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Werder Bremen und Lamine Sane waren gegen Hoffenheim mit Mark Uth meist einen Schritt zu langsam.

3:5-Pleite gegen Hoffenheim

Tschüss, Europa? Nagelsmann trickst Nouri aus

Bremen - Der Traum von Europa wurde für Werder Bremen bei der 3:5 (0:3)-Heimpleite gegen 1899 Hoffenheim zum Alptraum – und für Trainer Alexander Nouri zur Lehrveranstaltung.

Kollege Julian Nagelsmann hatte ihn mit seiner TSG 1899 Hoffenheim taktisch ziemlich ausgetrickst und Werder ganz alt aussehen lassen. Schützend stellte sich Nouri anschließend vor seine Mannschaft: „Das Spiel nehme ich auf meine Kappe.“

Was war passiert? Nouri hatte wegen der Gelbsperre von Innenverteidiger Niklas Moisander von Dreier- auf Viererkette umgestellt und zusätzlich die Grundordnung auf eine in Bremen bestens bekannte Mittelfeldraute verändert. Schöne Grüße an Thomas Schaaf. Das System hielt der Coach für durchaus passend gegen Nagelsmanns bevorzugte Dreierkette. Doch der Shootingstar der Trainerbranche änderte selbst sein System auf eine Vierer-Abwehr. „Das hatten wir anders erwartet“, gestand Nouri.

Werder von Systemumstellung völlig verwirrt

Die Verwunderung über den ganz anders auftretenden Gegner war den Werder-Profis deutlich anzumerken. Sie diskutierten in jeder freien Sekunde mit dem Nebenmann über die Raumaufteilung. „Hoffenheim hat nicht gespielt wie sonst, das hat uns gerade auf den Außen vor Probleme gestellt“, haderte Fin Bartels.

Werder war so verwirrt, dass sich Thomas Delaney und Serge Gnabry, der erstmals wieder in der Startelf stand und völlig enttäuschte, bei einer Balleroberung über den Haufen rannten und damit Hoffenheim zum Konter einluden. Nutznießer war Adam Szalai, der das frühe 1:0 markierte (7.). Das schnelle 2:0 besorgte dann Andrej Kramaric, der Lamine Sane nach einem Ballverlust von Maximilian Eggestein vernascht hatte (11.).

Theodor Gebre Selassie war der 0:5-Zwischenstand „richtig peinlich“.

Werder brauchte lange, um sich von diesem Schock zu erholen, hatte erst in der 29. Minute eine gute Gelegenheit durch Gnabry. Und was machte Nagelsmann? Der kehrte mit der Führung im Rücken umgehend „zu unserer Standardaufstellung“ zurück, wie er in der Pressekonferenz grinsend verriet. Auch das fruchtete: Nach einem feinen Pass von Pavel Kaderabek tanzte der schnelle Steven Zuber mal eben Robert Bauer aus und versenkte die Kugel im kurzen Eck – 3:0 (40.).

Nun reagierte auch Nouri, stellte selbst auf Dreierkette um. Doch Kramaric (49./erneut sah Bauer schlecht aus), und Ermin Bicakcic (51.) schraubten das Ergebnis auf 5:0. Die Werder-Fans pfiffen. „Das hat mich nicht gewundert. Als ich auf die Anzeigetafel geguckt habe, war es mir richtig peinlich“, gestand Theodor Gebre Selassie und blickte dabei gen Boden: „Das war einfach so schade für unsere Fans im letzten Heimspiel.“

Die Europa League ist immer noch erreichbar

Immerhin bemühten sich die Bremer noch auf dem Platz um Wiedergutmachung. Mit Erfolg! Gebre Selassie (59.), Philipp Bargfrede (86.) und Bauer (90.) sorgten für ein annehmlicheres Ergebnis und bessere Abschiedsstimmung im weiten Rund. Allerdings hatten auch die Hoffenheimer ordentlich mitgeholfen – nicht nur hinten, sondern vor allem auch vorne. Das ärgerte Nagelsmann gewaltig, er warf seinen Angreifern Egoismus vor: „Sieben, acht Tore wären möglich gewesen.“ Im Fernduell mit Dortmund um die direkte Qualifikation für die Champions League kein unwichtiger Aspekt.

Apropos Dortmund: Ausgerechnet dort muss Werder am Samstag zum Abschluss antreten. Und Europa ist dank der anderen Ergebnisse immer noch erreichbar. „Dafür müssen wir es aber zu 100 Prozent besser machen“, meinte Bartels. Aufgeben gilt nicht. Bei Robert Bauer sowieso nicht, der allerdings gegen den BVB gelbgesperrt fehlen wird. „Wenn wir nicht daran glauben würden, gewinnen zu können, wären wir keine Fußball-Profis“, betonte der Kämpfer und setzte auf Nouri: „Der Trainer wird uns einen Matchplan geben, wenn wir den umsetzen, dann können wir jeden Gegner schlagen.“ Aber dafür muss der Plan auch passen, gegen Hoffenheim war das nicht der Fall.

Einzelkritik: Totalausfall bei Delaney und Gnabry

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