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„Ich bin genauso optimistisch wie vor dem Spiel gegen Hannover“, sagt Trainer Florian Kohfeldt vor dem Duell gegen Stuttgart.

Vor dem Stuttgart-Spiel

Wieder Feuer unterm Dach

Bremen - Das Spiel war schon deshalb speziell, weil es an einem Montagabend stattfand. Und es wurde noch spezieller, weil Werder Bremen an diesem Montagabend den VfB Stuttgart mit 6:2 aus dem Weserstadion verjagte.

Die Kraft der Fans hatte die Mannschaft damals zu diesem im Abstiegskampf richtungweisenden Sieg getragen. Werder hielt am Ende die Klasse, Stuttgart stieg ab. Die Erinnerung an diesen Abend des 2. Mai 2016, es war der 32. Spieltag, ist bei Florian Kohfeldt immer noch frisch. Er saß damals als Co-Trainer von Viktor Skripnik auf der Bremer Trainerbank. „Es war ein tolles Erlebnis und ein ganz, ganz wichtiges Spiel damals“, sagt Kohfeldt. Jetzt ist er selbst der Chef, jetzt trifft er wieder auf Stuttgart und jetzt ist es wieder enorm wichtig für Werder, dass ein Sieg herausspringt.

„Genauso optimistisch wie gegen Hannover“

Denn ob der mehr als prekären Tabellensituation ist der Vorletzte dazu verdammt, mindestens seine Heimspiele zu gewinnen. Beim bis dato letzten Auftritt vor eigenem Publikum hatte das Team mit dem 4:0 gegen Hannover 96 ein erstes Zeichen im Abstiegskampf gesetzt. Es war ein Sieg mit Ansage, einer, den Kohfeldt quasi versprochen hatte. Vor dem Duell mit dem VfB, dem zweiten Aufsteiger neben 96, mag er so forsch aber nicht nochmal auftreten. „Ich bin genauso optimistisch wie vor dem Spiel gegen Hannover. Aber das mit den Versprechen, das lassen wir jetzt lieber mal weg“, sagt Kohfeldt und setzt ein Lächeln auf, das ausdrückt, dass er nicht schon wieder so dick auftragen will. Es könnte den Gegner nur unnötig reizen.

Aber sich wegzuducken geht erstens natürlich auch nicht und wäre zweitens überhaupt nicht Kohfeldts Art. Er hat schon am Dienstag über das „Selbstverständnis, jedes Spiel gewinnen zu wollen“, gesprochen. Das sei es, was die Mannschaft jetzt brauche. Das Selbstverständnis sollte im konkreten Fall allerdings eine Selbstverständlichkeit sein. Stuttgart ist schließlich kein Überteam und könnte für Werder sogar zum Orientierungspunkt werden, wenn der Club bis Weihnachten noch den Anschluss ans Mittelfeld herstellen will. Mit neun Punkten mehr (17:8) liegen die Schwaben auf Rang zwölf.

Leichte Beute VfB Stuttgart?

Lässt Werder den Abstand weiter wachsen, schwinden die ohnehin schon stark begrenzten Perspektiven weiter. Also: Wie anno 2016 ist aktuell wieder ordentlich Feuer unterm Dach, wenn Werder den VfB empfängt. Im Mai 2016 waren die Fans ein großer Faktor, um die Sache herumzubiegen. Ein „Wieder-so“ kann Werder nicht einfordern, aber wünschen wird man dürfen, meint Kohfeldt: „Wir wissen, dass wir hier in Bremen privilegiert sind, was unsere Fans betrifft. Sie sind ein echter Faktor und unterstützen uns vorbehaltlos, das ist eine extrem luxuriöse Situation – wenn wir unsere Leistung bringen. Das ist unser Part.“

Seit Kohfeldt sportlich das Sagen hat, stimmt die Leistung wieder. Die Punkte stimmen allerdings nicht. Nur drei in drei Spielen unter seiner Regie - da muss jetzt mehr kommen. Mit dem geforderten Sieger-Selbstverständnis und gegen einen VfB, der auswärts in dieser Saison erst einen Punkt geholt hat. Leichte Beute Stuttgart? Da schreckt Kohfeldt zurück: „Die gibt es nicht in der Bundesliga.“ Aber nochmal so ein Spiel zu erleben wie das 6:2 vor eineinhalb Jahren, wäre großartig. „Das war so ein Spiel, wo es irgendwann nicht mehr aufzuhalten war. Es wäre schön, wenn uns das wieder gelingen sollte“, sagt Kohfeldt.

Werders 6:2-Kantersieg gegen den VfB Stuttgart

Werder Bremen
Die Werder-Fans sorgten schon vor dem Anpfiff und vor dem Stadion für mächtig Stimmung. © nordphoto
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Mit einem lautstarken Fan-Spalier wurde der Mannschaftsbus von Werder empfangen. © nordphoto
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Auch die beiden Werder-Legenden Jonny Otten (l.) und Wynton Rufer ließen es sich nicht nehmen, Werder gegen den VfB zu unterstützen. © nordphoto
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Kurze Aufregung vor dem Anpfiff... © nordphoto
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...ein Loch im Tornetz. Doch kein Problem: Mit ein paar Handgriffen... © nordphoto
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...wurde das Netz schnell wieder geflickt. © nordphoto
Werder Bremen
Beide Teams lieferten sich von Beginn an eine umkämpfte Partie, in der Werder den besseren Start erwischte. © nordphoto
Werder Bremen
Nach feiner Vorarbeit von Claudio Pizarro kommt Fin Bartels in der 10. Minute im Strafraum der Gäste zum Abschluss und... © nordphoto
Werder Bremen
...trifft für Werder zum umjubelten 1:0-Führungstreffer. © nordphoto
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Die Bremer Freude hielt allerdings nicht lange an. In der 26. Minute erzielte Daniel Didavi den 1:1-Ausgleich für den VfB. © nordphoto
Werder Bremen
Werder ließ sich von dem Gegentreffer aber nicht beirren. Ein Eigentor von Federico Barba brachte die Grün-Weißen in der 33. Minute wieder in Front - VfB Keeper Przemysław Tytoń machte dabei auch keine gute Figur. © nordphoto
Werder Bremen
Und es sollte für die Bremer vor der Pause sogar noch besser kommen. Levin Öztunali traf in der 42. Minute zum 3:1. © nordphoto
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Bitter: In der ersten Halbzeit musste Sambou Yatabare angeschlagen vom Platz. © nordphoto
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Nach dem Seitenwechsel war Stuttgart dann wieder mit dem Toreschießen dran – Barba verkürzte in der 53. Minute auf 2:3. © nordphoto
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Die Bremer Fans mussten nun tatsächlich wieder zittern. Allerdings... © nordphoto
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...nicht lange: Claudio Pizarro traf in der 64. Minute... © nordphoto
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...nach Vorarbeit von Bartels zum 4:2. © nordphoto
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Und es gab noch mehr Grund zur Freude! Bartels und Ujah erhöhten auf 6:2 für die Grün-Weißen. © nordphoto
Werder Bremen
Auch bei Keeper Felix Wiedwald war der Jubel groß nach dem Sieg. © nordphoto

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