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Florian Kainz (Mitte) lässt sich von Max Kruse (l.) und Ludwig Augustinsson für sein Tor zum 3:1 gegen den VfL Wolfsburg feiern.

Werder feiert wichtigen 3:1-Heimsieg

Kainz erlegt die Wölfe

Bremen - Hamburg hat verloren, Mainz hat verloren, Köln hat auch verloren - und Werder Bremen hat die Steilvorlagen der Konkurrenz am Sonntagabend genutzt! Durch einen 3:1 (2:0)-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg haben sich die Bremer ordentlich Luft im Abstiegskampf verschafft.

Die Tore für das Team von Trainer Florian Kohfeldt erzielten Ludwig Augustinsson (4.) und Florian Kainz (40./72.). Für Wolfsburg hatte Paul Verhaegh zwischenzeitlich zum Anschluss getroffen (49.). In der Tabelle steht Werder zwar weiterhin auf dem 15. Rang, hat mit nunmehr 23 Punkten auf dem Konto aber drei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz. Auch der Anschluss ans untere Tabellen-Mittelfeld ist hergestellt.

Kohfeldt hatte vor dem Spiel für eine Überraschung gesorgt, indem er Thomas Delaney nur auf die Bank setzte. Zuvor hatte der Däne in 20 von 21 Bundesligaspielen der laufenden Saison in Werders Startelf gestanden. „Ich habe die elf Spieler aufgeboten, von denen ich mir die höchste Frische verspreche“, sagte der Bremer Coach vor dem Anpfiff und verwies darauf, dass Delaney innerhalb weniger Tage 90 Minuten im Ligaspiel auf Schalke und 120 Minuten im Pokal gegen Leverkusen abgespult hatte. „Thomas ist fit, aber wir wollen da kein Risiko eingehen“, erklärte Kohfeldt.

Für Delaney kehrte Philipp Bargfrede nach auskurierten Fußproblemen in die Mannschaft zurück. Ansonsten gab es in Werders 4-1-4-1-System keine personellen Veränderungen im Vergleich zum Pokalspiel in Leverkusen. Kohfeldt ließ seine Viererkette ebenso unangetastet wie die Offensiv-Abteilung mit Florian Kainz, Max Kruse und dem formstarken Aron Johannsson, der seine leichte Blessur aus dem Pokalspiel rechtzeitig überwunden hatte.

Werder bestimmt das Geschehen auf dem Platz

Der auffälligste Mann in der Anfangsphase war dann aber ein anderer: Ludwig Augustinsson. Werders Linksverteidiger sorgte für einen Traumstart der Hausherren, indem er in der vierten Minute das 1:0 erzielte. Nach einem Eckball von Kapitän Zlatko Junuzovic setzte sich der Schwede gegen Admir Mehmedi und Victor Osimhen im Kopfballduell durch und wuchtete die Kugel aus kurzer Distanz ins Netz (4.). Es war der erste Bundesliga-Treffer für den 23-Jährigen. Auch auf der anderen Seite stand Augustinsson kurz darauf im Mittelpunkt, als er im letzten Moment vor dem einschussbereiten Osimhen klärte (12.). Es wäre eine dicke Wolfsburger Chance auf den schnellen Ausgleich gewesen. Danach spielte aber nur noch Werder.

In der 17. Minute verpasste Maximilian Eggestein einen gefühlvollen Chip von Max Kruse vor Koen Casteels nur hauchdünn, später scheiterte er nach butterweicher Johannsson-Flanke per Kopf am Wolfsburger Keeper (29.). Werder bestimmte das Geschehen auf dem Platz, drängte die Gäste in die Defensive - und spielte sie dabei phasenweise an die Wand. In der 31. Minute hätte das 2:0 schon fallen müssen - es war Pech für Werder, dass es nicht passierte. Nach einer weiteren starken Junuzovic-Ecke köpfte Kruse den Ball aufs Tor, wo er von William auf der Linie geklärt wurde. Direkt danach drosch der aufgerückte Niklas Moisander die Kugel per Volleyschuss an die Unterkante der Latte.

Ludwig Augustinsson bejubelt sein erstes Bundesliga-Tor.

Werder war nicht zufrieden mit der knappen Führung, sondern schien zu spüren, dass gegen die Wölfe vor der Pause noch deutlich mehr möglich ist. Florian Kainz brachte diesen Eindruck in der 40. Minute durch sein erstes Saisontor dann auch auf die Anzeigetafel. Nach Doppelpass mit Landsmann Junuzovic drehte der Österreicher den Ball von der Strafraumkante aus herrlich ins lange Eck - 2:0. Erst danach trat Kohfeldt etwas auf die Bremse. Der Trainer änderte sein anfängliches System von 4-1-4-1 auf 4-2-3-1, indem er Junuzovic als zweiten Sechser neben Bargfrede zurückzog.

Die zweite Halbzeit war dann erst wenige Minuten alt, als die komfortable Bremer Ausgangslage plötzlich gar nicht mehr so komfortabel war. Zunächst verschätzte sich Moisander gegen Osimhen, der mit seinem schwachen Abschuss an Pavlenka scheiterte (48.). Ein paar Sekunden später sah Werders Finne ein zweites Mal nicht gut aus. Im Strafraum zog er Robin Knoche an den Schultern zu Boden - Schiedsrichter Deniz Aytekin entschied sofort auf Foulelfmeter. Es war eine vertretbare Entscheidung. Zwar parierte Pavlenka den ersten Versuch von Paul Verhaegh, wehrte den Ball aber nach vorne ab, sodass der Niederländer in Nachschuss das 1:2 besorgte (49.). Es war ein Gegentreffer, der Wirkung bei Werder zeigte.

