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Florian Kohfeldt und Werder stehen drei Spiele gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf bevor.

Wolfsburg, Freiburg und Hamburg

Die große Chance: Drei Gegner aus dem Jagdrevier

Bremen - Florian Kohfeldt guckt verdutzt nach hinten. Seine Augen suchen den in seinem Rücken hängenden Flatscreen-TV, der die aktuelle Bundesliga-Tabelle zeigt.

So kann der Werder-Trainer auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (Sonntag, 18.00 Uhr) schnell checken, ob sachlich richtig ist, was er gerade als Teil einer Frage präsentiert bekommen hat. Werder noch ohne Niederlage gegen die Teams von Platz zehn abwärts?

Wenn das stimmt, wäre es ein super Omen für die anstehenden Wochen mit den bedeutungsstarken Spielen gegen den VfL Wolfsburg, SC Freiburg und Hamburger SV. Und tatsächlich: Gegen die schlechtere Hälfte der Liga haben die Bremer in der laufenden Saison noch kein Spiel verloren, stellt Kohfeldt fest. „Das wusste ich noch gar nicht“, staunt er und grinst: „Das ist gut so. Bei dieser Serie soll es auch bleiben.“

Drei Partien im Abstiegskampf

Wolfsburg (13.), Freiburg (12.), Hamburg (17.) – es sind drei Spiele gegen drei Gegner aus dem bevorzugten Bremer Jagdrevier, die als nächstes auf Werder warten. Weshalb klar ist: Es gibt in diesen drei Partien viel zu gewinnen. Man könnte den Begegnungen sogar den Charakter vorentscheidender Partien im Abstiegskampf verpassen. Denn wenn Werder gegen die vier Punkte besser postierten „Wölfe“ gewinnen sollte, wäre für den Tabellen-15. endlich der Kontakt zum unteren Mittelfeld hergestellt. Den zu festigen, wäre der Folgeauftrag für die Auswärtspartie in Freiburg. Naja, und im Derby gegen den HSV geht es für Werder dann um Ehre, Prestige und vor allem darum, Luft zwischen sich und die Abstiegsplätze zu bringen.

Gelingt all das, wäre Werder happy. Gelingt es nicht, würde der Abstiegskampf immer heikler, immer bedrohlicher, immer zugespitzter. Kohfeldt: „Es brechen jetzt Wochen an, vor denen man sagen muss, dass für uns nicht mehr ewig Zeit bleibt, um sich in der Tabelle zu verbessern.“ Soll heißen: Werder muss liefern, ist zum Erfolg verdammt. Oder wie der Trainer es sagt: „Es sollte unser Anspruch sein, regelmäßig zu punkten. Das ist in unserem Kopf.“

Delaney: „Wir sind eine super-optimistische Mannschaft“

Werder geht die Aufgaben aber nicht an, wie ein Team, das aus Angst vor dem Abstieg nicht klar denken und vor allem nicht vernünftig Fußball spielen kann. Werder ist, und das sagt Mittelfeldmann Thomas Delaney mit großer Überzeugung, „kein normales Team aus dem Tabellenkeller. Wir spielen offensiven Fußball, und wir haben Auswärtssiege in Dortmund und auf Schalke geholt.“ Die sind für den Dänen wie Doping im Abstiegskampf, weil sie zeigen, was alles möglich ist. Siege gegen die von oben seien eben ein guter Grund, auch an Siege gegen die von weiter unten zu glauben. So viel Selbstvertrauen darf/muss sein, meint Delaney: „Wir sind eine super-optimistische Mannschaft.“

Beinahe wäre am Dienstag im DFB-Pokal-Viertelfinale beim aktuellen Ligazweiten Bayer Leverkusen noch eine große Extra-Portion Selbstbewusstsein dazugekommen. Doch weil die Partie trotz früher Führung und starker Leistung noch nach Verlängerung 2:4 verloren ging, blieb es nur bei einer kleinen Zugabe. Delaney: „Der Schalke-Sieg war sehr wichtig für uns. Aber auch in Leverkusen haben wir gezeigt, was wir können und haben unsere Tore gemacht.“ Auch das helfe, um an sich zu glauben.

Die Enttäuschung, dass es im Pokal nicht zum Einzug ins Halbfinale gereicht hat, sei mittlerweile verarbeitet, meint Coach Kohfeldt, „was uns aber bleibt, ist die Erinnerung an die gute Leistung“. Wenn jetzt also Wolfsburg, das einen Tag nach Werder aus dem Pokal flog (0:1 bei Schalke 04), ins Wesestadion kommt, dann sollen die Gäste zu spüren bekommen, dass sich Werder stark fühlt und Luft unter den Flügeln hat. Delaney: „Im Moment haben wir eine ähnliche Situation wie im vergangenen Jahr. Wir brauchen jetzt viele gute Spiele nacheinander, denn in ein, zwei Monaten wollen wir nicht mehr in der Situation sein, in der wir jetzt sind.“

Und man erinnere sich: In der Vorsaison startete Werder am 21. Spieltag mit einem 2:0 in Mainz eine Serie von elf Spielen ohne Niederlage. Nun gelang am 21. Spieltag ein 2:1 auf Schalke. Damals hieß der Gegner am 22. Spieltag VfL Wolfsburg. Diesmal wieder. Damals gewann Werder 2:1. Diesmal...?

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