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Max Kruse musste bereits in der ersten Hälfte verletzt ausgewechselt werden.

1:2 gegen Schalke 04

Werder verliert Max Kruse und das Spiel

Bremen - Ist das bitter: Auch nach dem vierten Spieltag in der Bundesliga wartet Werder Bremen weiter auf den ersten Sieg. Gegen Schalke 04 bot die Mannschaft von Trainer Alexander Nouri am Samstagnachmittag zwar abermals eine gute Leistung, kassierte am Ende aber eine vermeidbare 1:2 (1:1)-Niederlage.

Doch damit nicht genug der schlechten Nachrichten: Während des Spiels verletzte sich Max Kruse an der Schulter und droht lange auszufallen. In der Tabelle bleiben die Bremer mit einem Punkt im Keller stecken.

Nouri hatte sich für exakt dieselbe Startelf wie zuletzt beim 1:1 in Berlin entschieden. Während Werder im bevorzugten 3-5-2-System auflief, agierte Schalke unter Neu-Trainer Domenico Tedesco in einem 3-4-3, in dem der Ex-Bremer Naldo die zentrale Position in der Dreierkette bekleidete. Franco Di Santo, der andere ehemalige Bremer bei den Königsblauen, blieb erstmal draußen.

Im ersten Durchgang hatte Werder zunächst alles im Griff. Die Bremer setzten ihren Gegner früh unter Druck und ließen Schalke nicht zur Entfaltung kommen. Folgerichtig gehörte auch die erste gefährliche Szene der Partie den Hausherren: Nach einem Konter kam der Ball über Max Kruse und Florian Kainz zu Fin Bartels, der mit seinem schwächeren linken Fuß verzog (8.). Beide Mannschaften gingen auf dem nassen Rasen im Weserstadion bisweilen rustikal in die Zweikämpfe.

Kehrer tritt Kruse um - Lamine Sane trifft zum 1:0

Bereits in der siebten Minute hatte Kainz dem Schalker Neuzugang Amine Harit mit den Stollen seines Schuhs eine tiefe Schramme oberhalb des Knies verpasst. In der 16. Minute erwischte es dann Kruse - und zwar noch weitaus schlimmer. Thilo Kehrer war mit vollem Risiko per Grätsche gegen den Bremer Angreifer eingestiegen und erwischte Kruse am linken Knöchel. Der 29-Jährige stürzte danach unglücklich auf die linke Schulter und musste ausgewechselt werden. Eine Szene, die weitreichende Folgen für die Nouri-Elf haben könnte. Kruse wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Die Diagnose: Schlüsselbeinbruch. Für ihn kam Ishak Belfodil zu seinem Debüt im Bremer Weserstadion.

Das frühe Ausscheiden Kruses hätte für Werder durchaus ein Rückschlag sein können - die Hausherren zeigten sich allerdings unbeeindruckt und gingen sogar in Führung. Nach einer Kainz-Ecke verlängerte Ludwig Augustinsson den Ball per Kopf an den Innenpfosten von wo aus er Lamine Sane vor die Füße sprang. Werders Innenverteidiger reagierte blitzschnell und schloss mit links zum 1:0 ab (20.). Es war ein Zwischenstand, der absolut in Ordnung ging, weil Werder eine starke Anfangsphase gezeigt hatte. Es war allerdings auch ein Zwischenstand, der keine lange Gültigkeit besaß.

Milos Veljkovic erzielte mit einem Eigentor das 1:1 für Schalke. Vorher hatte ihn Nebenmann Lamine Sane am Kopf getroffen.

Nur zwei Minuten, um genau zu sein. Einige Zuschauer im ausverkauften Weserstadion waren noch gar nicht mit dem Jubeln fertig, als der äußerst kuriose Ausgleich fiel. Nach einer Ecke sah Torhüter Jiri Pavlenka bei einer Faustabwehr nicht gut aus. Der verunglückte Einsatz des Tschechen war allerdings nur der Auftakt einer Bremer Fehlerkette. Kehrer köpfte den Ball im hohen Bogen wieder in die Gefahrenzone, wo Sane oder Veljkovic eigentlich problemlos hätten klären können. Das Problem: Sanes Versuch, per Fallrückzieher an den Ball zu kommen, scheiterte kläglich. Der Senegalese traf Veljkovic im Nacken, und der 21-Jährige köpfte die Kugel ins eigene Tor (22.).

Nach der Kruse-Verletzung war es der zweite Tiefschlag für Werder, und wieder steckte ihn die Mannschaft gut weg. Zwar liefen die Grün-Weißen ihre Gegenspieler nun nicht mehr ganz so früh an, sondern zogen sich etwas weiter zurück. Gefährlich blieben sie aber trotzdem. Kainz hätte für die erneute Führung sorgen können, brachte seinen wuchtigen Kopfball nach einer Augustinsson-Flanke aber nicht an Schalke-Torhüter Ralf Fährmann vorbei (36.). Werder war das entschlossenere Team mit den besseren Aktionen in der Offensive. Kurz vor der Pause hatten die Gastgeber aber Glück: Yevhen Konoplyanka zielte nur knapp am langen Pfosten vorbei (38.). Auf der Gegenseite blieb Bartels bei einem Konter an Matija Nastasic hängen, Belfodil war bereits in Position gelaufen (40.). Insgesamt 10:6 Torschüsse standen nach der ersten Hälfte für Werder zu Buche.

Leon Goretzka trifft spät nach einem Eckball

Auch nach der Pause gehörten den Bremern die ersten heißen Torraumszene. Nach einem schönen Pass von Kainz ließ Belfodil Nastasic stehen, hatte das Auge für Bartels, der aber über den Kasten schoss (60.). Kurz darauf war Belfodil wieder der Vorarbeiter: Seine Hereingabe wurde von Fährmann abgefälscht, sodass Kainz im Fünfmeterraum nicht mehr an den Ball kam (62.). Der Österreicher versuchte es in der 71. Minute dann mal aus der Distanz - und hätte beinahe Erfolg gehabt. Sein abgefälschter Schuss strich knapp über das Schalker Tor.

Vieles sah in der Schlussphase schon nach einem Unentschieden aus. Dann schlug Schalke zum zweiten Mal zu. Wie die bisherigen Treffer des Spiels fiel auch das 2:1 durch Leon Goretzka nach einem Eckball (83.). Robert Bauer hatte Schalkes Mittelfeldspieler in seinem Rücken entwischen lassen, Goretzka musste nur noch den linken Fuß hinhalten. Nouri reagierte prompt, brachte in Izet Hajrovic einen Offensivspieler für Verteidiger Theodor Gebre Selassie. Hajrovic feierte nach einem Kreuzbandriss sein Bundesliga-Comeback nach neun Monaten Zwangspause, konnte die Niederlage aber auch nicht mehr abwenden.

Für Werder geht es in der englischen Woche nun bereits am Dienstagabend (20.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg weiter. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) gastiert dann der SC Freiburg im Weserstadion.

Werder Bremen vs. Schalke 04

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