:1 im Abseits und griff regelwidrig ins Spiel ein. Note 2,5 © nordphoto
Florian Kainz (bis 90.): Wie immer emsig, viel unterwegs, dieses Mal als zweite Sturmspitze – und endlich mal mit beherztem Abschluss. Ein Haken im Strafraum, dann wuchtete er den Ball trocken zum 2:0 ins kurze Eck. Auch in Hälfte zwei mit guten Ansätzen, aber nicht mehr zwingend genug. Note 3
Florian Kainz (bis 90.): Wie immer emsig, viel unterwegs, dieses Mal als zweite Sturmspitze – und endlich mal mit beherztem Abschluss. Ein Haken im Strafraum, dann wuchtete er den Ball trocken zum 2:0 ins kurze Eck. Auch in Hälfte zwei mit guten Ansätzen, aber nicht mehr zwingend genug. Note 3 © nordphoto
Ishak Belfodil (bis 75.): Wie schon gegen Mainz der Aktivposten im Bremer Angriff. Trickreich, einsatzfreudig und gefährlich vor dem Tor – in dieser Form wird Werder am 26-Jährigen in der Rückrunde noch viel Freude haben. Note 2
Ishak Belfodil (bis 75.): Wie schon gegen Mainz der Aktivposten im Bremer Angriff. Trickreich, einsatzfreudig und gefährlich vor dem Tor – in dieser Form wird Werder am 26-Jährigen in der Rückrunde noch viel Freude haben. Note 2 © nordphoto
Max Kruse (ab 75.): Nach auskurierten Adduktorenproblemen kam er für die Schlussphase, was die ohnehin gute Stimmung im Stadion noch einmal anheizte. Note -
Max Kruse (ab 75.): Nach auskurierten Adduktorenproblemen kam er für die Schlussphase, was die ohnehin gute Stimmung im Stadion noch einmal anheizte. Note - © nordphoto
Robert Bauer (ab 90.): Kam, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Note -
Robert Bauer (ab 90.): Kam, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Note - © nordphoto (Archiv)
Aron Johannsson (ab 83.): Kehrte nach seinen Knieproblemen ins Team zurück. Erster Einsatz seit dem Bundesliga-Spiel Anfang November in Frankfurt. Note -
Aron Johannsson (ab 83.): Kehrte nach seinen Knieproblemen ins Team zurück. Erster Einsatz seit dem Bundesliga-Spiel Anfang November in Frankfurt. Note - © nordphoto (Archiv)

Werder-Coach Florian Kohfeldt konnte den Ärger gut verstehen: „Ich hätte mich auch aufgeregt.“ Und aus anderem Grund tat er das dann auch: „Ich habe mich nicht gefreut, dass die Szene noch mal im Stadion gezeigt wurde. Das ist auch unfair gegenüber dem Schiedsrichter.“ Auch Gondorf meinte: „Clever war das nicht.“

Der Hauptdarsteller der ganzen Szene gab zu, dass das Tor nicht hätte zählen dürfen. „Es war Abseits, was soll ich da groß drumherum reden?“, sagte Gondorf und fügte an: „Es tut mir leid für die Freiburger, aber wir sind eine Runde weiter, nur das zählt.“

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