Kainz gelingt der erste Doppelpack im Werder-Trikot

Anders als in Hälfte eins waren nun die Gäste das bessere Team. Wolfsburgs Pässe waren auf einmal schärfer, die Aktionen zielstrebiger, und Werder hatte große Probleme, sich in den Zweikämpfen durchzusetzen. Kohfeldt reagierte. Für Bargfrede kam zunächst Delaney in die Partie (57.), für Johannsson später Jerome Gondorf (65.). Auf diese Weise wollte der Bremer Coach das Wolfsburger Übergewicht im zentralen Mittelfeld ausgleichen, wo Maximilian Arnold und Josuha Guilavogui immer wieder das Spiel der Gäste ankurbelten. Delaney war kurz nach seiner Einwechslung direkt wichtig: Er blockte im Strafraum per eingesprungener Grätsche einen satten Schuss von Yunus Malli (68.).

Mitten in einer Phase, in der von Werder im Spiel nach vorne eigentlich gar nichts mehr zu sehen war, fiel dann das erlösende 3:1. Eggestein eroberte den Ball im Mittelfeld, Kruse hatte das Auge für Kainz - und Werders Nummer 7 tunnelte Casteels humorlos zum 3:1 (72.). Es war der erste Doppelpack des 25-Jährigen im Werder-Trikot. Es war die Entscheidung, es war der Sieg. Werder hat sich dadurch in die Position gebracht, in den kommenden Spielen gegen Freiburg und den HSV weitere große Schritte raus aus der Gefahrenzone zu machen.

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Bargfrede (57. Delaney), Johannsson (65. Gondorf), M. Eggestein, Junuzovic (89. Bauer), Kainz - Kruse

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Wieder ein Start nach Maß: Nach einer Ecke von Zlatko Junuzovic köpft Ludwig Augustinsson in der vierten Minute ein. Es war das erste Bundesliga-Tor des Schweden.
Wieder ein Start nach Maß: Nach einer Ecke von Zlatko Junuzovic köpft Ludwig Augustinsson in der vierten Minute ein. Es war das erste Bundesliga-Tor des Schweden. © Gumz
Werder war von Anfang an gut im Spiel und verteidigte die Wolfsburger Standards sehr abgezockt.
Werder war von Anfang an gut im Spiel und verteidigte die Wolfsburger Standards sehr abgezockt. © Gumz
Flitzeralarm in der elften Minute! Ein männlicher Zuschauer hat es tatsächlich aufs Feld geschafft, wird aber von Kruse dem Sicherheitspersonal übergeben.
Flitzeralarm in der elften Minute! Ein männlicher Zuschauer hat es tatsächlich aufs Feld geschafft, wird aber von Kruse dem Sicherheitspersonal übergeben. © nordphoto
Nach einer halben Stunde wurde Kruses Kopfball nach einer Ecke auf der Linie geklärt, dann knallte Moisander den Nachschuss an den Querbalken (31.).
Nach einer halben Stunde wurde Kruses Kopfball nach einer Ecke auf der Linie geklärt, dann knallte Moisander den Nachschuss an den Querbalken (31.). © Gumz
Vor der Pause schlug Werder doch nochmal zu. Kainz spielte einen Doppelpass mit Junuzovic und schlenzte die Kugel aus halblinker Position ins rechte Eck (40.). Ein Super-Tor!
Vor der Pause schlug Werder doch nochmal zu. Kainz spielte einen Doppelpass mit Junuzovic und schlenzte die Kugel aus halblinker Position ins rechte Eck (40.). Ein Super-Tor! © nordphoto
Kurz nach dem Seitenwechsel kommt Robin Knoche im Sechzehner zu Fall, weil Moisander ihn völlig unnötig zu Boden reißt. Den Elfmeter verwandelt Paul Verhaegh im Nachschuss zum 2:1 (49.).
Kurz nach dem Seitenwechsel kommt Robin Knoche im Sechzehner zu Fall, weil Moisander ihn völlig unnötig zu Boden reißt. Den Elfmeter verwandelt Paul Verhaegh im Nachschuss zum 2:1 (49.). © nordphoto
Werder war durch den Anschlusstreffer der Gäste verunsichert. Kohfeldt reagierte und brachte Thomas Delaney für Bargfrede ins Spiel (57.).
Werder war durch den Anschlusstreffer der Gäste verunsichert. Kohfeldt reagierte und brachte Thomas Delaney für Bargfrede ins Spiel (57.). © nordphoto
Von den Grün-Weißen war nicht mehr viel zu sehen – bis zur 72. Minute. Kruse behielt die Übersicht und fand Kainz, der von links aus spitzem Winkel ins Tor traf.
Von den Grün-Weißen war nicht mehr viel zu sehen – bis zur 72. Minute. Kruse behielt die Übersicht und fand Kainz, der von links aus spitzem Winkel ins Tor traf. © Gumz
Am Ende blieb es beim 3:1 für Werder dank den Toren von Augustinsson und Kainz. Damit feierten die Bremer den ersten Heimsieg in 2018.
Am Ende blieb es beim 3:1 für Werder dank den Toren von Augustinsson und Kainz. Damit feierten die Bremer den ersten Heimsieg in 2018. © nordphoto

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