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Werder Bremen um Florian Kainz (r.) spielte 1:1 gegen die TSG 1899 Hoffenheim mit Serge Gnabry.

Werder holt ein 1:1 gegen Hoffenheim

Gekämpft, gezittert, gepunktet

Bremen - Eine durchwachsene erste Hälfte, dafür ordentlich Spektakel in Durchgang zwei - am Ende hat es für Werder Bremen im ersten Bundesliga-Rückrunden-Spiel am Samstagnachmittag zu einem 1:1 (0:1) gegen 1899 Hoffenheim gereicht.

Die Gäste-Führung durch Benjamin Hübner (39.) egalisierte Theodor Gebre Selassie nach der Pause (63.). Angesichts des Rückstands musste Werder am Ende zwar froh sein, dass Spiel nicht verloren zu haben. Angesichts der Kräfteverhältnisse nach dem Wechsel wäre für die Bremer aber durchaus mehr drin gewesen. Aktuell hat die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt nun 16 Punkte auf dem Konto und belegt weiterhin den Relegationsplatz.

Kohfeldt hatte sich für ein 4-3-3-System entschieden, in dem Florian Kainz, Max Kruse und Ishak Belfodil auf dem Papier die vorderste Linie bildeten. Während der Partie war Kruse dann überall auf dem Platz zu finden. Der 29-Jährige ließ sich weit fallen und versuchte, den Bremer Spielaufbau mit anzukurbeln. Im Mittelfeld galt es für Werder, das Fehlen des angeschlagenen Thomas Delaney (muskuläre Probleme) zu kompensieren.

Ziemlich zähe Partie in der ersten Hälfte

Philipp Bargfrede agierte wie gewohnt als Sechser vor der Abwehr. Vor ihm liefen Kapitän Zlatko Junuzovic und Maximilian Eggestein auf. In der Viererkette hatte es bis kurz vor dem Spiel noch ein kleines Fragezeichen gegeben: Spielt Robert Bauer oder Theodor Gebre Selassie hinten rechts? Kohfeldt legte sich in diesem Punkt erst kurzfristig fest - und entschied sich für Gebre Selassie, der offensiv stärker ist als Bauer. Viel nach vorne ging bei Werder in Hälfte eins generell aber nicht.

Beide Mannschaften kamen in der Anfangsphase nicht über Ansätze hinaus, sodass sich eine ziemlich zähe Partie entwickelte. Die erste große Chance bot sich Kainz in der 19. Minute: Nach flacher Hereingabe von Belfodil kam er aus kurzer Distanz zum Abschluss - sein Schuss wurde aber noch von Pavel Kaderabek geblockt. Hoffenheim hatte danach insgesamt mehr vom Spiel, ohne dabei gefährlich zu werden. Das änderte sich erst kurz vor der Pause. Die Gäste drängten Werder mehr und mehr in die Defensive und brachten es zwischenzeitlich auf 6:0 Ecken, sodass sich ihre Führung durchaus anbahnte.

Werder Bremen bejubelte den Ausgleich durch Theodor Gebre Selassie.

In der 39. Minute war es dann soweit: Der Ex-Bremer Serge Gnabry, für den es die erste Rückkehr an die alte Wirkungsstätte war, fand mit seiner Flanke den Kopf von Innenverteidiger Benjamin Hübner, der Pavlenka im Tor keine Chance ließ. Direkt nach dem Rückstand fand auch Werder wieder den Weg nach vorne: Erst spitzelte Hoffenheims Kapitän Kevin Vogt den Ball im letzten Moment weg, ehe Belfodil zum Abschluss kommen konnte (42.). Die folgende Kruse-Ecke köpfte dann Niklas Moisander aufs Tor - Steven Zuber rettete am langen Pfosten (43.).

