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In diese Richtung soll es gehen: Werders Sportchef Frank Baumann und Trainer Alexander Nouri trauen ihrer Mannschaft im DFB-Pokal viel zu – sogar den Titelgewinn.

Werder startet gegen Würzburg in DFB-Pokal

Kurzer Weg zum großen Erfolg

Bremen - Werder Bremen spielt am Samstag in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen die Würzburger Kickers - und träumt schon vom Titel. Trotz der vielen frühen Misserfolge der vergangenen Jahre.

In der Theorie ist es ganz einfach, da klingt es tatsächlich nach einer machbaren Aufgabe. Sechs Spiele sind es, die man gewinnen muss, nur sechs Spiele – dann sind Titel und Qualifikation fürs internationale Geschäft eingetütet. Gemessen am Aufwand, den Mannschaften für vergleichbare Erfolge in der Bundesliga betreiben müssen, ist dieser DFB-Pokal ein ziemlich dankbarer Wettbewerb. In der Theorie.

„Es ist der kürzeste Weg, einen Titel zu gewinnen und auch der kürzeste Weg, international zu spielen“, weiß Werders Sportchef Frank Baumann, der einen Bremer Pokaltriumph für „durchaus möglich“ hält. Zu sehr träumen will der 41-Jährige jedoch nicht. „Erstmal zählt für uns nur die Aufgabe am Samstag“, betont Baumann und meint damit das Erstrunden-Duell gegen den Drittligisten Würzburger Kickers (20.45 Uhr), in dem für Werder große Stolpergefahr besteht.

Thomas Delaney ist noch gar nicht so lange in Bremen, aber die Schauergeschichten von früher kennt der Däne inzwischen auch. 2011 Heidenheim, 2012 Münster, 2013 Saarbrücken, 2016 Lotte – gleich viermal innerhalb der vergangenen sechs Jahre war für Werder in der ersten Pokalrunde gegen einen Drittligisten Schluss. „Jeder bei uns weiß das“, sagte Delaney am Donnerstag während der Pressekonferenz vor dem Würzburg-Spiel, „aber es ändert nichts. Es spielt keine Rolle, was vor vier oder vor 20 Jahren war.“

Die aktuelle Mannschaft, der kommende Gegner – das seien die Dinge, die zählen. „Es ist nie leicht, gegen ein Team aus einer unteren Liga zu spielen“, berichtete der 25-Jährige und schob dann direkt hinterher: „Wenn wir aber alles geben, werden wir gewinnen, weil wir die bessere Mannschaft sind.“ Das ist Werder in der Tat. Nicht nur, dass Würzburg zwei Ligen tiefer spielt, der Verein hatte im Kalenderjahr 2017 bis Mittwochabend zudem noch kein Pflichtspiel gewonnen. Dann glückte der Mannschaft von Trainer Stephan Schmidt ein 8:0-Erfolg im bayerischen Verbandspokal gegen den TSV Rannungen. Sicherlich kein Ergebnis, das Werder in irgendeiner Form beeindruckt – der Respekt vor dem Gegner ist an der Weser dennoch groß.

Baumann: „Sofort die Antennen ausfahren“

„In meinen Augen spielt da am Samstag nicht ein Drittligist gegen einen Bundesligisten, sondern es spielen zwei Mannschaften gegeneinander, die beide mit aller Macht gewinnen wollen“, erklärte Werder-Coach Alexander Nouri, dessen Team als Favorit natürlich deutlich mehr zu verlieren hat. Ein Ausscheiden gegen Würzburg, und der Trainer müsste schon vor dem ersten Bundesliga-Spiel eine Krise moderieren.

„Es wird wichtig sein, dass wir sofort unsere Antennen ausgefahren haben und unsere bestmögliche Leistung zeigen“, forderte Baumann vor dem Spiel, das für Werder der erste Schritt auf einem längeren Weg sein soll. Sechs Spiele, wie erwähnt, mehr sind es nicht. „Wir haben das klare Ziel, dass wir sehr lange in diesem Wettbewerb bleiben“, sagte Baumann. Thomas Delaney sieht das ganz ähnlich. „In Deutschland ist der Pokal fast so viel wert wie die Meisterschaft“, betonte der Mittelfeldspieler. „Auch das war ein Grund dafür, warum ich hier her gekommen bin.“

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