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Max Kruse schoss per Elfmeter das wichtige 2:0 beim 3:0 von Werder Bremen gegen Schalke 04.

Die Bremer zerlegen auch Schalke

3:0 – Werders unheimlicher Höhenflug geht weiter

Bremen - Ist das eigentlich alles noch zu glauben? Werder Bremen surft in der Fußball-Bundesliga weiter auf der Erfolgswelle!

Am Dienstagabend feierte der ehemalige Abstiegskandidat einen 3:0 (1:0)-Sieg über Schalke 04 und kletterte auf Platz acht (!) der Tabelle. Das kann sich zwar am Mittwochabend, wenn Teil zwei des Wochenspieltags über die Bühne geht, wieder ändern, aber es ist nicht zu verhehlen: Werder ist der Europa League mittlerweile näher als dem Relegationsrang. Theodor Gebre Selassie (24.), Max Kruse (76./Foulelfmeter) und Maximilian Eggestein (80.) sorgten mit ihren Toren für die Fortsetzung der grün-weißen Erfolgsgeschichte, die sich so liest: 19 Punkte aus den vergangenen sieben Spielen. Wow!

Dennoch: Die grün-weißen Protagonisten erlauben sich keinen Gedanken an das Erreichen des internationalen Geschäfts. „Es geht nicht um Europa. In den größten Erfolgen kannst du die größten Fehler machen“, mahnte Zlatko Junuzovic. Und Milos Veljkovic betonte: „Die Fans können natürlich träumen, wir denken aber nur von Spiel zu Spiel.“ Also an Eintracht Frankfurt, dem neuen Tabellennachbarn.

Dort muss Werder am Freitagabend ran. Nach Lage der Dinge wird es ein Duell zweier Anwärter auf Platz sechs. Werder-Coach Alexander Nouri geht trotz des raketenhaften Aufwärtstrends sehr vorsichtig mit der Lage um. „Die Brücke zwischen Träumen und Realität ist harte Arbeit“, sagte er, gab jedoch zu: „Aber natürlich ist mit den letzten Resultaten eine gewisse Überzeugung gewachsen.“ Soll heißen: Man darf dran glauben, dass Europa möglich ist.

Wieso auch nicht bei dieser Bilanz: 3:0 gegen Leipzig, 5:2 gegen Freiburg, 3:0 gegen Schalke – zum ersten Mal seit 1993 gelangen Werder in Folge drei Siege mit drei Toren Unterschied. In allen Belangen überzeugend war der Auftritt am Dienstagabend allerdings nicht. Im Grunde lief es sogar so, wie am Samstag in Freiburg: Die Grün-Weißen wurschtelten ein bisschen vor sich hin und gingen dann mit der ersten Chance in Führung. Gebre Selassie drückte eine von Junuzovic hereingedroschene Flanke per Kopf ins Netz (24.). Wieder einmal bewies Werder damit, wie gnadenlos effektiv das Team sein kann.

Theodor Gebre Selassie schoss das 1:0 für Werder Bremen.

Eigentlich hatte Schalke bis dahin die Partie bestimmt. Doch die Königsblauen schafften es kaum einmal in den Bremer Sechzehner. Das änderte sich nach der Pause. Ob es daran lag, dass bei den Bremern Thomas Delaney, am Samstag viel bestaunter Dreierpack-Däne, mit muskulären Problemen in der Kabine bleiben musste? Auf jeden Fall hatte Werder bange Minuten zu überstehen. Alessandro Schöpf (47., 56.) sowie zweimal Max Meyer (59., 60.) hätten ausgleichen können, taten es aber nicht. Auch Goretzka zielte knapp daneben (67.).

Werder verteidigte vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion tapfer und konterte – dies allerdings längst nicht so kaltschnäuzig wie in Freiburg. Zu unpräzise ging das Team von Trainer Alexander Nouri zu Werke. Folglich knisterte es mehr, als es den Bremern lieb sein konnte. Jedoch nur bis zur 75. Minute – in der machte sich Weltmeister Benedikt Höwedes bei den Werder-Fans sehr beliebt, weil er den eingewechselten Bartels einfach mal abräumte. Und da es im Strafraum geschah, gab es Elfmeter für die Gastgeber. Kruse trat an und verwandelte zum 2:0 (76.).

3:0 – aus Zittern wird Zaubern

Das war die Vorentscheidung, und die letzten Zweifel verschwanden vier Minuten später. Nach einer Balleroberung von Bartels flankte Kruse butterweich auf Eggestein. Der 20-Jährige nickte mühelos zu seinem ersten Bundesliga-Tor ein. 3:0 – aus Zittern war Zaubern geworden.

35 Punkte haben die Bremer Überflieger jetzt auf dem Konto – es fehlt nur noch sehr wenig bis zum sicheren Klassenerhalt. In Frankfurt kann das Nouri-Team am Freitag quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens: die Rettung eintüten. Zweitens: Europa angreifen. Allerdings wird das möglicherweise ohne Delaney geschehen müssen, sein Einsatz ist fraglich. Serge Gnabry wird ganz sicher fehlen. Seine muskulären Probleme sind noch nicht ausgestanden.

Gebre Selassie, Kruse und Eggestein erlegen Schalke

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