Kurz nach Beginn der zweiten Hälfte musste Belfodil angeschlagen vom Platz (57.). Für ihn kam Jerome Gondorf, der die Position von Junuzovic einnahm. Der Österreicher wiederum spielte nun als Rechtsaußen - und hatte ebenso wie Gondorf großen Anteil am Bremer Ausgleich. Nach einer Junuzovic-Ecke verlängerte Gondorf den Ball per Kopf, Gebre Selassie drosch ihn aus kurzer Distanz ins Tor - 1:1 (63.). Im direkten Gegenzug hätte Hoffenheim dann das 2:1 machen müssen - Pavlenka hatte aber etwas dagegen. Werders Keeper rettete spektakulär gegen den freistehenden Andrej Kramaric - eigentlich war es ein unhaltbarer Ball, den der Tscheche mit hochgerissenen Armen im Flug blockte (65.). Spektakulär ging es in der Folge auch auf der anderen Seite weiter.

Werder vergibt Doppelchance zum Siegtreffer

In der 72. Minute bot sich Werder die dicke Doppelchance zur Führung: Erst blockte Hübner eine Direktabnahme von Gondorf, dann lenkte Vogt einen Moisander-Schuss an den Pfosten. Es war nun ein packendes Spiel. Alles was die erste Hälfte noch an Torraumszenen hatte vermissen lassen, bot nun Abschnitt zwei. Gondorf war dabei besonders auffällig - auch in der Defensive. Dort warf er sich beherzt in einen Schuss des eingewechselten Eugen Polanski und bewahrte Werder damit vor dem erneuten Rückstand (77.).

Auch wenn im Bremer Spiel längst nicht alles klappte - die Mannschaft von Kohfeldt agierte mit großer Leidenschaft und spielte bis zum Schluss auf Sieg, wurde dafür aber nicht mehr mit einem zweiten Treffer belohnt.

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Bargfrede, M. Eggestein, Junuzovic (90. Bauer) - Belfodil (57. Gondorf), Kruse, Kainz (84. Johannsson)

Fotostrecke: Werder spielt 1:1 gegen Hoffenheim

Werder Bremen gegen 1899 Hoffenheim
Freundlicher Empfang von Werder-Coach Florian Kohfeldt (r.) für den früheren Bremer und heutigen Hoffenheimer Florian Grillitsch. © Gumz
Werder Bremen gegen 1899 Hoffenheim
Für Serge Gnabry war es die erste Rückkehr ins Weserstadion seit seinem Abschied aus Bremen im Sommer 2017. © nordphoto
Werder Bremen gegen 1899 Hoffenheim
Eine Kerze von Milos Veljkovic bringt Werder-Torwart Jiri Pavlenka ordentlich in Bedrängnis. Hoffenheim kann die Chance nicht nutzen (10.). © nordphoto
Werder Bremen gegen 1899 Hoffenheim
Ansonsten sahen die Zuschauer im Weserstadion eine ziemlich trockene erste Hälfte ohne große Höhepunkte von Max Kruse und Co.. © dpa
Werder Bremen gegen 1899 Hoffenheim
Kurz vor der Pause schlug Hoffenheim dann zu. Nach einer Ecke brachte Gnabry den Ball in den Strafraum - Benjamin Hübner köpfte ein (39.). Hoffenheim führt zur Pause. © nordphoto
Werder Bremen gegen 1899 Hoffenheim
Im zweiten Durchgang glich Werder aus. Ausgangspunkt war erneut eine Ecke. In der Mitte stand Theodor Gebre Selassie richtig und drosch den Ball ins Tor. © nordphoto
Werder Bremen gegen 1899 Hoffenheim
Werder bejubelte den Ausgleich in der 63. Minute. © nordphoto
Werder Bremen gegen 1899 Hoffenheim
Kurz nach dem Ausgleich hätte Hoffenheim beinahe wieder zugeschlagen. Doch mit einer Glanzparade rettete Jiri Pavlenka Werder vor dem schnellen erneuten Rückstand. Die Partie wurde danach wesentlich munterer. Es blieb aber beim 1:1. © dpa

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