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„Glück kann man erzwingen, und da sind wir definitiv dabei“, sagte Jerome Gondorf vor dem Spiel gegen den SC Freiburg.

Gute Stimmung vor dem Freiburg-Spiel

Das Team ist sicher: Der Erfolg steht schon vor der Tür

Bremen - Drei Mann pro Team, ein Netz, ein Ball – mehr Zutaten braucht es manchmal nicht, um für gute Stimmung zu sorgen.

Während der Vorbereitung auf das Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den SC Freiburg ließ Trainer Alexander Nouri seine Mannschaft im Training am Donnerstag Fußballtennis spielen. Locker ging es dabei zu, es wurde viel gelacht, bei strahlendem Sonnenschein am Osterdeich entstand für Außenstehende nicht unbedingt der Eindruck, dass dort eine Mannschaft übt, die nach nur zwei Punkten aus den ersten fünf Spielen ziemlich unter Druck steht. Das tut Werder aber. Die Ausbeute war bislang nicht gut, die Leistungen dagegen schon – genau das ist es, was der Mannschaft Mut macht. „Glück kann man erzwingen, und da sind wir definitiv dabei“, sagt Jerome Gondorf.

Dass der 29-Jährige nach seinem schwachen Auftritt in Wolfsburg, als er in der Halbzeit ausgewechselt wurde, am Samstag wieder in der Startelf steht, darf stark angezweifelt werden. Werder will gegen Freiburg von Beginn an offensiver auftreten, Florian Kainz ist für dieses Vorhaben die deutlich bessere Wahl. Aber dennoch: Dass Gondorf vor dem Duell ausgiebig und vor allem öffentlich zu Wort kam, ergibt Sinn. Aus seiner Zeit in Darmstadt kennt er die Situation in der dunklen Region der Tabelle. Zudem ist er ein ziemlich guter Redner. Und so lieferte Gondorf einen ebenso interessanten wie glaubwürdigen Einblick ins Innenleben einer Mannschaft, die trotz bisher spärlichen Erfolgs an sich glaubt.

Großer Optimismus im Werder-Team

„Wir hatten bisher gegen jeden Gegner genug Chancen, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden“, betonte Gondorf – „deswegen glaube ich, dass unsere Vorgehensweise gut ist.“ Im Team sei großer Optimismus zu spüren. „Natürlich hatten wir andere Ziele für den Saisonstart“, räumte Gondorf ein, um dann aber sofort anzumerken, „dass es immer um die Art und Weise geht, wie du spielst.“ Die Mannschaft weiß, dass zwei Punkte keine Grundlage für Ruhe und Zufriedenheit sind. Sie weiß laut Gondorf aber auch, dass sie „unglücklich“ nur zwei Punkte hat. Grund zur Sorge gibt es in der Kabine nicht, „das wäre anders, wenn wir vier, fünf schlechte Spiele abgeliefert hätten“.

Die Stimmung bei Werder um Jiri Pavlenka und Milos Veljkovic war am Donnerstag gut. Damit das auch so bleibt, muss am Samstag gegen den SC Freiburg der erste Dreier her.

Es sind Sätze, die inhaltlich stimmig sind. Werder hat gut gespielt, Werder hatte starke Gegner, und Werder muss die Ausfälle wichtiger Spieler verkraften. Die Profis wissen aber, dass es bei einem Remis oder gar einer Niederlage gegen Freiburg enorm schwer werden würde, die Ruhe und gute Laune, die Zuversicht und Selbstüberzeugung bis zum Nordderby in Hamburg zu konservieren. „Druck hast du als Fußballer immer, weil du an Punkten gemessen wirst“, sagte Gondorf.

Das weiß Frank Baumann natürlich auch. Mit der öffentlichen Einordnung von Werders derzeitigem Status quo war der Sportchef zuletzt aber nicht immer einverstanden. „Man darf nicht alles in Grund und Boden reden“, sagte er. Und stellte klar: „Mit den Leistungen sind wir zufrieden, nur mit der Tabellensituation nicht.“

Zurück zum Fußballtennis. Das Turnier war fast vorbei, Gondorfs Team schon längst ohne Aussicht auf den Sieg, da sorgte der 29-Jährige für einen Höhepunkt. Per Fallrückzieher platzierte er den Ball im hinteren Eck des gegnerischen Feldes – Gejohle, Applaus, Anerkennung. Später sagte er: „Klar können wir gute Laune versprühen, denn ich glaube, dass der Erfolg bald kommen wird.“ Dann noch ein Zusatz, nicht ganz unwichtig: „Am besten schon gegen Freiburg.“

Werder-Abschlusstraining am Freitag

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