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Leon Goretzka lenkt das Spiel im zentralen Mittelfeld bei Schalke 04.

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Leon Goretzka: „Jahrhundert-Talent“ und Fußball-Romantiker

Gelsenkirchen - Als „Jahrhundert-Talent“ gepriesen ist Leon Goretzka mittlerweile in die deutsche Fußball-Elite aufgestiegen. Der Mittelfeldmann von Werders kommendem Gegner Schalke 04 hat sich dabei seine Fußball-Romantik bewahrt.

4 Jahre spielt Leon Goretzka bereits auf Schalke, fünf Trainer hat er in der Zeit erlebt (Jens Keller, Roberto Di Matteo, André Breitenreiter, Markus Weinzierl und Domenico Tedesco). „Natürlich wäre es vielleicht manchmal leistungsfördernder, wenn man hier in Ruhe arbeiten könnte“, sagte Goretzka bei „11Freunde“. „Aber der Verein lebt auch von seiner Emotionalität. Die darf man nicht ersticken.“ Goretzka ist ein Fußball-Träumer – war er schon immer.

5 Minuten vom Stadion in Bochum entfernt ist Goretzka aufgewachsen, dort wohnt er noch heute. VfL-Jugend, Balljunge, Ostkurve – das war sein Leben. „Ich habe übrigens immer noch eine Dauerkarte für den VfL Bochum. Nicht mehr in der Ostkurve, aber wenn ich Zeit habe, gehe ich zu den Heimspielen.“

9 von zehn Spielen in der deutschen U21 plus ein Spiel bei Olympia 2016 hat er unter Horst Hrubusch absolviert. Goretzka schätzt Hrubesch als Trainer, Förderer und Freund: „Er steht für die Menschlichkeit in diesem Sport. Und die geht dem Fußball leider so langsam verloren“, leitet der 22-Jährige bei „11Freunde“ ein Fußball-Plädoyer ein: „Der Fußball ist sehr kalt geworden, alles ist sehr kontrolliert und eingeschränkt, alles ist durchkommerzialisiert“, sagt er, „aber die Leidenschaft, die Romantik für die Sache, versuche ich mir zu bewahren.“

23 Millionen Euro ist Goretzka laut „transfermarkt.de“ wert. Das macht ihn zum wertvollsten Spieler im Schalker Kader. Der FC Bayern soll längst um den zentralen Mittelfeldspieler buhlen. Kein Wunder: Der Silbermedaillen-Gewinner von Rio 2016 und Confed-Cup-Sieger 2017 ist auf einem guten Weg, die Vorschusslorbeeren einzulösen. Goretzkas Ex-Trainer Peter Neururer bezeichnete den Jungen einst als „Jahrhundert-Talent“. Goretzka selbst bleibt bescheiden: „Ich kann mich in allen Bereichen noch verbessern“, sagte er der FAZ im Juni.

348 Tage – fast ein ganzes Jahr also – hat Goretzka in seiner jungen Karriere laut „transfermarkt.de“ schon verletzungsbedingt pausieren müssen. Die vielen kleineren Blessuren gehören jetzt aber der Vergangenheit an, glaubt der Spieler. Der Grund: eine Umstellung der Ernährung. Goretzka lässt jetzt etwa Gluten, Kuhmilch und Schweinefleisch weg, erhole sich dadurch nicht nur schneller von Verletzungen, sondern auch von einer chronischen Darmentzündung. „Wenn man nicht ständig darauf achten muss, gesund zu werden, kann man daran arbeiten, besser zu werden.“

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