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Werders Doppeltorschütze Wynton Rufer bejubelt das dritte Wunder von der Weser.

Das dritte Wunder von der Weser

5:3 gegen Anderlecht 1993: Ein Wunder in nur 24 Minuten

Von Henning Harlacher. In der Liga lief es für Werder nicht nach Plan, der amtierende Meister rutschte in der Saison 1993/94 auf Platz acht ab. Dafür holten die Bremer allerdings den DFB-Pokal und sorgten in der noch jungen Champions League für ein Wunder.

Werder Bremen ging als amtierender Deutscher Meister in die Saison 1993/94. Die Mannschaft aus der Vorsaison blieb ohne große Veränderungen zusammen. Warum sollte Trainer Otto Rehhagel auch etwas verändern? Experten würden sagen: „Never change a winning team.“ Doch irgendwie wollte es bei Werder nicht mehr rund laufen. In der Bundesliga gab es dieses Mal keinen Grund zum Feiern. Dafür gewannen die Bremer am Ende den DFB-Pokal – und sorgten in der Champions League am 8. Dezember 1993 für einen legendären Abend, der in die Vereinsgeschichte einging.

Nachdem der SVW in den ersten beiden Runden der Königsklasse zunächst Dinamo Minsk und danach Levski Sofia ausgeschaltet hatte, hatte das Team bei der Auslosung der Gruppenphase nicht gerade Glück: Der AC Mailand und der FC Porto erwiesen sich später schlicht und ergreifend als zu stark für Rehhagels Elf. Einzig gegen den RSC Anderlecht aus Belgien behielt Werder zweimal die Oberhand – und wie!

0:3 zur Pause – dann kamen Wynton Rufer und Co.

Dass sich gleich das erste Aufeinandertreffen der beiden Vereine zu einem „Wunder von der Weser“ entwickeln würde – damit rechnete damals freilich niemand. Als die Bremer zur Pause dann bereits mit 0:3 hinten lagen, hatten sich auch die Hoffnungen der Fans auf einen Heimsieg frühzeitig erledigt. Viel zu unterirdisch war die Vorstellung der Grün-Weißen bis zu diesem Zeitpunkt gewesen. Was genau Trainer Rehhagel seinen Spielern dann in der Kabine gesagt hat, ist nicht überliefert. Fest steht nur: Es waren die richtigen Worte!

Stürmer Wynton Rufer läutete Werders große Aufholjagd in der 66. Minute mit seinem Treffer zum 1:3 ein. Nur acht Minuten später war dann Verteidiger Rune Bratseth zur Stelle – 2:3. Die Hausherren drängten in der Folge weiter und wurden durch das 3:3 von Angreifer Bernd Hobsch belohnt (80.). Etliche Fans hatten das Weserstadion bereits zur Pause verlassen. Sie dürften sich spätestens jetzt gewaltig darüber geärgert haben – und das große Finale sollte ja erst noch kommen. In der 83. Minute traf Marco Bode tatsächlich zum 4:3 für Werder. Als Rufer dann sogar noch auf 5:3 erhöhte (89.), war das „Wunder von der Weser“ endgültig perfekt.

Aufstellung

Tor: Oliver Reck

Abwehr: Rune Bratseth, Dietmar Beiersdorfer, Uli Borowka

Mittelfeld: Mario Basler (87. Andree Wiedener), Dieter Eilts, Mirko Votava, Andreas Herzog (46. Thomas Wolter), Marco Bode

Sturm: Bernd Hobsch, Wynton Rufer

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Das erste Wunder von der Weser: 6:2 gegen Spartak Moskau 1987

Das zweite Wunder von der Weser: 5:0 gegen Dynamo Berlin 1988

Das vierte Wunder von der Weser: 4:0 gegen Olympique Lyon 1999

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