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Werder-Trainer Alexander Nouri hat sechs Mittel, die für ihn „die Schlüssel zum Erfolg“ sind.

Werder will nicht träumen, es den Fans aber auch nicht verbieten

Öffnen Nouris Schlüssel sogar die Türen nach Europa?

Bremen - Es gibt einige Begriffe, die kommen bei Alexander Nouri in beinahe jeder Aussage vor. „Prinzipien“ ist einer davon. Oder: „Überzeugung.“ Gerne auch: „Einheit. Glauben.“ Und immer wieder: „Teamspirit“. Geschlagen nur von: „Herz.“

Diese sechs Vokabeln sind allerdings nicht nur die Bausteine für Antworten auf egal welche Art von Frage, sondern auch das Fundament für die aktuelle Bremer Erfolgsserie. Denn es ist wohl in der Tat so: Ohne Prinzipien, Überzeugung, Einheit, Leidenschaft, Teamspirit und Herz holt kein Team, das aus dem Tabellenkeller kommt, 16 Punkte aus sechs Spielen.

Schon gar nicht, wenn immer wieder Stammspieler verletzt ausfallen. Werder hat all das so erlebt und erlebt es noch. Für Nouri ist es es ein Traum. Für die Fans auch. Einige denken schon nicht mehr nur an den Klassenerhalt, sie nehmen vor dem Heimspiel gegen Schalke 04 (Dienstag, 20 Uhr im Liveticker) bereits Europa ins Visier. Eine Utopie?

„Verbieten können wir diese Gedanken ja nicht“, sagt Werder-Sportchef Frank Baumann, macht dabei aber den Eindruck, als ob er genau das am liebsten tun würde. Denn bei aller Freude über den aktuellen Lauf ist es doch immer noch die Tabelle, die die Prioritäten im Denken vorschreibt. Und da bedeuten nur drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz eben immer noch mehr Bedrohung als fünf Rückstand auf Platz sechs eine Verlockung sein können. „Die Tabelle ist gefährlich“, beschreibt Alexander Nouri die Situation. Sportchef Frank Baumann sagt, dass er sich das Tableau gar nicht erst zu lange anschaue: „Wir gucken nur auf uns und darauf, dass wir unsere Punkte holen und das nächste gute Spiel abliefern.“

Nouris Liebeserklärung an die Mannschaft

Es gibt keinen Zweifel daran, dass Werder mit dieser Haltung zuletzt viel erreicht hat. Punkt um Punkt hat sich die Mannschaft nach oben gearbeitet und eine höchst unbequeme Gesamtlage in einen Zustand zwischen Hoffen (auf Europa) und Bangen (vor einem Abrutschen auf Platz 16) verwandelt. Wie das alles so geschehen konnte, ist für Alexander Nouri völlig klar: Mit den sechs aufgeführten Mitteln, für ihn „die Schlüssel zum Erfolg“.

Werder ist zuletzt richtig gut damit gefahren, richtig fest zusammenzuhalten. Egal, ob es die vier Niederlagen zu Jahresbeginn waren oder die Ausfälle von Leistungsträgern wie Serge Gnabry, Clemens Fritz oder Lamine Sane – die Mannschaft hat einfach immer weitergemacht und dabei das gezeigt, was Nouri sehen will: Herz, Glauben, Überzeugung und so weiter.

Dem Trainer, der bis zum Klassenerhalt nur auf Bewährung arbeitet, gefällt das so gut, dass er eine richtige Liebeserklärung an Team und Verein formuliert. „Ich liebe diese Atmosphäre und dieses Klima hier“, sagt er. Und wenn das Kollektiv mittels der sechs Schlüsselfunktionen mal wieder seine ganze Kraft entwickelt hat, dann empfindet der 37-Jährige offenbar etwas, das über Liebe sogar noch hinausgeht. „Für mich gibt es kein größeres Gefühl, als in der Gemeinschaft Erfolg zu haben.“

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